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Als Bunny im Einsatz: Sabine Schwaiger (3.v.l.) präsentiert sich regelmäßig im Hasenkostüm, hier bei einer Spendenübergabe an eine Kinderklinik. 

Mitglieder sammeln Geld für soziale Zwecke

Interview mit einem Streetbunny: Deshalb trägt dieser Motorradclub Hasenkostüme

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In weißen und zartrosa Hasenkostümen befahren die Streetbunnys seit einigen Jahren die Straßen. Dahinter steckt ein etwas anderer Motorradclub. Schon bald könnten die Bunnys auch den Landkreis Miesbach erobern.

Holzkirchen – Wer an Motorradclubs denkt, denkt meist auch an schwere Stiefel, harte Jungs und schwarze Leder-Montur. Doch es geht auch anders: Seit 2012 gibt es in Deutschland die „Streetbunny“-Bewegung. Dabei fahren Frauen und Männer in rosa oder weißen PlüschhasenKostümen durch die Landen. Auch für die Region München gibt es eine Streetbunny-Crew. Mit dabei: die gebürtige Holzkirchnerin Sabine Schwaiger. Die 40-Jährige, die mittlerweile in Lenggries zuhause ist, will mit ihren Bunnys nun den Landkreis Miesbach erobern und dort neue Mitglieder gewinnen. Wir haben nachgefragt, wie man zum bikenden Plüschhasen wird.

Frau Schwaiger, Sie und Ihre Mitstreiter setzen sich in Plüschhasen-Kostümen auf Motorräder. Wie um alles in der Welt kam es dazu?

Sabine Schwaiger: Vor etwa sechs Jahren sind die Jungs aus Jux und Tollerei in rosa Hasenkostümen Motorrad gefahren. Dabei haben sie viel Aufmerksamkeit bekommen – die Leute waren fröhlich und haben gelacht. Da haben sich die Jungs gedacht, diesen positiven und aufmerksamkeitserregenden Effekt sollte man eigentlich für soziale Arbeite nutzen. Das war der Ursprung der Streetbunnys. Die besagten Jungs waren sozusagen unsere Gründer.

Es geht also darum, Spenden für soziale Zwecke zu sammeln?

Sabine Schwaiger: Ja, wir sammeln Geld, das zu hundert Prozent an sozial Schwache oder Benachteiligte in unserer Gesellschaft geht. Insbesondere an Kinder. Wir unterstützen zum Beispiel das Kinderhaus Atemreich in München und die Kinder-Rheuma-Klinik in Garmisch. Dabei überbringen wir nicht nur das Geld und Sachspenden, sondern sorgen mit unseren Hasenkostümen auch für strahlende Gesichter und Lachen bei den Kindern.

Lesen Sie auch: Die Edelweißpiraten aus Weyarn: Ein Motorradclub mit Herz

Und jetzt gehen Ihnen die Hasen aus. Warum suchen Sie ausgerechnet im Landkreis Miesbach nach neuen Bunnys?

Sabine Schwaiger: Wir kommen oft durch den Landkreis Miesbach, waren zum Beispiel schon oben am Spitzing. Als gebürtige Holzkirchnerin hab ich mir gedacht, es kann doch nicht angehen, dass wir hier völlig unbekannt sind. Deshalb rühren wir jetzt die Werbetrommel in der Region.

Aber Mut und Selbstbewusstsein braucht es schon, um in einem Hasenkostüm Motorrad zu fahren, oder?

Sabine Schwaiger: (Lacht) Ja, und nicht nur das. Vor allem im Hochsommer ist das Bunny-Dasein eine harte Angelegenheit. Wir tragen unter unseren Plüschkostümen nämlich nicht nur T-Shirts, sondern aus Gründen der Vorbildfunktion und Sicherheit die komplette Schutzkleidung. Da kann man ziemlich ins Schwitzen kommen. Letztes Jahr sind wir bei 32 Grad in einem Korso mitgefahren, da läuft einem schon die Suppe runter. Das ist eine Herausforderung.

Apropos: Gibt’s ein Aufnahmeritual?

Sabine Schwaiger: Wir haben gesagt, wenn wir neue Hasen gewinnen können, gibt’s auch ein neues Ritual. Zu viel verraten möchte ich nicht – nur so viel: Die neuen Mitglieder sollten gerne rohes Gemüse essen.

Ich seh schon: Der Spaß kommt bei den Bunnys nicht zu kurz.

Sabine Schwaiger: Wenn wir auch für ein ernstes Ziel fahren, so steht der Spaßfaktor bei uns doch ganz oben. Wir können uns alle auch privat gut riechen und treffen uns regelmäßig zum Grillen oder zu Stammtischen. Die Leute, die bei uns mitmachen wollen, sollten gerne lachen und sie sollten offen sein. Ansonsten brauchen sie keine bestimmten Voraussetzungen. Ach ja, eines noch: Wenn wir die Bunnys tragen, trinken wir grundsätzlich keinen Alkohol und halten uns an die Straßenverkehrsordnung.

Das hat mit den üblichen Klischees, die man von Motorradclubs so hat, recht wenig zu tun. Wie reagieren die anderen Biker auf Sie und die Bunnys?

Sabine Schwaiger: Wir sind immer wieder auf Biker-Festen vertreten und sind dort sehr, sehr beliebt. Besonders gerne fassen uns die Leute an den Puschel. Ich trage auf meinem Puschel den Spruch „Touch my Puschel and Cash“. Heißt, wer meinen Puschel berührt, muss eine Spende herausrücken. Ich mache das gern, denn ich weiß ja, wofür ich es tue. Jeder, der bei uns dabei ist, trägt sein Bunny mit Stolz.

Hier können sich Interessierte melden

Wer sich den Streetbunnys anschließen möchte, kann sich bei Sabine Schwaiger unter Telefon 08042 / 9689325 melden.

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