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Den Überblick behalten und Projekte anschieben: Das soll der neue Marktbaumeister in Holzkirchen.

Neue Stelle in Holzkirchen

Marktgemeinde bekommt einen Baumeister

Das Holzkirchner Rathaus bekommt Verstärkung – und die Marktgemeinde einen „Baumeister“. Der soll auch den Schwung in die Umsetzung des Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzepts bringen, den viele schon vermissten.

Holzkirchen – Krippenbauten, kommunaler Wohnungsbau, Mittelschulsanierung, Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept: Der Laden brummt in Holzkirchen. Die Marktgemeinde hat viele Bauprojekte vor – und dafür braucht es nicht nur das nötige Kleingeld, sondern auch Personal in der Verwaltung. Und einen kühlen Kopf, der den Überblick behält. Beides soll die Holzkirchner Verwaltung nun bekommen. Der Gemeinderat hat jetzt mit 18:7 Stimmen beschlossen, die neue Stelle eines „Marktbaumeisters“ zu schaffen.

Es sind nicht allein Projekte der Gemeinde, die den Arbeitsaufwand stetig wachsen ließen. Verwaltungsarbeit im Allgemeinen habe sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, schildert Gemeinde-Geschäftsleiter Robert Haunschild auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Arbeit ist viel komplexer geworden.“ Heutzutage flattern zum Beispiel oft mehrseitige Anwaltsschreiben ins Rathaus, mit dezidierten juristischen Argumenten, die von der Verwaltung säuberlich beantwortet werden wollen. Das bindet Arbeitskraft – die dann an anderer Stelle fehlt. In der Bearbeitung von Anträgen etwa. Oder von Projekten.

Damit der Motor nicht ins Stottern gerät, will die Gemeindeverwaltung fünf neue Stellen im Bauamt. Der Gemeinderat hat diese in nicht-öffentlicher Sitzung bewilligt, gab Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) nun bekant. Die Stellen werden demnächst ausgeschrieben. Da sich der Fachkräftemangel auch im Verwaltungsbereich bemerkbar mache, rechnet der Geschäftsleiter nicht damit, dass alle auf ein Mal besetzt werden können.

Dabei gibt es eine Sondersituation in der Marktgemeinde: Statt eines einzigen Bauamts gibt es im Holzkirchner Rathaus zwei Zweige, einen technischen und einen planerischen. Was es derzeit nicht gibt, ist ein gemeinsamer Abteilungsleiter. Diese Funktion soll der Marktbaumeister übernehmen. Das war allerdings nicht der einzige Grund für den entsprechenden Antrag, den die CSU-Fraktion stellte: Die neue Kraft im Rathaus soll sich auch um das integrierte Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept kümmern, erläuterte Fraktionssprecher Christoph Schmid. „Wir haben die Ressourcen nicht, das zu bearbeiten.“

Bislang hatte eine Mitarbeiterin der Standortförderungder Gemeinde das Projekt mitbetreut; sie verließ das Holzkirchner Rathaus aber zwischenzeitlich aus persönlichen Gründen. Abgesehen davon sei das Konzept im jetzigen Stadium bei der Standortförderung nicht mehr richtig angesiedelt. „Das sind Geografen, die haben dafür gar nicht die richtige Ausbildung“, sagte der Bürgermeister. Der Antrag stieß deshalb bei ihm als Verwaltungschef auf offene Ohren: „Damit ist ein Nerv getroffen, weil wir Sorge haben, dass das Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept zeitnah umgesetzt wird“, räumte Löwis ein. „Wir wollen Kontinuität beweisen und der Bevölkerung zeigen, dass wir auch was tun und nicht nur reden.“

Dass das Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept einen Kümmerer bekommen und die Umsetzung damit Fahrt aufnehmen soll, überzeugte auch Grüne und SPD. Obgleich man einen „Schaufensterantrag“ der CSU witterte, wie es etwa Irmi Ammer (SPD) ausdrückte, war man sich in der Sache doch einig.

Kritik erntete die neue Stelle dagegen aus den Reihen der FWG. „Ich sehe da keinen Sinn drin“, sagte Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG). Um das Mobilitätskonzept umzusetzen, sehe er die Südspange als zwingende Voraussetzung: „Die braucht man doch zuerst.“ Das sieht Löwis anders: „Die Konzepte sind bisher nur Papiertiger. Wir brauchen doch jemanden, der sie umsetzt und sich darum kümmert.“ Die ganze Planung mitsamt Bürgerbeteiligung sei nicht umsonst gewesen, betonte der Bürgermeister, auch wenn der Weg ein mühsamer sei. „Wir brauchen die Stelle dringend, sonst kommen wir nicht weiter.“

Katrin Hager

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