Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Ein guter Chef für seine Mitarbeiter sein und die Landwirte unterstützen, möchte Rolf Oehler, der neue Leiter des AELF in Holzkirchen.

Neuer AELF-Leiter Rolf Oehler im Interview

Neuer Wald-Chef: „Ich möchte keine Revolution anzetteln“

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Rolf Oehler (61) ist der neue Leiter des AELF. Eine Revolution möchte er nicht anzetteln, aber die Anbindehaltung angehen und die Personalsituation in seiner Behörde verbessern. Ein Interview.

Herr Oehler, Glückwunsch zum Karrieresprung. Gefällt Ihnen Ihr neuer Arbeitsplatz?

Oehler: Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Das neue Grüne Zentrum wurde von meinem Vorvorgänger Johannes Hütz sehr gut geplant. Die Mitarbeiter haben mich nett und freundlich empfangen. Von meinem Büro aus habe ich einen Blick auf die Berge. Allerdings weiß ich noch nicht, welcher welcher ist(er lacht).

Seit 2005 waren Sie am Amt in Traunstein tätig. Wie kommt es, dass Sie mit 61 Jahren einen Neuanfang starten wollten?

Oehler: Die Herausforderung, ganz vorne zu stehen, hat mich gereizt. Ich war überrascht, dass im fahrbaren Bereich noch eine Stelle frei wurde – und habe mich beworben.

Apropos fahrbar: Ihr Vorgänger Stefan Gabler verließ Holzkirchen nach nur zweieinhalb Jahren, weil er bis nach Weilheim pendeln musste. Wie weit ist Ihr Pendelweg?

Oehler: Ich wohne in Wasserburg und muss einfach 54 Kilometer in die Arbeit fahren. Davor waren es 46 Kilometer, der Unterschied ist also nicht so groß. Nur, dass die jetzige Strecke etwas kurviger ist.

Stammen Sie aus der Landwirtschaft?

Oehler: Nein, ich bin in München Schwabing aufgewachsen. Aber in den Ferien habe ich immer meinen Onkel besucht, der in Hessen einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet. Das hat mich fasziniert und ich dachte: So was möchte ich auch mal machen. Meine Frau stammt aus einem Milchviehbetrieb, der aber zwischenzeitlich aufgegeben wurde.

Erfahrung für Ihren neuen Job bringen Sie trotzdem genug mit.

Oehler: Seit 2011 war ich in Traunstein stellvertretender Behördenleiter und für die Bereichsleitung Landwirtschaft zuständig – im größten Amt Bayerns. Dort gibt es jährlich knapp 4000 Mehrfachantragsteller. Das heißt, so viele Landwirte wirtschaften im dortigen Dienstgebiet. Zudem war ich Leiter der Beratungsabteilung und für Sonderthemen wie die Phosphatreduktion am Waginger See zuständig.

In Holzkirchen gibt es ein Grünes Zentrum. Neben dem AELF sind dort Bauernverband, Landwirtschaftsschule, Waldbesitzervereinigung, Kreishandwerkerschaft sowie Almwirtschaftliche Verein untergebracht. Eine besondere Herausforderung?

Oehler: Ich sehe darin einen riesigen Vorteil, wenn alle Institutionen in einem Haus untergebracht sind. Die Wege sind kurz, und man kann manche Themen im persönlichen Gespräch viel leichter klären.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Oehler: Grundsätzlich möchte ich keine Revolution anzetteln, sondern das Amt im Sinne meiner Vorgänger weiterführen. Wichtig ist mir der Dialog Verbraucher und Landwirtschaft, insbesondere beim Thema Anbindehaltung. Da wird der Druck von Molkereien und Einzelhandel größer. Immer mehr Verbraucher und Tierschützer sehen die Anbindehaltung im Widerspruch zur artgerechten Tierhaltung. Aber fast 75 Prozent der Betriebe im Dienstgebiet halten nach Information des Fachzentrums Rinderhaltung Milchkühe in Anbindehaltung, und nicht alle haben die Möglichkeit, einen Laufstall zu bauen. Es gilt, in Zusammenarbeit mit den Molkereien Lösungen zu finden.

Am Herzen liegt Ihnen außerdem...

Oehler: Die Landwirtschaftsschule. Ich bin überzeugt, dass wir langfristig dann genügend Studierende bekommen, wenn wir auch für zukünftige Betriebsleiter aus dem Einzugsgebiet München und Ebersberg ein attraktiver Schulstandort sind. Daher müssen wir neben dem Schwerpunkt Grünland und Milchviehhaltung auch Schwerpunkte im Ackerbau wie den Maisanbau setzen.

Sagt Ihnen der Begriff „Öko-Modellregion Miesbach“ schon etwas?

Oehler: Das muss weiter entwickelt werden. Unser Staatsminister Helmut Brunner hat das Ziel vorgegeben, die Ökoproduktion bis 2020 zu verdoppeln. Wir können unsere Landwirte nur in der Entscheidungsfindung unterstützen. Ob ein Betrieb umstellt, muss ein Betriebsleiter selbst entscheiden. Vorher muss er unbedingt die Vermarktung geklärt haben.

Als was für ein Behördenleiter möchten Sie sich präsentieren?

Oehler: Ich möchte ein guter Chef für meine Mitarbeiter sein und unsere Landwirte so weit wie möglich unterstützen. Beispielsweise kommt auf sie die neue Düngeverordnung zu. Ab 2018 müssen sie genau aufzeichnen, wo was gedüngt wird. Da werden nicht alle begeistert sein.

Als Erstes anpacken möchten Sie...

Oehler: Als Erstes möchte ich die Personalsituation verbessern, die vor allem in der Beratungsabteilung sehr angespannt ist. Das hängt mit dem allgemeinen Personalabbau zusammen, der vor 20 Jahren begann. Einige Stellen wurden noch nicht nachbesetzt, beispielsweise ist die Leitung der Förderabteilung vakant, und in der Tierproduktion gibt es seit zwei Jahren keinen festen Berater und Lehrer. Das Problem ist dem Ministerium bekannt, und mir wurde bereits zugesichert, dass demnächst 3,5 Stellen wieder besetzt werden. Ich bin zuversichtlich, dass das Amt bald wieder besser aufgestellt ist.

Das Gespräch führte

Marlene Kadach 

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