Hans Steingraber vom Autohaus Steingraber in Holzkirchen
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Optimistisch: Hans Steingraber vom Autohaus Steingraber in Holzkirchen rechnet für Juli mit mehr Nachfrage – auch wegen der niedrigeren Mehrwertsteuer.

„Wir geben die Ersparnis weiter“

Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Autos werden deutlich billiger“

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Die Mehrwertsteuersenkung soll die Wirtschaft ankurbeln. Das Autohaus Steingraber rechnet für Juli tatsächlich mit mehr Nachfrage - aber nicht nur wegen der Steuersenkung.

Mit einer Mehrwertsteuersenkung will die Bundesregierung die unter der Corona-Krise leidende Wirtschaft ankurbeln. Seit 1. Juli gilt bis Ende des Jahres der ermäßigte Satz von 5 statt 7 Prozent beziehungsweise 16 statt 19 Prozent. Ob der Nachlass tatsächlich in Form von günstigeren Preisen bei den Kunden ankommt, steht auf einem anderen Blatt. Die Geschäftstreibenden sind nicht zur Weitergabe verpflichtet. Wir haben uns beispielhaft bei zwei Geschäftsleuten umgehört. Wie das Autohaus Steingraber aus Holzkirchen die Mehrwertsteuersenkung handhabt, erklärt Geschäftsführer Hans Steingraber (46).

Das sagt Bäcker Florian Perkmann aus Miesbach zur Mehrwertsteuersenkung

Steuersenkung ein echter Mehrwert? „Autos werden deutlich billiger“

Herr Steingraber, drei Prozent Mehrwertsteuer auf Autos weniger – das macht viel aus, oder?

Stimmt. Kleinwagen werden im Durchschnitt 500 Euro billiger, bei größeren Modellen ist die Ersparnis größer. Da können schnell über 1000 Euro zusammenkommen.

Geben Sie den Rabatt an Ihre Kunden weiter?

Natürlich. Die Transparenz im Automarkt lässt gar nichts anderes zu. Im Internet können Kunden Preise schnell vergleichen. Jeder muss attraktive Konditionen bieten.

Wird der Rabatt das Geschäft beleben?

Schwierige Frage. Die letzten Monate waren sicher nicht repräsentativ. Im April hatten wir den Lockdown. Im Mai wurde die Konjunkturprämie angekündigt, deswegen haben viele den Kauf verschoben. Im Juni war es wegen der Mehrwertsteuersenkung ähnlich.

Brechen jetzt die Kunden über Sie herein?

Das ist die Hoffnung (lacht).

Wie kompliziert ist die Umstellung?

Die Bürokratie und der Aufwand im Haus sind enorm. Die Ware muss neu ausgezeichnet werden, die Hersteller müssen die Preislisten überarbeiten. Hinzu kommt die EDV. Wir haben Schnittstellen mit Herstellern, Rechnungsversand und Verkäuferarbeitsplätzen. Überall ist Mehrwertsteuer dabei. Das muss alles angepasst werden.

Lohnt sich die Senkung dann überhaupt für Sie?

Für den Fahrzeughandel ist es sinnvoll und hilft, die Nachfrage anzukurbeln. Die technische Seite wird in den nächsten Tagen aber für Kopfschmerzen sorgen.

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