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Finstere Gesellen in fröhlicher Stimmung: Etwa 3000 Maschkera bevölkerten gestern den Holzkirchner Marktplatz. Diese wilde Truppe führte ein leicht abgewandeltes Holzkirchner Logo im Schilde. 
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Ikea lässt grüßen: Das Ensemble des Holzkirc hner Team-Theaters hatte sich in gelb-blaue Schweden-Power gehüllt.
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Huh! Huh! Huhuhuhuhu! Der rhythmische Kampfruf der isländischen Fußballfans, bekannt von der Fußball-EM, durfte nicht fehlen.
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Die Show stimmt: Auf der Bühne zeigte die Faschingsgarde aus Unterhaching ihr Können.
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So süß können Hörner sein: Ein lustiges Mädls-Quartett interpretierte das Motto auf seine Art.
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Die Damischen kommen: Vom Bahnhof her eroberte das wilde Volk den Marktplatz.
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Bestens vorbereitet und stilecht gewandet reihte sich die Gruppe der Kita St. Josef in den Wikingerzug ein.

Marktplatzfasching

Holzkirchen setzt sich Hörner auf

Früher verbreiteten Wikinger Angst und Schrecken, am Sonntag  brachten sie die gute Laune auf den Marktplatz: Unter dem Motto „D’ Holzkirchner hokan Hörndl auf“ folgten etwa 3000 Maschkera der Einladung des Faschingsvereins de Damischen.

Holzkirchen Pünktlich um 11.11 Uhr startete der Festzug, ein großer Wagen und zehn Fußgruppen, vom Bahnhof in Richtung Marktplatz. Dicke Felljacken, riesige Helme mit Hörnern, Fellschuhe, blonde Zöpfe und jede Menge Wikingerwaffen bestimmten die Szenerie. Bei vier Grad war der „Überfall“ auch temperaturmäßig gut erträglich. Am Straßenrand jubelten hunderte Schaulustige.

Angeführt wurde der Tross vom schrecklichen Sven auf Stelzen. So schrecklich war er, dass sich einige Kinder hinter ihre Mütter flüchteten. Der Holzkirchner Spielmannszug sorgte als erste große Fußgruppe für gute Stimmung. Besonderer Hingucker war das riesige Wikingerschiff der Feuerwehr. Die Besatzung tanzte und grölte nach Nordmannart. Auf dem Marktplatz verwandelte sich das Schiff in eine Bar.

Die „Damischen“ waren mit einem Miniboot unterwegs, das von zwei menschlichen Ochsen – einer davon sah wie Sepp Sappl senior aus – gezogen wurde. Die Kita St. Josef präsentierte selbst gebastelte Helme mit Hörnern. Riesig war die Formation des ESC Holzkirchen. Mehr als 70 Wölfe heulten ins Publikum.

 „Ich bin seit vielen Jahren dabei“, sagte Sylvia Weinmann (44) aus Holzkirchen. „Es macht immer wieder Spaß. Vor allem der Zusammenhalt der Gruppe ist toll. Wir Mamas haben drei Tage genäht und gebastelt, damit auch jeder das gleiche Kostüm anziehen kann“, freute sie sich.

Witzig geriet auch der Zug des Team-Theaters. Die Laiendarsteller hatten ihre Kostüme aus blauen Ikea-Taschen gebastelt. Tradition haben die Gastauftritte der Faschingsgarde aus Unterhaching „Die Gleisenia“. Das Prinzenpaar Melanie und Thorsten führte die zwölfköpfige Show-Tanzgruppe an. „Die Auftritte in Holzkirchen sind uns sehr lieb geworden in all den Jahren“, sagte Präsident Stefan Lex. 20 Minuten tanzte die Truppe, in Schwarz-Gold-Silber gekleidet, zu einer Musikauswahl der vergangenen 50 Jahre. Die Band Groove Garage sorgte mit Gassenhauern für Stimmung. Der Marktplatz verwandelte sich bis 19 Uhr in eine Outdoor-Disko.

Die Idee zum Motto hatte Damischen-Vize Andreas Pohl. „Ich wollte Holzkirchen schon seit ein paar Jahren in ein Wikinger-Dorf verwandeln, wurde aber immer wieder überstimmt.“ Umso mehr freute er sich über den riesigen Zulauf und die vielen Verkleidungen. „Wir dachten, es wird viel kälter. Meine Perücke juckt wie verrückt, und das Fell ist fast zu warm.“

Auch Bürgermeister Olaf von Löwis tauchte mit Frau Sibylle in perfektem Wikinger-Outfit auf. Süß war der kleine Patrick (5) aus Holzkirchen als Wicki. „Ich mag Wicki, der ist so mutig und gescheit“, fand Patrick. Unter die grimmigen Wikinger mischten sich auch Clowns, Ritter, Prinzessinnen und Schweinchen. Fürs leibliche Wohl sorgten die Vereine: Pommes, Krapfen, Garnelenspieße, Leberkas und Pulled Pork stärkten die Wikinger und deren Spießgesellen.

Von Kathrin Suda

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