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Mysteriöses Rätsel: Wo ist die Erdkröte hin verschwunden?

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Von: Andreas Höger

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Mysteriöses Rätsel: Wo ist die Erdkröte hin verschwunden?
Kommt normalerweise in großer Zahl: Erdkröterich (r.). Projektleiter Helmut Schneider zählt deutlich weniger Amphibien las im Vorjahr. © Holzkirchner Merkur

Wo sind nur die Erdkröten? Die Helfer des Amphibien-Schützer am Teufelsgraben stehen vor einem Rätsel. Wie jedes Jahr haben sie die Zäune aufgestellt - aber die Kröten blieben weg...

Holzkirchen Im Vorjahr trugen sie fast 3900 Kröten über die Dietramszeller Straße (Staatsstraße 2073), heuer waren es nur 2500 Tiere. „Es waren deutlich weniger Amphibien unterwegs als in den vergangenen Jahren“, stellt Projektleiter Helmut Schneider fest, „über die Gründe können wir nur spekulieren.“

Um den liebestollen Kröten und Fröschen den Verkehrstod zu ersparen, baute Schneiders Team auch heuer Fangzäune und Sammeleimer auf. Die Amphibienwanderung dauerte 34 Tage, ein üblicher Wert. Schon am 6. März – einen Tag nach Zaunbau – war der erste Springfrosch unterwegs. Da die Temperaturen wieder unter Null fielen, dauerte es bis 18. März, ehe die große Wanderung begann. In den folgenden acht Tagen wanderten 2400 Erdkröten, 20 Grasfrösche, neun Springfrösche, 93 Bergmolche sowie 94 Teichmolche zum Laichgewässer. „Allein 650 Tiere brachten wir am 20. März über die Straße“, berichtet Schneider.

Wunderlich bleibt der ungewöhnliche Rückgang der Erdkröten. „Das waren 30 Prozent weniger als voriges Jahr“, staunt auch Schneider. Womöglich liege das an Wetterkapriolen wie längeren Frostphasen im Winter oder massiven Veränderungen in den Sommer- oder Winterquartieren. „Da Erdkröten-Weibchen nur einmal in ihrem Leben ablaichen, könnten auch starke Schwankungen bei der Zahl der Weibchen solche Veränderungen nach sich ziehen“, mutmaßt der BN-Projektleiter.

Bei Grasfröschen und Molchen blieben die Zahlen konstant. Erfreut waren die BN-Helfer über die vielen Springfrösche, deren Zahl sich gegenüber 2016 verdoppelt hat. Schneider: „Das ist besonders schön, weil es sich um eine gefährdete Art handelt.“

Da die Tiere bei der Straßenquerung im Teufelsgraben nicht nur auf menschliche Retter angewiesen sind, sondern auch zwei Amphibiendurchlässe nutzen können, ist die Zahl der Wanderer höher als die der Geretteten. „Wir gehen davon aus, dass weitere 300 Amphibien unterwegs waren“, sagt Schneider. Insgesamt dürften also heuer im Teufelsgraben etwas mehr als 3000 Amphibien zum Laichgewässer gewandert sein.

Der Einsatz des siebenköpfigen Helferteams (Katrin Baumgartner, Henriette Hofmeier, Claudia Hüttl, Alexander Küpper, Sabine Maier, Stefan Schmucker und Helmut Schneider) verlief ohne Zwischenfälle. Nur einmal gab es eine seltene Begegnung: In einem Fangeimer strampelte eines Morgens eine seltene Waldeidechse, die nicht zur „Zielgruppe“ gehörte und deswegen an Ort und Stelle wieder der freien Wildbahn überlassen wurde.

avh

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