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Das Helferteam: Pfarrer Gottfried Doll (v.l.), die Sekretärinnen Daniela Groeger, Gerlinde Huber, Marita Riegler, Maria Hüsges und Pastoralassistent Harald Petersen beraten Hilfesuchende im Holzkirchner Pfarrbüro.

Neue Caritas-Kontaktstelle 

Hilfe an der Tür des Pfarrbüros

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Holzkirchen - Die erste Caritas-Kontaktstelle im Landkreis Miesbach öffnet im August für die Pfarrverbände Holzkirchen und Warngau. Wer Hilfe braucht, klingelt einfach an der Tür des Pfarrbüros. 

Hilfesuchende mit Eheproblemen, Schulden oder Suchtkrankheiten, die an der Tür des Pfarrbüros klingeln, gab es zwar schon immer. „Aber die Zahl derjenigen, die den Weg zu uns finden, steigt“, sagt Pastorassistent Harald Petersen.

Die Mitarbeiter aus Verwaltung und Seelsorge wollen zukünftig der Not an der Holzkirchner Pfarrhaustür nicht nur mit Almosen und guten Wünschen begegnen. Ab August werden Menschen mit unklaren, persönlichen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Problemen professioneller aufgefangen als bisher. Dann öffnet am katholischen Pfarrbüro in Holzkirchen die neue Caritas-Kontaktstelle für die Pfarrverbände Holzkirchen und Warngau. Ein Schild an der Eingangstür weist darauf hin. Laut Petersen – der für die beiden Pfarrverbände als Caritasverantwortlicher arbeitet – ist die Einrichtung im Landkreis Miesbach die erste ihrer Art. Damit seien die Schwerpunkte ganz gut verteilt – schließlich gebe es in Miesbach das Caritas-Zentrum.

Und so funktioniert’s: An dieser Anlaufstelle sitzen in der Regel die vier Sekretärinnen Daniela Groeger, Gerlinde Huber, Marita Riegler und Maria Hüsges, die den Erstkontakt zur Bedarfsklärung übernehmen. Sie wurden nun entsprechend geschult. Im Hintergrund und vor allem für seelsorgerische Notfälle sind Pfarrer Gottfried Doll oder Petersen da, letztgenannter koordiniert die Angebote der Kontaktstelle. „Der Mensch soll ein offenes Ohr bei uns finden“, meint Petersen.

Diese ersten Ansprechpartner müssen dann entscheiden, welche Hilfe nötig ist. Ob eine kleine Beratung reicht oder nicht. Manchmal müsse man „die Menschen konkret fragen, was man tun kann“, erklärt Petersen. Oft mit sanftem Druck, denn die Hemmschwelle sei bei vielen groß. Zuweilen genüge es schon, dem Ratsuchenden einen entsprechenden Flyer, etwa mit Infos über den Seniorenkreis oder den Rot-Kreuz-Laden, in die Hand zu drücken.

Außerdem müssten die Mitarbeiter zum Beispiel abklären: „Hat der Hilfesuchende ein längerfristiges Problem, das über unsere Kompetenzen heraus geht?“, sagt Petersen. Also einen pflegebedürftigen Mann zuhause, Alkoholismus oder Obdachlosigkeit. Schwierigkeiten, die eine langfristige Begleitung erfordern. Dann sollten die Helfer sich an Fachdienste und Beratungsstellen des Caritaszentrums in Miesbach wenden. In vielen Fällen sei es zudem sinnvoll „wenn der Mensch mit einem konkreten Termin nach Hause geht“. Etwa für die Schuldnerberatung oder den Sozialpsychiatrischen Dienst.

In manchen Fällen hingegen sei eine kleine und schnelle finanzielle Unterstützung nötig. Dann geben die Sekretärinnen dem Bedürftigen einen Essensgutschein oder eine Fahrkarte. Das Geld stammt laut Petersen aus der Spendensammlung der Caritas. Um Missbrauch zu vermeiden, dokumentieren die Sekretärinnen diese Vergaben genau. Diese Angebote seien allerdings nur für Menschen aus den Pfarrverbänden Holzkirchen-Warngau gedacht. Die Beratung hingegen könne jeder in Anspruch nehmen. „Bei Eheproblemen trauen sich die Leute oft eher ins Pfarrhaus des Nachbarorts, weil sie da keiner kennt“, meint Petersen.

Die Kontaktstelle

im Holzkirchner Pfarrbüro (Pfarrweg 3) steht grundsätzlich allen Ratsuchenden offen, unabhängig von deren Herkunft, Nationalität und Religionszugehörigkeit. Die Öffnungszeiten sind identisch zu den Öffnungszeiten des Pfarramts: Montag bis Donnerstag 9 bis 12 Uhr und Freitag 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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