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Benni Adjei holte für die Grünen ein Direktmandat.

„Holzkirchen ist ein Stück Heimat für mich“

Grünen-Überraschungssieger in Moosach Benni Adjei kommt aus Holzkirchen: Im Interview

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Benni Adjei wohnte lange in Holzkirchen, jobbte hier bis zuletzt in einem Fitnesscenter. Jetzt wartet eine neue Aufgabe auf den 28-Jährigen: Abgeordneter im Landtag. 

Holzkirchen 0,1 Prozent sind nicht viel. Aber dieser hauchdünne Vorsprung reichte Benjamin „Benni“ Adjei, um im Stimmkreis Moosach ein kleines Wunder zu vollbringen: 

Der 28-Jährige holte für die Grünen ein Direktmandat – ein Kunststück, das seiner Partei nur sechsmal gelang (fünfmal in München, einmal in Würzburg). Adjei lebt seit 2011 in Taufkirchen, wurde aber in Tegernsee geboren, verbrachte seine ersten Lebensjahre in Schliersee und wuchs nach dem Umzug in Holzkirchen auf. Die Mutter, die aus Nordrhein-Westfalen nach Bayern zog, wohnt hier noch immer. Mit dem Vater, der aus Ghana stammt, zog Benni Adjei 2011 nach Taufkirchen. „Mich verbindet viel mit Holzkirchen und dem Landkreis Miesbach“, sagt der 28-jährige Single. Das wollen wir genauer wissen.

Herr Adjei, Glückwunsch zum Einzug ins Maximilianeum. Den Schock schon verdaut?

Benjamin Adjei: Ja, es geht. Das Auszählen hat sechs Stunden gedauert, ein echter Krimi. Aber als ehemaliger Fußballer der SF Föching kenne ich das Gefühl, wenn ein Spiel auf der Kippe steht.

Hand aufs Herz: Haben Sie im Vorfeld an den Sieg geglaubt?

Benjamin Adjei: Ich habe mir ausgerechnet, dass es 25 Prozent werden können, das schon. Aber dass es zum Direktmandat reicht, hätte ich nie gedacht.

Was hat die Grünen-Prominenz gesagt zu diesem Coup?

Benjamin Adjei: Die Katha (Spitzenkandidatin Katharina Schulze, Anm. d. Red.)kenne ich ja gut, ich bin im Landesverband ganz gut vernetzt. Die ist fast ausgeflippt, als sie das mitbekommen hat. Ich glaube, die hat sich mehr für mich gefreut als über ihren eigenen Sieg in Milbertshofen.

Hier gibt es unseren Wahlticker mit allen Ergebnissen zum Nachlesen.

Kamen auch Reaktionen aus Ihrem Heimatlandkreis Miesbach?

Benjamin Adjei: Klar, der Robert Wiechmann, Dritter Bürgermeister in Holzkirchen, hat gratuliert, auch der Beppo Rzehak (Landrat, Anm.). Wir stehen in gutem Kontakt.

Viele Holzkirchner kennen Sie vom Fitness-Center im Holzkirchner Atrium. Dort jobben Sie ja sogar im Service. Damit dürfte es jetzt wohl vorbei sein.

Benjamin Adjei: Das schaffe ich nicht mehr. Ich will mich auf die Arbeit im Stimmkreis konzentrieren. Acht Jahre war ich da, immer am Wochenende, während meines IT-Studiums. Es sind nette Kollegen, ein tolles Team. Sport und Fitness sind ein großes Thema für mich. Und ich bin gern in Holzkirchen, dort wohnen viele Freunde. Ich hoffe, dass die Holzkirchner mich auf der Oberbayern-Liste gewählt haben. Bin gespannt.

Lesen Sie auch: Landtagswahl im Stimmkreis Miesbach: Die heftigsten Pleiten, die größten Zuwächse

Welche politischen Themen sind Ihnen wichtig?

Benjamin Adjei: Verkehrspolitik und Digitalisierung. Der ÖPNV gehört ausgebaut. Bei der Digitalisierung denke ich auch an die sozialen und gesellschaftlichen Möglichkeiten: Wenn Menschen dank moderner Technik weniger arbeiten müssen, bleibt mehr Zeit für Vereine, Feuerwehr, Familie.

Wir gehen davon aus, dass Sie auch irgendwie unser Abgeordneter sind. Was dagegen?

Benjamin Adjei: Überhaupt nicht. Bei den Holzkirchner Grünen schaue ich sowieso regelmäßig vorbei. Vielleicht kann ich als Abgeordneter den Landkreis Miesbach sogar offiziell mitbetreuen. Mal schauen. Holzkirchen ist schon noch ein Stück Heimat für mich.

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