Exhibitionismus, sexuelle Nötigung und Körperverletzung: Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Miesbach ist jetzt zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. (Symbolbild)
+
Exhibitionismus, sexuelle Nötigung und Körperverletzung: Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Miesbach ist jetzt zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. (Symbolbild)

Richter empfiehlt einsichtigem 25-Jährigen dringend Therapie

Nach schlimmem Übergriff in Holzkirchen: Exhibitionist muss hinter Gitter

  • Nina Gut
    vonNina Gut
    schließen

Im Prozess um einen Exhibitionisten aus dem nördlichen Landkreis Miesbach ist das Urteil gefallen. Der Mann muss nach Übergriffen in Holzkirchen, Aying und Feldkirchen-Westerham ins Gefängnis.

Der Vorsitzende Richter Martin Hofmann betonte gleich zu Beginn der Urteilsbegründung die Diskrepanz: Zum einen sitze hier ein Angeklagter, der harmlos sei, sich offen und einsichtig gebe, „keiner Fliege etwas zuleide tun“ könne. Zum anderen handle es sich um „unheimlich anmutende Taten“, die der Angeklagte mit Phantommaske und Kapuze begangen hatte. Mehrfach hatte er sich vor jungen Frauen in Holzkirchen, Feldkirchen-Westerham und Aying entblößt, sie niedergerissen und unsittlich berührt. Er habe sich gedacht, er tue ja nichts, gab er bei seiner Aussage vor Gericht an.

Mehrjährige Haftstrafe für 25-Jährigen

Nun hat das Landgericht München II den 25-Jährigen wegen exhibitionistischer Handlungen, sexueller Nötigung und Körperverletzung zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er sitzt seit der letzten Tat im März 2020 in Untersuchungshaft. Damals hatte er eine Frau in Holzkirchen von gepackt und unsittlich berührt. Sie konnte sich wehren und ihm die Maske herunterreißen.

Richter: „Er braucht Therapie“

„Es kommt nicht darauf an, den Angeklagten möglichst lange wegzusperren“, sagte Hofmann, „sondern er braucht Therapie.“ Mindestens zwei Jahre lang. Denn wie der psychiatrische Sachverständige ausführte, leidet der 25-Jährige an einer „sexuellen Devianz in Form von Exhibitionismus“. Er habe einen starken Drang zu solchen Taten – bei eingeschränkter Kontrollfähigkeit.

Das Problem kannte der Angeklagte schon länger. „Sie hätten eine Therapie schon länger angehen können“, rügte ihn der Vorsitzende. Er lobte ihn aber auch für seine jetzige Therapiebereitschaft, seine Einsicht und die aufrichtigen Entschuldigungen. Wieder in Freiheit solle er „auf Reset drücken“, Das Urteil ist rechtskräftig.

gut

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion