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Auf die Tacho-Nadel achten müssen Autofahrer derzeit auf der Münchner Straße. Hier gilt seit nunmehr einer Woche eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. 

Modellversuch Tempo 30

„Autofahrer sind jetzt entspannter“

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Seit einer Woche gilt auf der Münchner StraßeTempo 30. Der drei Monate dauernde Test soll zeigen, ob die Strecke so für Radler attraktiver wird. Holzkirchens Fahrradbeauftragter zieht ein erstes positives Fazit.

Holzkirchen – Dass Autos zumindest vorübergehend einen Gang zurückschalten müssen, ist für Hartmut Romanski eine Errungenschaft: „Bisher lief man bei Vorstößen, auf übergeordneten Straßen Tempo 30 einzuführen, gegen eine Wand“, sagt der Fahrradbeauftragte der Marktgemeinde, „es war geradezu ein Tabu.“ Auf Staatsstraßen – wozu die Münchner Straße zählt – gelte in Bayern noch immer der Primat des motorisierten Verkehrs. „Die vorherrschende Meinung ist, Autos müssen freie Fahrt haben.“

Vor diesem Hintergrund findet Romanski, dass der Test eine Chance für Holzkirchen sei, die Geschwindigkeitsbeschränkung dauerhaft zu bekommen.Dafür müsse man der Staatsregierung zeigen, dass durch die Maßnahme tatsächlich mehr Radler auf der Münchner Straße unterwegs sind. Er appelliert deshalb an alle Radler, während des Versuchs bevorzugt die Münchner Straße zu nutzen. „Ich selbst vermeide die Strecke an sich auch und nehme lieber die autofreien Radwege, aber derzeit fahre ich möglichst viel über die Münchner Straße.“

Romanski kann Kritiker durchaus verstehen, die sagen, die Münchner Straße sei keine Radroute. „Es stimmt: wir haben den Reitschulweg und den Bahnhofsweg, aber Fakt ist auch: Man kommt als Radler um die Münchner Straße nicht ganz herum.“ Wer beispielsweise zur Post, zur Eisdiele Franzetti oder zur Hofpfisterei wolle, müsse über die Münchner Straße fahren. Bisher sei das kein Vergnügen gewesen. Dass viele Radler regelwidrig den Gehweg nutzen, zeige, dass sie sich auf der Münchner Straße nicht sicher fühlten.

Romanski ist sich sicher, dass die Mehrheit der Autofahrer kein Problem mit Tempo 30 hat. „Ich bin selbst auch Autofahrer. Mir ist aufgefallen, dass der Verkehr nun gleichmäßiger fließt.“ Weniger Stauungen seien auch für Autofahrer angenehm. „Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Autofahrer jetzt entspannter sind. Sie halten auch die eineinhalb Meter Abstand zu den Radlern besser ein.“

Lesen Sie auch: Tempo-Sünder müssen zahlen

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