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Davon sind gerade viele in der Werkstatt: BOB.

BEG hatte BOB-Chefs einbestellt

Nach Schelte: BOB widerspricht BEG - und gelobt Besserung

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Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat die BOB selten deutlich und öffentlich wegen massiver Qualitätsmängel zurechtgewiesen. So beurteilt BOB-Chef Bernd Rosenbusch die Lage:

Holzkirchen - Das war keine freundliche Kritik mehr, sondern eine öffentliche Schelte. So deutlich hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) die Bayerische Oberlandbahn selten kritisiert. Das ist freilich auch die Aufgabe der BEG. Das Tochterunternehmen des Freistaats vergibt das bayerische Schienennetz an Verkehrsbetriebe wie die Bayerische Oberlandbahn und ist für deren Qualitätskontrolle zuständig. Doch der Ton hat inzwischen schon etwas von einem Schulleiter, der einen Problemschüler ins Direktorat bestellt und gleich vorher den Eltern (Fahrgästen) einen bösen Brief schickt. Allein der Satz von BEG-Chef Thomas Prechtl, die BOB-Führung treffe „nicht nachvollziehbare betriebliche Entscheidungen“, spricht Bände.

Und die Botschaft ist angekommen. Noch am Abend nach dem Gespräch zwischen BOB-Führung und BEG am Donnerstag reagiert BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch mit eigenen Zahlen. Die Botschaft: So schlimm ist es auch wieder nicht.

An den Zugausfällen sei oft die BOB selbst nicht schuld. Als Beispiel nennt Rosenbusch eine Gleissperrung in Bad Tölz, ferner zwei Suizide. Das habe die BEG verschwiegen. Genauso, dass im Mai die Pünktlichkeit immer noch zu 93.8 Prozent erfüllt gewesen sei und im Juni noch immerhin bei über 90 Prozent liege. Freilich läge auch das Ziel der BOB weit über diesen Werten. Trotzdem. „Eine dezidiertere Darstellung der Situation durch die BEG wäre sachlicher gewesen.“

Gleichzeitig gesteht Rosenbusch ein: „Die Betriebsqualität bei der BOB war auch für uns in der letzten Woche nicht zufriedenstellend.“ Viele Fahrzeuge sind ausgefallen. Ersatzfahrzeuge habe es nicht gegeben. Im Detail:

„Es standen leider vier der 26 Fahrzeuge bei uns in der Werkstatt: Ein Integral ist noch bis August in der Hauptuntersuchung. Ein Fahrzeug hatte nach der Motorüberarbeitung wieder einen Motorschaden, das war ein Gewährleistungsfall der Herstellerfirma. Zwei Fahrzeuge mussten wegen Spezialanfertigungen auf Ersatzteile warten.“

Auch die Klimaanlagen haben oft nicht funktioniert. Man arbeite auch hier an Verbesserungen. Insgesamt hat die BOB der BEG einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorgestellt. Neben vielen technischen Nachbesserungen, die in der BOB-Werkstatt in Lenggries umgesetzt werden - Rosenbusch: „einer der, wenn nicht sogar die, beste Werkstatt in Deutschland “ -, gibt es betriebliche Maßnahmen. Darunter ein Lösungsvorschlag in Sachen Klimaanlage: „An heißen Tagen Schließen der Türen bei längeren Halten, um die Luft im Fahrzeug kühl zu halten.“ Wenn die Klimaanlage komplett ausfallen sollte, werde man bei der Durchfahrt in Holzkirchen Wasser und Erfrischungstücher verteilen. Man darf gespannt sein, wie gut das ankommt.

Außerdem gelobt die BOB eine Verbesserung bei der Reiseinformation, die aber sowieso schon gut funktioniere. Als Neuerung nennt der Maßnahmenkatalog die BOB-App, die Mitte Juli kommen soll, sowie eine bessere Schnittstelle zur DB für die Bahnhofsdurchsagen und bahn.de.

Rosenbusch schließt: „Seien Sie versichert, dass wir alles tun, um einen optimalen Betrieb, unter nicht immer leichten Rahmenbedingungen, zu schaffen.“

Die BEG jedenfalls wird wohl sehr genau beobachten, ob die Maßnahmen ziehen. Nach deren letzten Verlautbarung zu schließen, ist für die Eisenbahngesellschaft die höchste Eisenbahn schon längst abgefahren.

kmm

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