Reihenweise Corona-Schnelltests führt eine Holzkirchner Bäckerei durch, um Corona zu stoppen (Symbolfoto)
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Reihenweise Corona-Schnelltests führt eine Holzkirchner Bäckerei durch, um Corona zu stoppen (Symbolfoto)

Reihentests decken weitere Fälle auf

Nach Corona-Ausbruch in Holzkirchner Bäckerei: „Hoffe, wir haben das Gröbste überstanden“

Nach dem Corona-Ausbruch bei einer Bäckerei in Holzkirchen sind einige weitere Fälle entdeckt worden. Die Reihen-Schnelltests bei Mitarbeitern gehen weiter.

Holzkirchen – Ganz ausgestanden war’s noch nicht: Bei der Bäckerei Ratschiller sind seit Anfang vergangener Woche noch einmal drei Coronafälle entdeckt worden. Das teilt Ratschiller-Geschäftsführer Bernhard Auracher gegenüber unserer Zeitung mit. Hinzu kommt ein weiterer Mitarbeiter, bei dem am Montag der Schnelltest anschlug, das Ergebnis des sichereren PCR-Tests gestern aber noch ausstand – ausgerechnet eine Person, die schon eine frühere Corona-Infektion hinter sich hatte. Andere Mitarbeiter kehren indes aber peu à peu aus Krankenstand und Quarantäne zurück. „Ich hoffe, wir haben das Gröbste überstanden“, sagt Auracher.

In der Produktion der Bäckereikette im Holzkirchner Gewerbegebiet sind seit einem ersten Infizierten am 10. Februar inzwischen rund 20 Coronafälle aufgetaucht. Der größte Cluster davon hatte sich offenbar bei einer Veranstaltung im Nachbarlandkreis Rosenheim angesteckt. Damit sich Corona nicht noch mehr ausbreitet, testet der Betrieb täglich alle Mitarbeiter vor Ort mit Schnelltests durch.

Etwa ein Viertel der Mitarbeiter an Produktionsstandort betroffen

„Bezogen auf die Produktion sind etwa ein Viertel der Mitarbeiter betroffen“, sagt Auracher. Manchen ging es sehr schlecht, eine Person sei schon die fünfte Woche krank. Aber ins Krankenhaus musste bislang keiner der Mitarbeiter.

Das Unternehmen bekommt den Ausfall durchaus zu spüren. „Wir müssen Brezen zukaufen“, erklärt Auracher. Wenigstens erwischte der Corona-Ausbruch die Produktion nicht im Hochbetrieb: Weil Großkunden wie Fußballstadien und Gastronomiebetriebe, die Ratschiller normalerweise auch beliefert, geschlossen blieben, waren nur Filialen zu beliefern, es wurde Kurzarbeit eingeführt. Es herrschte also „Das wäre sonst eine Katastrophe gewesen.“

Wie genau sich die Betroffenen ansteckten, lässt sich für Auracher nicht mit Sicherheit sagen. Dass das Unternehmen – zumal als Lebensmittelproduzent – alle Hygieneregeln einhält, davon hat sich das Landratsamt aber auch vor Ort überzeugt. Die Behörde konnte der Bäckerei jedenfalls keine Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen nennen. Das Landratsamt lobte vielmehr ausdrücklich die Umsicht der Unternehmensleitung, die einen noch größeren Ausbruch verhindert habe. Die Geschäftsführung setzt täglich Schnelltests ein, die nur dank familiären Verbindungen einer Mitarbeiterin erworben werden konnten. Eine Person habe sich nicht testen lassen wollen, man habe diese nach Hause geschickt, sagt Auracher. Nachvollziehen kann er die Weigerung nicht. „Ich vermisse da die Sensibilität.“

Kostenlose Corona-Selbsttests? In Bayern herrscht am ersten Tag das Chaos

Dass ab dieser Woche in Deutschland eigentlich kostenlose Schnelltests eingesetzt werden sollten, hat Auracher zwar auf dem Schirm. Doch was das für den Kauf von Tests für den Betrieb oder für eine Kostenerstattung bedeutet, damit habe er sich noch nicht befasst. „Das war mir jetzt nicht wichtig, sondern dass wir schnellstmöglich reagieren können.“

Mindestens diese Woche will Auracher weiter täglich alle durchtesten. Sollte kein weiterer Fall hinzukommen, sollen fortan zweimal wöchentlich Schnelltests durchgeführt werden. „Langsam geht es wieder in geordnete Bahnen“, hofft Auracher.  

ag

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