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Schlafplätze statt sattem Grün: Auf der Wiese an der Ohmstraße will die Firma Isartaler Holzhaus ein Hotel mit Spa, Restaurant und 34 Zimmern errichten. 

Neubau an der Ohmstraße 

Hotel hängt in der Warteschleife

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Ein Hotel mit 34 Zimmern plant August Inselkammer jun. an der Ohmstraße in Holzkirchen. Die Entwürfe stecken noch im Genehmigungsverfahren. Aber: Im Herbst will der Bauherr loslegen. 

Holzkirchen – Die Pläne für das Hotel liegen seit etlicher Zeit in der Schublade. Die Eckdaten: 34 Zimmer, Restaurant, Wellnessbereich, drei bis vier Sterne, drei Stockwerke, Holzbauweise. Eine Anlaufstelle für Geschäftskunden der ortsansässigen Firmen soll das Haus von August Inselkammer jun. sein. Soweit die Vision. Noch existiert der Neubau nur auf dem Reißbrett.

„Wir sind noch in der Genehmigungsphase“, erklärt Inselkammer, Geschäftsführer der Isartaler Holzhaus GmbH & Co. KG, die das Hotel baut, auf Anfrage. Über ein Jahr liegen die Pläne schon beim Landratsamt in Miesbach. Das behördliche Okay steht aus. Bauplanungsrechtlich, teilt Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz mit, gibt es keine Einwände gegen die Pläne. „Wir müssen aber noch ein paar Punkte liefern“, sagt Bauherr Inselkammer. An der Bettenzahl etwa werde sich aber nichts ändern. „Das Konzept ist schlüssig und stimmig und von der Gemeinde genau so genehmigt.“

Wie berichtet, liegt das gemeindliche Einvernehmen längst vor. Beantragt ist der Neubau einer Hotelanlage auf der brachliegenden Fläche neben dem McDonald’s. Rund drei Millionen Euro investiert Inselkammer in das Projekt. Seine Hoffnung, bereits im Herbst 2017 mit dem Bau beginnen zu können, musste er jedoch aufgeben.

Der Ursprung der Verzögerung liegt dabei allerdings nicht ausschließlich in planerischen Spitzfindigkeiten, wie Inselkammer betont. Seine Firma Isartaler Holzbau sei eingedeckt mit Aufträgen. „Wir stecken derzeit unsere gesamte Energie in unser Kerngeschäft“, sagt er. Das besteht aus der Manufaktur und der Montage von Wohnhäusern aus Holz. Die Devise des Chefs: „Kunden gehen vor, da muss das eigene Hotel warten.“ 

Was nicht heiße, dass man das Projekt schleifen ließe, nur weil man es derzeit nicht mit „äußerstem Nachdruck“ vorantreibe. „Sobald wir Luft zum Atmen haben, legen wir los“, sagt Inselkammer. „Und wenn wir anfangen, dann ziehen wir es kräftig durch.“

Der vom Bauherren anvisierte Startschuss für die Bauarbeiten wird insbesondere im Holzkirchner Rathaus freudig erwartet. „Wir freuen uns wirklich, weil wir es gut brauchen können“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis. Die Nachfrage nach Schlafplätzen für die Geschäftskunden der ortsansässigen Unternehmen sei ungebrochen – und wächst. Die Flaggschiffe Hexal und Bosch expandieren bekanntlich. „Auf dem Wunschzettel der Firmen steht eines: mehr Hotelzimmer“, verdeutlicht Löwis.

Die Gemeinde selbst kann keine Abhilfe schaffen. Sie habe kein Grundstück zur Verfügung, das man einem Investor für ein Hotel oder Boardinghaus zur Verfügung stellen könne. Und selbst wenn Interessenten bei der Standortförderung vorstellig werden, erzählt Löwis („zaghafte Anfragen, nichts Konkretes“), könne man sie nicht direkt an etwaige private Grundstückseigentümer weiterleiten. „Datenschutz“, seufzt Löwis vielsagend. Das Rathaus übernimmt also gezwungenermaßen die Vermittlerrolle.

Probleme, über die sich August Inselkammer jun. keine Sorgen machen muss. Er wartet lediglich auf das planungsrechtliche Okay des Landratsamts. Ja selbst der Pächter – die Familie Demas, die unter anderem das Hotel Sauerlacher Post betreibt – steht seit vorigem Sommer fest.

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