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Die zusammengestutzte Linde in Föching entging im November nur knapp der Fällung. Gemeinderat Thomas Hünerfauth beantragte, dem Schutz prägender Bäume mehr Gewicht zu geben. 

Mehr Schutz für prägende Bäume in Holzkirchen

„Naturmahnmal“ zeigt Wirkung

Ortsprägende Bäume in der Marktgemeinde sollen künftig besser geschützt werden – auch vor dem Zugriff ihrer Eigentümer. Da war sich der Gemeinderat nun weitgehend einig.

Holzkirchen Das Corpus Delicti ist für SPD-Gemeinderat Thomas Hünerfauth aus Föching „ein Naturmahnmal“: Nur in letzter Minute war eine alte Linde in dem Dorf der Fällung entgangen, nachdem Anwohner das Landratsamt informiert hatten und dieses einschritt – radikal gestutzt wurde der stattliche Baum trotzdem. Auch wenn Linden im allgemeinen als nahezu unkaputtbar gelten und immer wieder ausschlagen, dürfte der Baum zumindest die kommenden Jahre ein trauriges Bild abgeben. „Es ist nicht völlige Privatangelegenheit, einen schönen alten Baum zu fällen – es ist eine Respektlosigkeit“, betonte Hünerfauth auch in der Sitzung des Gemeinderats. „Es ist auch kein Einzelfall, das passiert immer wieder.“ Namens der SPD-Fraktion beantragte er den Erlass einer Ortssatzung, die prägende Bäume vor allzu eifrigen Besitzern schützt.

Statt eine eigene Baumschutzverordnung aufzustellen (die der Gemeinderat schon einmal abgelehnt hatte), wird der Baumschutz nun in die gemeindliche Gestaltungssatzung aufgenommen. „Ein guter Kniff“, fand Robert Wiechmann (Grüne), denn dieser greife das Bayerische Naturschutzgesetz auf, das landschaftsprägende Bäume schütze, es brauche lediglich das Wort „landschaftsprägend“ durch „ortsbildprägend“ ersetzt: „Das holt den Baumschutz in den Ort rein.“

Bedenken gab es allerdings auch. „Wer soll festlegen, was ortsbildprägend ist?“, fragte sich Hubert Müller (FWG). Herbert Gegenfurtner (CSU) warnte davor, dass der Baumschutz das Gegenteil seines Ziels zur Folge haben könnte: nämlich einen prophylaktischen Kahlschlag. Dies war auch ein Grund, weshalb sich der Gemeinderat einst gegen eine Baumschutzverordnung entschieden hatte. Hans Putzer (SPD) haderte indes damit, dass die Formulierung vielleicht zu viel Spielraum lasse. „Ich hätte mir da einen Zusatz gewünscht, was denn ortsbildprägend ist, sonst beginnt die Diskussion am gefällten Objekt.“ Genau diesen Spielraum allerdings fand Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) für den Kompromiss wichtig. Diesen lobte Christoph Schmid (CSU), „weil ich es als Empfehlung sehe, sich fachlichen Rat zu holen und nicht selbst zur Motorsäge zu greifen“.

Ein zahnloser Tiger ist der Baumschutz-Absatz in der Gestaltungssatzung übrigens nicht: Zuwiderhandlungen können mit bis zu einer halben Million Euro Bußgeld geahndet werden.

Katrin Hager

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