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„Memoiren des Judas“: Holzkirchner schreibt Buch über Leben Jesu

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Autor Helmut Felzmann aus Holzkirchen
Helmut Felzmann aus Holzkirchen hat seinen ersten Roman „Die Memoiren des Judas“ vorgelegt – ohne Scheu vor Tabubrüchen. © Thomas Plettenberg

„Memoiren des Judas“: Der Holzkirchner Helmut Felzmann schildert in seinem neuen Buch das Leben Jesu ganz neu.  

Holzkirchen – Helmut Felzmann aus Holzkirchen hat schon mehrere Sachbücher veröffentlicht, sein bekanntestes handelt vom Turiner Grabtuch. Ermuntert von Lesern, hat er nun seinen ersten Roman vorgelegt. „Die Memoiren des Judas“ stellt die tradierte Geschichte der Bibel aus einer neuen Perspektive vor.

Der Roman erzählt das Leben Jesu aus der Sicht von Judas, jener Figur, die in der Bibel als der Verräter stigmatisiert ist. Felzmann beginnt mit einer Rahmenhandlung. Ihm, dem Autor, werden die Memoiren des Judas zugespielt. Noch bevor die eigentliche Erzählung beginnt, ist die erste von mehreren E-Mails an einen kritischen Leser eingebaut: Der Autor antwortet dem Schreiber auf Glaubensfragen, die sich der Leser vermutlich auch stellt. Die Erzählung beschreibt dann das Leben Jeshuas.

Judas und Jeshua waren Schulfreunde. Jeshua hat sich in seiner Familie immer unwohl gefühlt, bis er, kurz vor Schulabschluss, entdeckt, dass Joseph nicht sein echter Vater ist. Seine Mutter Maria war, kurz bevor sie mit Joseph zusammenkam, mit einem römischen Soldaten liiert. Er ist der echte Vater, weiß aber nichts von seinem Sohn, da er mit seiner Legion versetzt wurde. „Jeshua ist ein Kind der Sünde“, erklärt Felzmann. Ein Trauma, das er erst verarbeiten muss: Jeshua verschwindet einige Jahre, versucht, sich selbst zu finden. Der weitere Verlauf der Geschichte bis zur Kreuzigung bleibt parallel zur tradierten Geschichte. Mit dem Unterschied, dass Jeshua die Kreuzigung überlebt.

Er flieht zusammen mit Maria Magdalena, Maria und Judas. In Indien leben sie lange Zeit friedlich zusammen. Jeshua lernt den buddhistischen Lehrer Sherap Rinpoche kennen, setzt sich mit dem Buddhismus auseinander, nimmt die Lehre der vier edlen Wahrheiten in seine mit auf. Dann taucht plötzlich Barnabas im indischen Dorf auf. Er erzählt Jeshua, was sich nach seiner Flucht alles zutrug und dass ein gewisser Paulus sich zum Heilsapostel aufspiele. Das will Jesus nicht hinnehmen und schickt darum Judas zurück nach Palästina, um die Fakten richtigzustellen. Doch der Plan geht nicht auf.

Es gibt noch einige Nebenstränge, zu denen sich der Leser seine Gedanken machen kann. In Fußnoten, in denen Felzmann Fakten aus der Geschichte nennt oder die Bibel zitiert, glimmt der Sachbuchautor noch durch, er begibt sich nicht ganz auf die Ebene der Fiktion. Für den Leser sind diese plausiblen Argumente schwer zu überprüfen. Wer ihm folgen will, darf sich an Tabubrüchen nicht stören.

Jesus, mit seiner Botschaft und seinem Wirken, bleibt Menschen eben unbegreiflich fremd. Oft beschreiben Autoren in der Literatur Jesus als historische Figur, um mit plausiblen historischen Fakten sein Leben zu erklären und sein eigentliches Tun als Kritik in der Auseinandersetzung mit kirchlichen Machtstrukturen zu benutzen. „Warum nur muss die christliche Heilsgeschichte mit so vielen Opfern bezahlt werden?“, fragt sich Felzmann und kommt zu dem Schluss: „Da ist etwas fürchterlich schief gelaufen in Palästina.“

Es stecke sehr viel Herz in seiner Story, sagt der Holzkirchner. „Meine ganze Lebenserfahrung und das Wissen aus meiner Arbeit.“ Felzmann, ursprünglich promovierter Betriebswirt und Geschäftsführer eines Softwarehauses, führt heute eine Coaching-Praxis in Holzkirchen. „Mein Werk richtet sich an Leser mit therapeutischem Tiefgang“, so führt er weiter an. „An Menschen, die sich selbst auf die Reise zur Erkenntnis begeben wollen.“

Das Buch

„Die Memoiren des Judas“ ist als Book on Demand für zehn Euro zu haben (ISBN 9783754311660).

Von Sonja Still

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