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Debütant am Lehrer-Pult: Alois Görtsch, 91 Jahre alt, (hinten) bei der Premiere im Foolst-Teater.

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Mit 91 zum ersten Mal auf die Bühne: Theater-Debütant Alois Grötsch im Interview

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Die Theaterbühne kennt kein Alter: Mit 91 Jahren debütierte Alois Grötsch in seiner Rolle als betagter Lehrer im Stück „Klassentreffen“. Im Interview verrät er, wie es dazu kam.

Holzkirchen - Während andere schon in jungen Jahren die große Bühne suchen, hat sich Alois Grötsch Zeit gelassen. Im fortgeschrittenen Alter von 91 Jahren feierte er nun allerdings sein Debüt als betagter Lehrer im skurrilen Stück „Klassentreffen“ des 50-Plus-Ensembles, dass am Wochenende im Holzkirchner Fools-Theater Premiere feierte.

-Herr Grötsch, Sie hatten am Mittwoch Premiere mit dem „Klassentreffen“. Dabei standen Sie zum ersten Mal mit Federspiel auf der Bühne. Hatten Sie vorher schon Theatererfahrung?

Nein, ich hab’ vorher in meinem Leben noch nie Theater gespielt, aber als Witwer bin ich allein, und da ist es ganz gut, wenn man was unternimmt, damit man nicht nur rumsitzt, sondern sich auch geistig beschäftigt.

-Wie sind Sie zum Theater gekommen?

Ich habe einspringen müssen. Ludwig Haas, der seit Jahren spielt, musste Pause machen, nachdem seine Frau voriges Jahr einen Unfall hatte und er sich um sie kümmern musste. Ich bin sozusagen der Lückenbüßer.

-Und da hat man an Sie gedacht?

Meine Tochter Renate spielt schon seit 1995 Theater. Die hat mir keine Ruhe gelassen.

-Und was hat Sie letztlich überzeugt?

Ich konnte mich lange nicht entschließen zu spielen, aber Agnes Kraus hat nicht locker gelassen und immer wieder damit angefangen. Als ich Bedenken wegen des Textlernens hatte, hat sie zuerst gesagt, ich müsse nichts sagen, sie bräuchten mich nur als Lehrer. So bin ich schubweise beim Seniorentheater gelandet.

-Und was sagt Ihre Tochter nun dazu, dass Sie sich entschlossen haben zu spielen? Hat sie Ihnen Tipps gegeben?

Sie findet das gut. Am Sonntag war sie auch bei der Probe dabei, und wir haben nachher über das Stück und das Spielen gesprochen. Tipps hat sie mir natürlich auch gegeben.

-Ihre Rolle ist die des Lehrers. Wie fühlt sich das für Sie als echten Lehrer auf der Bühne an?

Schon deshalb wollte ich nie auf die Bühne. Von 1958 bis 1977 war ich in Holzkirchen Lehrer, danach elf Jahre Schulleiter in Warngau. Vermutlich sitzen also einige Schüler bei den Zuschauern in den Reihen.

-Werden wir Sie nun öfter auf der Bühne sehen?

Noch habe ich mich nicht festgelegt, ob ich bei einem neuen Stück dabei sein werde. Fürs Hirn ist es bestimmt kein Nachteil. Aber meine Mitspieler sind alle jünger und schon viel routinierter. Ich habe Bedenken, ob ich mir größere Textumfänge noch merken kann. Auf jeden Fall habe ich mich gut in der Gruppe eingewöhnt und auch das Lampenfieber überwunden.

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