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An der Industriestraße in Holzkirchen gibt es bisher nur eine Radlermarkierung an der Einfahrt in den Kreisel am Grünen Zentrum. 

Holzkirchen tritt AGFK bei

Mehr Schlagkraft beim Radverkehr

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Dieser Verein will den Freistaat aufs Rad bringen: Die Marktgemeinde Holzkirchen tritt der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) bei. 

Holzkirchen– Holzkirchen will sich vom Autoverkehr freistrampeln. Dafür ließ die Marktgemeinde ein aufwendiges Ortsentwicklungs- und Mobilitätskonzept erstellen (wir berichteten). Ziel ist es unter anderem auch, mehr Platz für Radfahrer zu schaffen.

Passend dazu diskutierte nun der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung darüber, ob er der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) beitreten möchte. Standortförderin Eva-Maria Schmitz stellte dem Gremium das Konzept vor. „Es wäre eine gute Verknüpfung zum Mobilitätskonzept“, erklärte sie.

Der Runde Tisch Rad hatte laut Schmitz bereits 2012 über eine Mitgliedschaft bei der AGFK diskutiert. Diese wurde aber aus finanziellen Gründen zunächst abgelehnt. Heuer im Juni stand das Thema dann erneut auf der Tagesordnung, eben weil der Expertenkreis eine gute Verbindung zum Mobilitätskonzept der Gemeinde sieht.

Laut Schmitz wurde die AGFK 2012 gegründet. „Die Initiative möchte den Freistaat aufs Rad bringen“, sagte sie. Und den Radverkehr stärken. Grundsätzlich fördert die AGFK die Mitglieder in Öffentlichkeitsarbeit, Information, Service und Infrastruktur. Sie tritt als Vermittler zwischen Politik, Verwaltung und kommunalen Interessen auf. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) ergänzte: „Sie ist eine Interessengemeinschaft, die die Kommune bei der Durchsetzung von Projekten gegenüber Behörden unterstützt.“ Als „geballte Kraft“ habe man da mehr Einfluss denn als Einzelner.

Aktuell zählt die AGFK rund 50 Mitglieder. Im Landkreis Miesbach – der sich selbst auch anschließen könnte – wäre Holzkirchen das erste. Weitere Mitglieder in der Umgebung sind zum Beispiel Bad Tölz, Oberhaching sowie die Landkreise München und Starnberg.

Und so kann sich eine Gemeinde der AGFK anschließen: Zunächst findet eine Ortsbesichtigung unter anderem durch AGFK, Oberste Baubehörde, ADFC, Polizei, Verkehrswacht und Landtagsfraktionen statt. Hierbei wird der Ist-Zustand aufgenommen, und die Kommune erfährt, wo noch Handlungsbedarf besteht. Anschließend wird die Gemeinde zunächst zum vorläufigen Mitglied, sie hat dann vier Jahre Zeit, die geforderten Kriterien umzusetzen. Gelingt dies, zeichnet sie das Bayerische Innenministerium als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ aus. Dann tritt die Kommune eine dauerhafte Mitgliedschaft an. Nach sieben Jahren findet eine Re-Zertifizierung statt.

Mitglieder bekommen beispielsweise eine Radzählstation, ein Lastenrad, Werbeplakate, Flyer und Seminare zur Verfügung gestellt. Eine Mitgliedschaft kostet 1000 Euro im Jahr. Angesichts dieser Kosten fragte sich Gemeinderat Hubert Müller (FWG): „Wäre es nicht gescheiter, wenn gleich der Landkreis dazu geht?“ Schmitz meinte: „Im Landkreis Miesbach wird das Thema auch diskutiert.“

Albert Kraml (CSU) sah die Sache kritisch. „Wozu brauchen wir das?“ Er wollte wissen, inwieweit die Kommune die Beitrittskriterien bereits erfülle. Laut der Standortförderin ist Holzkirchen in Bezug auf den Radverkehr „schon viel weiter als andere“, etwa, was Netzplanung und Infrastruktur wie Radwege oder Radschutzstreifen betrifft. Vieles sei vorhanden oder in Arbeit. Die Kommune hätte daher gute Chancen auf eine Auszeichnung. Sebastian Franz (CSU) mahnte an, den Bürgern die Wahlfreiheit zu lassen. „Wir dürfen ihnen nicht vorschreiben, das Rad zu nutzen.“

Kathrin Simmel (SPD) fand: „Das ist gut angelegtes Geld.“ Irmi Ammer (SPD) gefiel der Gedanke, dann einen besseren Draht zu den Behörden zu bekommen. „Das ist es wert.“ Das sah das Gremium am Ende ähnlich. Der Ausschuss stimmte geschlossen für die Mitgliedschaft bei der AGFK.

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