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Holzkirchner Mittelschule wird deutlich teurer

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Den Innenhof der Mittelschule Holzkirchen wird es in dieser Form nicht mehr geben. Die neue Schule soll einen Lichthof und zwei Mensen erhalten.
Den Innenhof der Mittelschule Holzkirchen wird es in dieser Form nicht mehr geben. Die neue Schule soll einen Lichthof und zwei Mensen erhalten. © Thomas Plettenberg

Die neue Mittelschule in Holzkirchen könnte zum Schuljahr 2025/2026 ihren Betrieb aufnehmen. Der Gewinner des Planungswettbewerbs für den Neubau hat jetzt im Holzkirchner Gemeinderat die Vorentwurfsplanung vorgestellt.

Holzkirchen - Man habe, sagte Ludwig Karl vom Architekturbüro Karlundp die Wettbewerbspläne weitgehend erhalten. Bei den Kosten ergaben sich indes erhebliche Steigerungen. Nach derzeitigem Stand muss die Marktgemeinde rund 37 Millionen Euro für den Neubau aufbringen. Noch im Oktober 2021 war sie von rund 23 Millionen Euro ausgegangen. Der Grund für die Kostensteigerung um mehr als die Hälfte liegt laut Karl vor allem an den Baupreisen, die im Vergleich zu 2019 um etwa 17 Prozent gestiegen seien.

Wie berichtet, sehen die Pläne für die Mittelschule ein dreigliedriges Schulhaus vor. Das zentrale, viergeschossige Gebäude beinhaltet einen Lichthof, durch den der mittlere Bereich beleuchtet und als grünes Klassenzimmer genutzt werden kann. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Mensen, in denen die Mittelschüler sowie die Schüler der benachbarten Grundschule essen können. Über das erste Obergeschoss ist eine Dachterrasse im zweiten, östlichen Gebäudeteil barrierefrei zugänglich. „Die Möglichkeit ins Freie zu gehen wurde im Wettbewerb gelobt“, sagte Karl stolz. Der westlich angrenzende dritte Gebäudeteil besitzt zwei Stockwerke und beherbergt den Verwaltungstrakt der Schule. Das Dach werde begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.

Die Fassade bestehe aus Holz-Aluminium-Elementen. Diese hätten den Vorteil, dass man sie vorfertigen könne. Ludwig Schegk, seines Zeichens Landschaftsarchitekt und Mitgewinner des Planungswettbewerbs, hob den zentralen Pausenhof im südlichen Bereich des Grundstücks hervor. An einem Kletterbereich könnten sich die Schüler austoben, während der Dachterrassenbereich „zum Chillen einlädt“.

Fahrradstellplätze gebe es vor allem im nordwestlichen Bereich. Während hier zunächst eine Überdachung von nur der Hälfte der Stellplätze vorgesehen war, sollen nun alle 220 Stellplätze überdacht werden. Dies war der Wunsch des Fuß- und Radwegebauftragten der Gemeinde Holzkirchen, wurde in der Gemeinderatssitzung deutlich. Laut Karls Zeitplan könnte im Sommer dieses Jahres der Bauantrag eingereicht werden, im Frühjahr 2023 würden dann die Bauarbeiten starten.

Eine mögliche Hürde stellt indes die Gebäudehöhe dar, wie aus Karls Ausführungen deutlich wurde. Aus Vorgesprächen mit dem Landratsamt Miesbach habe sich ergeben, dass der Neubau nach Artikel 34 des Baugesetzbuches und damit ohne eigenen Bebauungsplan vonstattengehen könnte. Voraussetzung sei allerdings, dass das Schulhaus nicht höher als 17 Meter ist. Derzeit sei man etwas über dieser Grenze, könne aber noch einsparen, betonte Karl. Potenzial gebe es etwa bei der Anordnung der Lüftungsanlage, wie der Architekt auf Nachfrage von Martina Schweighöfer (CSU) erläuterte.

Die Ratsmitglieder signalisierten fraktionsübergreifend Zustimmung zu den Plänen. Simon Ammer (SPD) wollte aber wissen, ob der Lichthof nicht Platz wegnehme, der besser genutzt werden könnte. Das ginge zwar, meinte Architekt Karl, aber es würde nicht viel Platz eingenommen. Josef Maier (Grüne) erkundigte sich nach dem Brandschutz. Ein Konzept dazu komme noch, sagte Schegk. Karl ergänzte, die Feuerwehr könne gut über das Treppenhaus ins Gebäude gelangen. Torsten Hensel (FWG) verwies auf die Mehrkosten, sagte aber, man bekomme dafür einen Mehrwert. Wie auch Anita Gritschneder (Grüne) lobte Hensel die Beteiligung der gemeindlichen Beauftragen und den Nutzern der künftigen Schule. Sebastian Franz (CSU) nannte die Planung „gefällig“ und versicherte, man trage die hohen Kosten mit.

Ohne Gegenstimmen nahmen die Gemeinderäte die Vorentwurfsplanung an und machten den Weg für die nächsten Schritte frei. Diese sehen nun die Entwurfs- und Genehmigungsplanung vor. Ein gutes Zeichen für Ludwig Karls Zeitplan.

Von Andreas Wolkenstein

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