Wie sind sie hineingelangt? 

Mysteriöser Fall: Flüchtlinge passieren die Grenze - in vom Zoll verplombtem Lastwagen

Zwei Flüchtlinge passieren unbemerkt in einem verplombten Lastwagen die Grenze - und keiner weiß, wie sie da hineingekommen sind. Ein Fall vom Wochenende auf der A8 gibt Rätsel auf.

Holzkirchen - Ins Rollen kam der ganze mysteriöse Fall, weil sich am Samstag gegen 13 Uhr ein Autofahrer bei der Polizei in Rosenheim gemeldet hat. Er erklärte, er habe gerade die Anschlussstelle Rosenheim passiert und einen Sattelzug überholt. Dabei war ihm eine Hand aufgefallen, die durch die Plane des Lastwagens gesteckt wurde.

Eine Zivilstreife der Autobahnpolizei Holzkirchen konnte den Sattelzug aus Mazedonien in Weyarn „abfangen“ und zur Kontrolle zur Dienststelle der Autobahnpolizei Holzkirchen lotsen. Dort wurde der Lkw von weiteren Beamten in Empfang genommen.

Aus der Plane ragte eine Hand heraus

Es wurde zunächst festgestellt, dass die Plane im hinteren Teil des Aufliegers in Fahrtrichtung links, auf einer Höhe von rund 1,80m (gemessen von der Ladefläche) so aufgeschnitten war, dass eine Hand durchgesteckt werden konnte.

Der Lkw-Fahrer, ein 54-jähriger mazedonischer Staatsbürger, war zunächst ruhig und schien von einer „normalen“ Kontrolle auszugehen. Bis zu diesem Zeitpunkt machten sich keine Personen auf der Ladefläche bemerkbar.

Die Beamten forderten den Lkw-Fahrer auf, die hintere Ladetüre des Aufliegers zu öffnen. Er deutete an, dass sein Lkw verplombt sei. Einer erneuten Aufforderung, die Plombe zu brechen und das Fahrzeug zu öffnen, kam der Lkw-Fahrer dann nach.

Unmittelbar nach Öffnen der Ladetüre kamen aus einem Fenster eines geladenen Bürocontainers zwei junge Männer zum Vorschein, die versuchten einen Rollladen hochzuheben, um aus dem Lkw zu klettern.

Wie kamen die Männer in den verplombten Lkw?

Nach Öffnen des gesamten Aufliegers wurde festgestellt, dass dieser mit zwei Bürocontainern beladen war, die auf Baustellen eingesetzt werden. Diese Container hatten auf der linken Seite keine Wände, sodass es den beiden Flüchtlingen aus Afghanistan (16 und 17 Jahre) gelang, den Schnitt in die Plane zu machen. 

Wie die Flüchtlinge auf den verplombten Lkw gelangen und zwei Grenzen mit Kontrollen passieren konnten, ist bislang nicht geklärt. Nach der Erstversorgung der leicht unterkühlten Jugendlichen bei der APS Holzkirchen und den ersten polizeilichen Maßnahmen, wurden sie zur weiteren Bearbeitung der Bundespolizei übergeben. Der Lkw-Fahrer wurde gegen 23 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa / Armin Weigel

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