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„Es ist einfach ein altes Haus“: Die Mittelschule Holzkirchen muss saniert werden. 

„Wir wissen, dass die Mittelschule in einem katastrophalen Zustand ist.“

Warten auf die Sanierung

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Undichte Fenster, lädierte Heizung und vieles mehr: Die Mittelschule in Holzkirchen muss dringend saniert werden. Noch heuer will die Gemeinde die Planung vertiefen.

Holzkirchen– Christian Turnwald, Leiter der Mittelschule Holzkirchen, übt sich in Geduld: „Mein Status ist der des Wartenden“, sagt er. „Ich gehe davon aus, dass in absehbarer Zeit was passiert.“ Wobei „absehbar“ ein dehnbarer Begriff sei. Er hofft auf das Beste. Das heißt konkret: Turnwald baut darauf, dass seine Mittelschule bald saniert wird. Auch Birgit Eibl (FWG) hatte sich jetzt in der Gemeinderatssitzung nach dem Fahrplan erkundigt.

Wie berichtet, packte die Gemeinde als erstes den Osttrakt der alten Schulgebäude an der Baumgartenstraße an. Die Grundschule wurde saniert und erweitert, seit September 2016 läuft dort der Schulbetrieb wieder. Auch die Mittelschule mit Pavillon, Ost- und Westtrakt braucht eine Frischekur. „Es ist einfach ein altes Haus“, sagt Turnwald. Es falle schon mal die Heizung aus. „Dann kann man im Pavillon nicht unterrichten.“ Der habe es ohnehin am Nötigsten, sei „insgesamt marode.“ Bislang konnte man solche Zwischenfälle gut überbrücken. Keine dauerhafte Lösung. Auf weitere Mängel möchte er nicht eingehen, um sich nicht zu viel zu beklagen. Bürgermeister Olaf von Löwis räumt weitere Schwachstellen ein: „Es ist feucht, und Fenster sind undicht.“ Kurz: „Wir wissen, dass die Schule in einem katastrophalen Zustand ist.“

„Heuer werden wir in der Planung weitermachen“, erklärt Löwis. Auch bei den Haushaltsberatungen tauche die Einrichtung auf. Laut altem Haushalt sind für die Sanierung samt Mensabau von 2017 bis 2019 rund 4,95 Millionen Euro reserviert. Gemacht sei zumindest die Schadstoffuntersuchung – wie berichtet, hatten unerwartet zutage getretene Schadstoffe bei der Sanierung der Grundschule für Wirbel gesorgt. Das Ergebnis für die Mittelschule: Es habe sich kein Hinweis auf Sofortmaßnahmen zum Schutz der Nutzer ergeben, heißt es aus dem Rathaus.

Vorerst gehe es darum, welche Dimensionen die Sanierung oder ein Umbau umfassen, sagt Löwis. Ursprünglich sei man von einem viel größeren Schülerzuwachs ausgegangen, habe mit einem zusätzlichen Stockwerk geplant. „Das muss jetzt geprüft werden.“ Bedarfsgerecht müsse es sein. Auch Kooperationen sollte man im Auge behalten. Die Mittelschule bilde mit Otterfing, Valley und Warngau einen Schulverband. „Das heißt, die vier Gemeinden betreiben die Mittelschule.“ In Valley gibt es zwei Mittelschulklassen. Man müsse auch über deren Zukunft reden. Absprachen fallen ferner im Schulverbund an, in dem sich die Mittelschulen in Holzkirchen, Rottach-Egern und Valley Angebote aufteilen. „Der Ball liegt für mich jetzt bei der Schule“, sagt Löwis.

Momentan besuchen laut Turnwald rund 270 Schüler seine Einrichtung. „Wir sind gut belegt.“ Bei einer angenehmen Klassenstärke von teilweise unter 20 Schülern. Insgesamt schrumpften die Zahlen an Mittelschulen in den vergangenen Jahren, auch weil Kinder an höhere Einrichtungen abwanderten. „Man kann den anderen Schularten keinen Vorwurf machen.“ Trotzdem: „Die Mittelschule wäre für viele Schüler die richtige Schulart.“ Viele Eltern würden das abwehren, glauben, dass ihr Kind hinterher „an der Kasse sitzt.“ Dabei könne einen der Abschluss auf viele Wege führen. Inzwischen bewege sich die Zahl auf einem stabilen Niveau. Er glaubt an einen steigenden Trend.

Mehr Raum bräuchte seine Schule für Ganztagesangebote. Die bisherigen gebundenen Ganztagesklassen für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe – deren Unterricht dauert bis 16 Uhr – haben sich bewährt. Im kommenden Schuljahr plane man eine offene, jahrgangsgemischte Ganztagesschule für ältere Schüler. Mehr Platz für Differenzierungsräume wäre begrüßenswert. „Für die gezielte Förderung von schwachen und starken Schülern.“ Auch eine Mensa hält er „für eine gute Sache“. Bislang essen Schüler in einem normalen Raum zu Mittag.

Die Mittelschule habe „höchste Priorität“, betont Löwis. Er wolle sich bald persönlich nochmals ein Bild vor Ort machen. Eventuell könne man fürs Erste Schwachstelle provisorisch flicken.

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