Amtsgericht verurteilt 36-Jährigen wegen Betrugs mit Paypal

Münchner lässt sich Essen liefern - Holzkirchner sollte Zeche zahlen

Er bestellte sich Essen beim Lieferdienst - zahlen ließ er einen Holzkirchner, und das mit einem Paypal-Account, von dem der Holzkirchner gar nichts wusste. Dafür ist ein Münchner (36) jetzt am Amtsgericht gerade noch an einer Haftstrafe vorbeigeschrammt. 

Holzkirchen –Wegen Computerbetrugs musste sich ein 36-jähriger Münchner vor dem Amtsgericht Miesbach einfinden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in ihrer Anklageschrift vor, im Frühjahr 2018 mit den Bankdaten eines 32-jährigen Holzkirchners einen PayPal-Account erstellt und diesen für eigene Bestellungen genutzt zu haben – hauptsächlich für Essen von einem Lieferservice. Über 400 Euro Schaden entstanden dem Holzkirchner dadurch: Die Zeche wurde vom Lieferservice ohne sein Wissen, geschweige denn Einverständnis abgebucht.

„Ein Missverständnis“, beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Er erklärte, er und der geprellte Holzkirchner würden sich aus ihrer ursprünglichen Heimat Bosnien kennen, seien dort auch Nachbarn. Er habe dem 32-Jährigen nur helfen wollen, als dieser vor einem Jahr gerade nach Deutschland gekommen war, sagte der Münchner Familienvater aus. Das Konto beim Online-Bezahldienst PayPal habe er deshalb in Absprache für den 32-Jährigen eingerichtet. Ein Foto der Bankkarte soll ihm der Holzkirchner dazu per WhatsApp geschickt haben. Über die Abbuchungen hätte dieser „ziemlich sicher“ Bescheid gewusst, beteuerte der arbeitslose Münchner. „Ich habe nur Essen bestellt.“ Da sei keine böse Absicht dahinter gewesen, und überhaupt habe er dem 32-Jährigen im vergangenen August 350 Euro zurückgezahlt.

Diese Aussagen ließen sich allerdings nicht mit den Angaben des Holzkirchners in Übereinstimmung bringen, der über eine Dolmetscherin als Zeuge gehört wurde. Er erklärte, die beiden seien zwar befreundet, das Foto von seiner Bankkarte habe er aber nur verschickt, weil er so an den Lohn seiner Arbeitsstelle kommen wollte, die ihm der Münchner vermittelt hatte. Der landwirtschaftliche Techniker betonte immer wieder, er wisse gar nicht, was PayPal eigentlich ist. Er habe nur gemerkt, dass Geld von seinem Konto verschwunden und auf den Auszügen der Name des Münchners aufgetaucht sei. Damit habe er sich an die Polizei gewandt. Beide Männer gaben an, zur Zeit der Anzeige zerstritten gewesen zu sein, sich nun aber wieder gut zu verstehen und die Sache für sich erledigt zu haben.

Aufgrund des Vorstrafenregisters des Angeklagten, das unter anderem bereits mehrere Betrugsfälle umfasst, und eines noch laufenden Bewährungsverfahrens, forderte die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von elf Monaten ohne erneute Bewährung. „Elf Monate sind zu viel, da muss ich in Berufung gehen und mir einen Anwalt holen“, beklagte sich der Münchner und beteuerte weiter, dass ihm die Sache sehr leid täte. Richter Walter Leitner verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, setzte diese aber zur Bewährung auf drei Jahre aus.

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„Schwer hat’s Ihnen der Geschädigte nicht gemacht, aber Sie haben sein Vertrauen ausgenutzt“, kommentierte der Amtsrichter und stellte klar: „Das Gericht glaubt dem Zeugen.“ Der Angeklagte sei des Computerbetrugs schuldig, dennoch könnten einige Punkte zu seinen Gunsten angeführt werden. Der Münchner habe ein Teilgeständnis abgelegt, sich mit dem Holzkirchner versöhnt und Geld zurückgezahlt. Außerdem hole er im Moment eine Ausbildung nach, um seine Situation zu verbessern. „Es besteht Hoffnung“, befand der Richter. 

jw

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