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„Naturnahe Gestaltung“: Geothermie erhält weitere Auszeichnung

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Von: Marlene Kadach

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Hightech, sicher und nachhaltig in Holz verpackt: Ein Blick in das Kraftwerksgebäude. © Daniel Schvarcz

Die Geothermie in Holzkirchen ist preiswürdig. Zum Nachhaltigkeits-Award gab‘s nun eine Auszeichnung wegen des Baustoffs.

Holzkirchen – Klimafreundlich und regional: Die Geothermieanlage in Holzkirchen, in die die Marktgemeinde 60 Millionen Euro investiert hat, ist offenbar ein preiswürdiges Projekt. Erst heuer im Januar nahmen die Gemeindewerke dank ihr beim Ludwig-Erhard-Gipfel in der Bachmair-Weissach-Arena in Kreuth den Nachhaltigkeits-Award 2020 der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) entgegen (wir berichteten). „Es ist eine echte Erfolgsgeschichte“, lobte damals Landtagspräsidentin Ilse Aigner das Prestigeprojekt der Marktgemeinde. Jetzt gibt es eine weitere Auszeichnung: Der Rosenheimer Holzbaupreis geht ebenfalls an die Holzkirchner Geothermieanlage, wie die Gemeindewerke als Betreiber in einem Pressebericht mitteilen. „Das Publikum belohnt naturnahe und nachhaltige Bauweise“, heißt es.

Besuchern der Geothermieanlage und Benutzern der B 318 sei es sicher schon aufgefallen: „In der Alten Au wurde reichlich Holz verbaut und damit erfolgreich demonstriert, dass auch eine Industrieanlage naturnah gestaltet werden kann“, schreiben die Gemeindewerke weiter. Für Maschinenhaus, Betriebsgebäude und Wärmezentrale wurden insgesamt 382 Kubikmeter Holz verwendet, hauptsächlich im Tragwerk und bei den Fassaden. „Diese Bauweise ist nicht schädlich für die Umwelt, sondern im Gegenteil wichtig fürs Klima.“ Denn mit jedem für den Bau verwendeten Festmeter Holz werde auf die Lebensdauer gesehen eine Tonne CO2 gebunden. Die verbaute Menge wachse – rein rechnerisch – in einem Wald von der Größe der Marktgemeinde Holzkirchen in elf Tagen wieder nach. Da Holz ohnehin als der Rohstoff des Oberlands schlechthin gilt, werde mit dieser nachhaltigen Bauweise auch die regionale Wirtschaft gestärkt.

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Holz, wohin man blickt: Die Wärmezentrale, aus der schon viele Haushalte mit Geothermie versorgt werden. © Daniel Schvarcz

Vergeben wird der Rosenheimer Holzbaupreis vom Verein Rosenheim Kreis, einem Arbeitskreis aus Architekten diverser Fachbereiche und Künstlern. Seine Mitglieder wollen das Bewusstsein für qualitätvolle Architektur und für hochwertige Holzbauten fördern.

Mit 91 eingereichten Bauobjekten gab es für den Wettbewerb in diesem Jahr einen Teilnehmerrekord. Prämiert wurde in verschiedenen Sparten, wobei das von den Gemeindewerken Holzkirchen beauftragte Architekturbüro Ferdinand und Gerth in der Kategorie „Publikumspreis“ siegreich war. Die Teilnehmer konnten in dieser Kategorie ausschließlich online abstimmen.

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Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke, freut sich über die Auszeichnung: „Bei der öffentlichen Abstimmung gab es eine sehr rege Beteiligung, und es freut uns sehr, dass unsere Anlage und ihre Bauweise bei den Menschen in der Region offenbar eine hohe Akzeptanz finden.“ Sein Dank gilt dem Architekturbüro, dem IFT-Büro für Tragwerksplanung und nicht zuletzt der Zimmerei Stoib aus Warngau. Alle hätten „eine hervorragende Leistung erbracht“. Ein großes Dankeschön schickt Götz außerdem an den Holzkirchner Gemeinderat Robert Wiechmann (Grüne), der sein hohes Fachwissen als Diplom-Forstingenieur in die Wettbewerbsbeteiligung eingebracht habe. Die Wettbewerbsausstellung findet noch bis zum 6. Juni an der Technischen Hochschule Rosenheim statt.

Mehr zu der Anlage finden Sie hier: Der Lohn für den Mut: Geothermie Holzkirchen offiziell eröffnet

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