+
Heinz Frizberg (78) gibt nach sechs Jahrenseinen Posten als Leiter auf. 

 „Video-Amateure sind ältere Jahrgänge“

Nach 22 Jahren: Amateurfilmer-Treff löst sich auf

  • schließen

Es begann mit Horst Orlich, es endet unter Heinz Frizberg. 22 Jahre nach ihrer Gründung steht die Reihe „Zu schade für die Schublade“ – ein Treff für Amateurfilmer – vor ihrer letzten Ausgabe.

Holzkirchen – 22 Jahre lang hatten Amateurfilmer aus der Region bei der vhs-Reihe „Zu schade für die Schublade“ in Holzkirchen eine Plattform, um ihre mühsam gefertigten Werke zu zeigen. Am Freitag, 26. Januar, bietet sich diese Gelegenheit nun zum letzten Mal. Heinz Frizberg (78) aus Tegernsee, Leiter der Veranstaltungsreihe, erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, warum diese Tradition zu Ende geht und was für das große Finale geplant ist.

-Herr Frizberg, die Reihe „Zu schade für die Schublade“ findet am Freitag, 26. Januar, zum letzten Mal statt. Warum?

Frizberg: Aus Altersgründen – wie schon vor sechs Jahren, als Horst Orlich die Leitung abgegeben hat. Jetzt bin auch ich in einem Alter, in dem ich nicht mehr weitermachen will.

-Auch, weil die Resonanz abgenommen hat?

Frizberg: Ganz im Gegenteil. Der Veranstaltungsraum fasst 50 Personen, der war immer ziemlich voll. Manchmal mussten wir sogar extra Stühle aus einem anderen Raum holen.

-Mit ihrem Rückzug stirbt nun auch die Veranstaltungsreihe. Warum?

Frizberg: Die Ottobrunner, die bislang immer zu uns gekommen sind, hätten eventuell Interesse gehabt, das Ganze bei sich unter gleichem Namen weiterzuführen. Herr Orlich, Erfinder des Namens, und ich haben aber relativ schnell beschlossen, dass wir das nicht wollen.

-Hat sich vor Ort kein Nachfolger gefunden?

Frizberg: Das Problem ist, dass die Video-Amateure alles eher ältere Jahrgänge sind. Die Jugend macht kurze Filmsequenzen mit dem Smartphone. Die können sie dann auch gleich herzeigen. Ich sehe das ja bei meinen Söhnen. Wir Video-Amateure haben dagegen sehr viel Arbeit. Nach dem Dreh müssen wir Material sichten, schneiden und korrigieren. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Und wenn meine Söhne oder meine Enkel tatsächlich mal etwas mit der Videokamera filmen, dann bekomme ich das Material zum Schneiden (lacht).

-Jetzt kommt es zum großen Finale. Haben Sie zum Abschluss noch einmal besondere Filme aus der Schublade geholt?

Frizberg: Da sind schon einige preisgekrönte Werke dabei. „Altiplano“ von Toni Ackstaller hat Gold bei den Deutschen Meisterschaften der Amateurfilmer geholt, genauso wie Orlichs „Flimmer-Killer-Spiele“. Mein Film „Der Lama Treck“ hat bei den Bayerischen Meisterschaften einen Publikumspreis gewonnen. Und etwas Brandaktuelles haben wir auch dabei: Die Doku „Das geteilte Dorf“ von Klaus Häusler behandelt das gleiche Thema wie der ZDF-Serie „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“, der kürzlich lief. Nur dass die Doku bereits 2014 gedreht wurde. Aber keine Sorge, das ist reiner Zufall (lacht).

-Haben Sie sich auch ein besonderes Rahmenprogramm überlegt?

Frizberg: Nein. Wir hatten die Vorführzeit immer auf zwei Stunden begrenzt – die überschreiten wir diesmal ohnehin. Da ist kein Platz mehr für etwas anderes. Deswegen geht es danach weiter wie gewohnt: Bei Brötchen und Wein wird über die Filme diskutiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kein Kies zu holen in der Kiesgrube
Erheblicher Sachschaden ist durch einen Einbruch in einer Kiesgrube bei Otterfing entstanden. Dabei war dort gar keine Beute zu holen.
Kein Kies zu holen in der Kiesgrube
Das Flaggschiff nimmt Kurs
Die vhs Holzkirchen-Otterfing, die größte Volkshochschule im Landkreis, hat bei ihrer Mitgliederversammlung einen Grundsatzbeschluss pro Zusammenschluss gefällt. So soll …
Das Flaggschiff nimmt Kurs
Nach kurzfristigem Meineke-Abschied: Das sagen Nachfolgerin und Bürgermeister
Das neue Schuljahr ist an den Grundschulen in Warngau und Wall mit einem überraschenden Wechsel gestartet. Simone Brendel hat als kommissarische Rektorin übernommen.
Nach kurzfristigem Meineke-Abschied: Das sagen Nachfolgerin und Bürgermeister
Warten auf Wohnraum
Die Bagger sind gerade erst angerückt. Die Gemeinde Warngau könnte schon jetzt alle sechs Wohnungen ihres kommunalen Wohnungsbauprojekts loswerden - wenn sie wollte. …
Warten auf Wohnraum

Kommentare