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Ozapft werd: Die Landwirte Max Steinbacher, Hanna und Max Müller (v.l.) vom Strobl in Asberg eröffnen eine automatische Milchtankstelle.

„Für die Kühe macht es keinen Unterschied“

Milchtankstelle eröffnet in Asberg

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Asberg – An einer Milchtankstelle in Asberg bei Großhartpenning können Kunden künftig Milch am Automaten zapfen. Landwirt Max Müller (30) erklärt, was es damit auf sich hat. Ein Gespräch über Anonymität, entfremdete Kinder und Laktose-Intoleranz.

Herr Müller, an einer Milchtankstelle ist rund um die Uhr Milch zu haben. Braucht’s das?

Müller: Wir gehen davon aus, dass die Leute das gut annehmen werden. Die Kunden sind dann flexibler. Wer will, kann auch anonym Milch holen. Heutzutage trauen sich ja viele gar nicht mehr auf einen Hof fahren, um einzukaufen, weil sie Angst haben, die Bauern zu stören. Viele Kinder wissen daher gar nicht mehr, woher die Milch kommt.

Und jetzt sehen die Kinder, dass sie aus dem Automaten kommt...

Müller: Naja (er lacht), zumindest sehen sie die Kühe, die überall bei uns auf der Weide herumstehen.

Wie funktioniert so eine Milchtankstelle eigentlich?

Müller: Sie sieht aus wie ein Kühlschrank, funktioniert aber wie eine Tankstelle. Man schmeißt Geld ein, macht die Klappe auf, stellt die Flasche drunter, und die Milch kommt raus. Die Leute können die Flaschen entweder selbst mitbringen oder bei uns kaufen.

Und wie gelangt das weiße Gold von der Kuh zur Zapfsäule?

Müller: Wir melken die Kühe. Die Milch läuft zunächst in einen Behälter, wo sie von 25 auf vier Grad gekühlt wird. Danach kommt sie in den Automaten. In unseren passen 150 Liter.

Angeblich kommt ja nur Rohmilch raus. Ist das gesünder?

Müller: Ja, es handelt sich um unbehandelte Milch, so wie sie aus der Kuh rauskommt, nur gekühlt. Rohmilch enthält viele nützliche Darmbakterien, die wichtig für eine gute Verdauung und ein gutes Immunsystem sind. Auch lactose-intolerante Menschen vertragen sie besser.

Als Landwirt versprechen Sie sich doch bestimmt auch einen Vorteil davon...

Müller: Sobald der Automat abbezahlt ist, erzielen wir hoffentlich einen höheren Ertrag. Parallel dazu verkaufen wir natürlich weiterhin an die die Molkerei. Im Landkreis sind wir die vierte Milchtankstelle. Weitere gibt es bereits in Miesbach, Dürnbach und Fischbachau.

Werden die Kühe den Unterschied merken?

Müller: Nein, für die macht es keinen Unterschied. Wir stellen deswegen jetzt nicht die Fütterung um oder so was. Eine Kuh gibt eben so viel Milch, wie sie gibt.


Das Gespräch führte

Marlene Kadach

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