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Braucht neue Fluchttreppen: Die Mittelschule Holzkirchen.

Die Uhr bis Ferienende tickt

Mittelschule braucht neue Fluchttreppen

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Die Rettungswegsituation an der Mittelschule ist unzureichend. Daher muss die Gemeinde zwei Fluchttreppen errichten. Kürzlich erst wurden in dem Gebäude auch Schadstoffe gefunden.

Holzkirchen – Die Mittelschule Holzkirchen kommt nicht zu Ruhe. Wie berichtet, kam kürzlich heraus, dass in den Gebäuden Schadstoffe wie künstliche Mineralfaser, Asbest und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe lauern. Allerdings sind die Mengen laut Rathaus „minimal“ und stellen in eingebauter Form keine Gefahr für Schüler und Lehrer dar. Ein sofortiger Handlungsbedarf bestehe nicht, hieß es. Aufwändiger wird es, wenn die Schule saniert wird und die Stoffe freigelegt und fachgerecht abgetragen und entsorgt werden müssen. Die Schadstoffsanierung falle aber kleiner aus als einst bei der benachbarten Grundschule – wo im Rahmen des Umbaus ebenfalls Schadstoffe zutage getreten waren.

Jetzt sorgt die Mittelschule an der Baumgartenstraße wieder für Aufsehen: Wie das Rathaus mitteilt, stellte man fest, „dass Verbesserungsmaßnahmen bei der Rettungswegführung“ nötig sind.

„Das Problem wurde bei einer Feuerbeschau festgestellt“, berichtet Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD), die derzeit den urlaubenden Olaf von Löwis (CSU) vertritt. Diese würden in unregelmäßigen Abständen stattfinden. Dabei habe man bemerkt, dass Mängel vorliegen und Verbesserungen anstehen. Konkret müssen laut Dasch zwei Fluchttreppen samt Podeste hinzukommen. Eine am Nordbau und eine im Bereich des Westbaus.

Und es pressiert: Zwar genössen der Neubau beziehungsweise die geplante Sanierung der Mittelschule Priorität. „Aber so lange können wir nicht warten“, betont Dasch. Daher werden die Fluchttreppen gleich und noch während der Sommerferien – in Absprache mit dem Landratsamt – angepackt. Bereits am Mittwochmorgen starteten die Bauarbeiter mit den Maßnahmen. Bis zum Schulanfang soll alles fertig sein. „Damit es keine Beeinträchtigungen im Schulbetrieb gibt.“

Unklar bleibt, warum die Mängel erst jetzt aufgefallen sind. Laut Bauamt wurden die Schulgebäude in den Jahren 1959 beziehungsweise 1988 genehmigt. Damals entsprachen die Rettungswege den Standards, meint Dasch. „Aber manchmal ändern sich die Dinge.“ Welche konkreten und jüngsten Neuerungen im Brandschutz nun eine Rolle spielen, kann die Zweite Bürgermeisterin nicht sagen. Wichtig: „Die Kinder waren aber nicht in Gefahr“, betont sie. Schließlich handle es sich um reine Vorsorgemaßnahmen. „Wir sind da sehr sensibel und uns der Verantwortung bewusst.“

Da der Gemeinde die Gebäude gehören, muss sie nun auch die Kosten für die Zusatzmaßnahmen schultern. Laut Dasch fallen im ersten Jahr dafür rund 65 000 Euro an. Im zweiten sind es dann circa 15 000 Euro an Miete, denn die Anlagen mietet die Kommune lediglich. „Das Geld ist da“, meint Dasch. Immerhin sind im Haushalt 2017 rund 250 000 Euro für die Mittelschule reserviert – ursprünglich gedacht war die Summe für die Planung der Sanierung. „Danach kommen die Treppen wieder weg“, erklärt Dasch. Denn für den Umbau gebe es ein völlig neues Konzept.

Wann genau die Sanierung gemacht wird, steht noch in den Sternen, aber: „Mein Vorschlag wäre, das jetzt vorzuziehen“, sagt die Vize-Rathauschefin. Immerhin sei der Zustand in der maroden Einrichtung sehr unbefriedigend. Aber: „Vor zwei Jahren wird das wohl nichts.“ Für die neue Planung beobachtet die Gemeinde auch die Schülerzahlen, die zuletzt bei Mittelschulen sanken. Laut Rektor Christian Turnwald aber ist das Tal überwunden, im neuen Schuljahr besuchen rund 270 Schüler die Einrichtung. Wünschenswert wäre in Daschs Augen, den M-Zug zu erhalten, damit Schüler dort weiterhin ihre Mittlere Reife erwerben können. Das sei eine wichtige Komponente für den Schulstandort Holzkirchen.

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