Abschied nach einem bewegten Gastronomen-Leben: Hotelier Konrad Pötzel, Betreiber des gleichnamigen Hotels, geh in den Ruhestand. Hotelleiterin Birte Budde bleibt dem Betrieb erhalten.
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Abschied nach einem bewegten Gastronomen-Leben: Hotelier Konrad Pötzel, Betreiber des gleichnamigen Hotels, geh in den Ruhestand. Hotelleiterin Birte Budde bleibt dem Betrieb erhalten.

Nach 50 Jahren in der „schönsten Branche der Welt“: Holzkirchner Hotelier Pötzel geht in Ruhestand

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Konrad Pötzel blickt auf ein bewegtes Berufsleben zurück. Jetzt gibt der Hotelier und Gastronom auch seine letzte Station auf: das nach ihm benannte Hotel in Holzkirchen. Der 68-Jährige verabschiedet sich nach einem halben Jahrhundert in den Ruhestand und hat viele Anekdoten zu erzählen.

Holzkirchen – Einmal hat Heinz Rühmann den Kuchen in der Spülmaschine abgestellt. Und vergessen, wo er ihn gelassen hatte. „Seine Frau hat ihn dann so lange traktiert, bis es ihm wieder eingefallen ist“, erzählt Konrad Pötzel. „Wir haben so gelacht.“ Ein anderes Mal hat Peter Alexander gesungen „wie in einer Fernsehshow“. Anlass war der 80. Geburtstag der damaligen Chefin im Jägerwinkel in Bad Wiessee. Anschließend fiel die Jubilarin einfach der Länge nach hin. So wild wurde gefeiert. „Ich habe sie aufgehoben.“ Sieben Jahre lang arbeitete Pötzel als Direktionsassistent in der Privatklinik am Tegernsee, wo sich viele Promis erholten. „Das war eine sehr prägende Station“, sagt er.

Letzte Station war für den 68-Jährigen das Hotel Konrad Pötzel in Holzkirchen. Jetzt verabschiedet sich der Gastronom und Hotelier in den Ruhestand und lässt den Pachtvertrag auslaufen. „Es war mir eine Ehre“, sagt er. Neuer Betreiber des Hotels soll laut Pötzel jemand aus der Eigentümerfamilie werden, die aber nicht namentlich in der Zeitung genannt werden möchte. Das bestehende Personal werde übernommen, nach einer kurzen Umbauphase geht’s weiter.

Pötzel blickt auf ein bewegtes Berufsleben mit bemerkenswert vielen Stationen zurück. Und wäre seine Tätigkeit im Gastgewerbe eine Ehe, dann hätte er längst Goldene Hochzeit feiern können. Seine Eltern betrieben eine Gaststätte im hessischen Schweinsberg, später schloss Pötzel eine Bäcker- und Konditorlehre ab. Er besuchte die Hotelberufsfachschule David Speiser am Tegernsee. „Ich habe mich in diese Gegend und ihre Lebensqualität verliebt“, schwärmt Pötzel.

Zunächst arbeitete er im Kurhotel Lederer am See, machte später eine Ausbildung zum Koch im Hotel Bachmair am See in Rottach-Egern. Danach wechselte er auf die Wirtschaftsfachschule für das Gaststätten- und Hotelgewerbe in Dortmund und schloss diese als staatlich geprüfter Betriebswirt ab. Seine Englischkenntnisse polierte Pötzel durch einen Sprachkurs und Job in London auf, bevor er dem Ruf zurück an den Tegernsee folgte.

Von 1983 an übernahm er Führungspositionen in der der Hotellerie und Gastronomie. Zum Beispiel im Jägerwinkel. Von dort wechselte Pötzel als Betriebsleiter in das Brauhaus Johann Albrecht in Regensburg, bevor er sich 1994 seinen größten Wunsch erfüllte: spätestens mit Anfang 40 selbstständig zu sein.

Also pachtete Pötzel das Landhotel Konrad in Holzkirchen, ein Business- und Messehotel mit 36 Zimmern, das er von der Bauphase an begleitete und sechs Jahre lang betrieb. Doch der umtriebige Mann vermisste im kleinen Hotel bald den Trubel und die Kreativität, den eine große Gastronomie erfordert.

Und so wagte er sich erneut hinaus: Erst führte er vier Jahre lang für die Treugast Unternehmensberatung aus München als freier Mitarbeiter Häuser wie das Kurhotel Lauter in Bad Kohlgrub oder das Posthotel Partenkirchen in Garmisch-Partenkirchen. Nach weiteren Stationen landete er wieder in Holzkirchen. Er stieg als Geschäftsführender Gesellschafter bei der Betriebsgastronomie Sommerschuh & Buba ein und hatte seinen beruflichen Schwerpunkt dort bei Hexal. 2016 wurde ihm sein früheres Hotel in Holzkirchen zur Pacht angeboten. Pötzel schlug zu. „Ich dachte, das sei eine schöne Aufgabe, um langsam in den Ruhestand zu gleiten“, erklärt er.

„Doch jetzt ist endgültig Schluss“, sagt der 68-Jährige. Er will nun Golf spielen, segeln, Mountainbike und Harley fahren. „Ich freue mich darauf, mehr Zeit für meine Hobbys, meine Frau und die beiden Enkelkinder zu haben“, meint Pötzel. „Aber ich bin auch sehr glücklich und dankbar darüber, so lange in der schönsten Branche der Welt gearbeitet und dort viele wertvolle Freundschaften geschlossen zu haben.“

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