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Ruhe vor dem Bauansturm: Auf dieser Fläche an der Tölzer Straße soll ein neues Wohnquartier entstehen.

An der Tölzer Straße

Das Nächste, bitte: Hier plant die Marktgemeinde ein neues Wohnbaugebiet 

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Wohnraum in Holzkirchen ist knapp. Entlastung birgt ein neues Wohngebiet an der Tölzer Straße. Die Vision der Marktgemeinde: ein Quartier mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, Kita und Supermarkt. 

Holzkirchen – Die Planungen für das Wohngebiet zwischen Baumgartenstraße und Tölzer Straße stecken noch weitestgehend in den Kinderschuhen. Was aus dem brachliegenden Areal (circa 20 000 Quadratmeter) einmal wird, darüber besteht aber Konsens: „Wir sind uns total einig, dass dort ein nachhaltiges Quartier mit Vorbildcharakter entstehen soll“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) im Gespräch mit der Redaktion.

Mit „wir“ meint der Holzkirchner Rathauschef natürlich die Marktgemeinde selbst, der über ein Drittel der Flächen gehören. Mit „wir“ meint er aber auch die drei anderen Grundbesitzer, die sich die Rest-Flächen aufteilen. Eine Vorstellung, wie sich das Quartier zusammensetzt, scheinen die beteiligten Parteien zu teilen: Eine Kindertagesstätte soll integriert werden (Löwis: „Ist unser Bier“), ein Supermarkt sich ansiedeln („Ein Nahversorger fehlt dahinten“). Am wichtigsten ist aber freilich der Wohnraum.

Nachdem zuletzt das Baugebiet an der Maitz ausgewiesen und die Parzellen (teuer) verkauft wurden, treibt die Marktgemeinde mit dem Wohnbauprojekt an der Tölzer Straße nun das nächste große voran – neben der Sanierung der Wohnblöcke an der Baumgartenstraße. Dem Bürgermeister schwebt eine gemischte Wohnbebauung vor: Reihen- und Doppelhäusern für Familien vor, aber auch mehrstöckige Bauten mit verschieden großen Wohnungen für Senioren und Alleinstehende. Und weil bebaubare Flächen nicht unbedingt mehr werden, sucht die Marktgemeinde im neuen Quartier das Heil in der Höhe. Für die Entwicklung des Wohngebiets gebe es eine klare Devise: „So hoch, wie es städtebaulich vertretbar ist, sagt Löwis.

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Wie die einzelnen Parzellen Letztenendes verteilt werden unter den vier Grundeigentümern, stellt sich noch heraus. Ebenso, wer wo was baut. Ein Einheimischenmodell sei „grundsätzlich denkbar“, sagt Löwis, auch die Bürgerinitiative „Gemeinsam anders wohnen“ hat bekanntlich schon Bereitschaft signalisiert, ihr Mehrgenerationen-Projekt an der Tölzer Straße zu realisieren. Die Planungen liegen in der Schublade. Und auch Investoren von außerhalb schielen auf das neue Wohngebiet. „Großes Interesse“ hätten die finanzstarken Geldgeber gezeigt, die sich im Rathaus gemeldet haben, verrät Löwis. Deren Vorschlag: Sie kaufen den Grund, die Marktgemeinde baut Wohnungen.

Als „vorstellbar“ wertet Löwis die Investoren-Idee, mahnt aber auch: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zu viel ans Bein binden.“ Was er meint: Irgendwo Wohnungen hochzuziehen, damit ist es nicht getan. „Wenn wir weitere Wohnungen bauen und sie vermieten, brauchen wir eine Firma, die das übernimmt“, betont Löwis, „oder wir müssen eine Stelle im Rathaus schaffen.“ Es bräuchte einen gemeindlichen Immobilienverwalter.

Einen Zeitplan zur Realisierung gibt es nicht. „Bis 2019 wollen wir in die Gänge kommen“, kündigte Löwis bei der Bürgerversammlung im Frühjahr an. Aktuell sei man bereits „mittendrin“. Noch ist das Grundstück nicht parzelliert. Der Architektenwettbewerb zur Konzeption des Quartiers wurde laut Löwis kürzlich ausgeschrieben. Die Vision ist klar.

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