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Umfangreiches Beweismaterial fand die Polizei im Zimmer des 17-Jährigen.

Mittelschule Holzkirchen

Ex-Schüler (17) bricht mehrfach ein und hinterlässt Beleidigungen

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Zehnmal stieg ein 17-jähriger Valleyer in die Mittelschule Holzkirchen ein. Der ehemalige Schüler nahm mit, was ihm irgendwie wertvoll erschien, und hinterließ beleidigende Schmierereien - offenbar ein Racheakt gegen zwei Lehrer. 

Holzkirchen – Der junge Mann stahl Kameras und alles, was ihm irgendwie wertvoll erschien. Mehrfach stieg der jugendliche Dieb in die Räume der Mittelschule Holzkirchen ein, zuletzt einige Male im Februar und März. Zurück ließ er nach Angaben der Polizei unflätige Schmierereien, teilweise mit beleidigendem und obszönem Inhalt.

Nach aufwendigen Ermittlungen kam ihm die Holzkirchner Polizei jetzt auf die Schliche. Der 17-jährige Valleyer legte ein umfassendes Geständnis ab.

Wie die Polizei mitteilt, profitierte der junge Valleyer bei seinen „Besuchen“ von einschlägiger Ortskenntnis. Der 17-jährige hatte selbst die Mittelschule besucht, als ehemaliger Schüler kannte er sich in den Räumen aus.

Als Motiv vermuten die Ermittler Neugier, ein Austesten, was alles möglich ist. Dazu kommt eine Art skurriler Racheakt: Die zotigen Schmierereien in Klassenzimmern, einige davon laut Polizei mit pornografischem Hintergrund, richteten sich gegen zwei Lehrer, mit denen der Jugendliche während seiner Schulzeit offenbar Probleme hatte.

Kommen Einbrecher nur in der Nacht? Das ist die Wahrheit über die Einbrecher-Mythen

Die Einbrüche begannen im September 2017, zum Ende der Sommerferien. Insgesamt zehn „Besuche“ listet die Polizei auf. Der Valleyer ließ mitgehen, was er erwischte: Dokumenten-, Video- und Fotokameras sowie Lautsprecher, einen Beamer, sogar Bilderrahmen und Schlüssel. Nach Angaben der Polizei hortete er die Beute, verkauft wurde nichts. Den Gesamtwert des Diebesguts schätzt die Polizei auf rund 5000 Euro.

Die Ermittlungen stützten sich zunächst auf Spuren, die der Jugendliche bei seinen Einbrüchen hinterließ. Die entscheidenden Hinweise lieferte die Auswertung von Mobilfunkdaten. Durch Abgleich von Nummern und WhatsApp-Nachrichten kam die Polizei auf die Spur des Valleyers.

Die Erkenntnisse reichten für einen Durchsuchungsbefehl: Vor wenigen Tagen klingelten die Ermittler an der Wohnung im Gemeindegebiet Valley – zur Überraschung des 17-Jährigen und zum Entsetzen seiner Eltern.

Im Kinderzimmer fand sich nicht nur die Beute aus den Einbrüchen, sondern weiteres belastendes Material. Der junge Mann hatte Straßenschilder „unterschlagen“ sowie Wahlplakate aus dem Bundestagswahlkampf im Herbst 2017 gesammelt. Daneben entdeckten die Polizisten Messer und unerlaubte Schlagwaffen, auch Kleinkalliber-Munition.

Angesichts der erdrückenden Beweislast räumte der 17-Jährige die Taten ein und legte zwischenzeitlich ein vollumfängliches Geständnis ab – was ihm vor Gericht zu einem etwas milderem Urteil verhelfen könnte.

Die Anklage wird vielschichtig ausfallen: Nach Angaben der Polizei muss sich der junge Mann wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung, Verbreitung pornografischen Materials und besonders schwerem Diebstahl vor Gericht verantworten; dazu kommen Verstöße gegen das Waffengesetz.

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