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Bahnhalt und großer P&R-Parkplatz: In Föching könnte ein Pendlerknoten entstehen

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Von: Andreas Höger

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Entsteht hier bald ein Pendlerknoten? Neben einem möglichen Bahnhaltepunkt bei Föching, der die Arbeitsplätze des nahen Gewerbegebiets (hinten) erschließen könnte, gibt es auch Überlegungen, hier einen großen P & R-Parkplatz für Pendler von und nach München zu schaffen.
Entsteht hier bald ein Pendlerknoten? Neben einem möglichen Bahnhaltepunkt bei Föching, der die Arbeitsplätze des nahen Gewerbegebiets (hinten) erschließen könnte, gibt es auch Überlegungen, hier einen großen P & R-Parkplatz für Pendler von und nach München zu schaffen. © Thomas Plettenberg

Die Idee klingt bestechend einfach: Neue Bahnhaltepunkte in den boomenden Gewerbegebieten Föching und Oberlaindern könnten hunderte Pendler von der Straße auf die Schiene bringen. Erste Ergebnisse von Machbarkeitsstudien sollen im Herbst vorliegen. Schon jetzt ist klar: Das größte Problem wird sein, für die zusätzlichen Halteminuten Zeit zu gewinnen auf langsamen Strecken.

Holzkirchen/Valley – Bayerns Verkehrsministerin war leibhaftig dem Dienstauto entstiegen. Erst am Holzkirchner Bahnhof, dann im neuen Gewerbegebiet-Nord (Föching) besprach Kerstin Schreyer (CSU) vor wenigen Tagen mit CSU-Lokalpolitikern gemeinsame Ansätze, den ÖPNV zu verbessern (wir berichteten). Ein im Wahlkampf gut getimter Besuch, den Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid nutzte, um ein dringendes Anliegen zu hinterlegen: Er warb bei der Ministerin für den von der Marktgemeinde ersehnten Bahnhaltepunkt Föching. Auch der von der Gemeinde Valley gewünschte Haltepunkt in Oberlaindern kam zur Sprache.

Die Ministerin bestätigte, dass im Zuge des Programms „Bahnausbau Region München“, das die Möglichkeiten der zweiten Stammstrecke in München ergänzen soll, die beiden Bahnhalte auf Nutzen und Machbarkeit überprüft werden. Allerdings dämpfte sie allzu große Erwartungen: „Wir müssen uns das in Ruhe anschauen, wir wollen ja kein Verkehrschaos produzieren.“ Sie ließ durchblicken, dass es auf beiden Strecken Kreuzungs- und Zeitprobleme gebe.

in 35 Minuten in der Münchner Innenstadt

Etwas konkreter wurde Bernhard Kogler, der sich in Schreyers Ministerium (Wohnen, Bau und Verkehr) um S-Bahnen und den Bahnausbau München kümmert und der die Ministerin begleitete. Für Föching sei man durchaus „optimistisch unterwegs“, verriet er. Es gelte, sich die gesamte Strecke Holzkirchen-Rosenheim anzuschauen, um nach Zeitpuffern zu suchen. Der Bahnhalt Föching hat aus Sicht des Ministeriums zwei Vorteile: Zum einen die Erschließung des Gewerbegebiets, zum anderen biete sich dort eine Park & Ride-Anlage an für den Umstieg vom Auto auf die Bahn. „Mit dem Zug wäre man in rund 35 Minuten in der Münchner Innenstadt“, sagte Kogler auf Nachfrage.

S-Bahn-Ringschluss zwischen Holzkirchen und Kreuzstraße

Untersucht wird ebenfalls die Möglichkeit, die bisherigen S-Bahn-Endstationen Holzkirchen (S 3) und Kreuzstraße (S 7) durchzubinden. Damit könnte ein attraktiver Ringschluss entstehen. „Hier liegen die Untersuchungsergebnisse wohl erst nächstes Jahr vor“, erklärte Kogler, deutete aber an, dass „damit ein Umbau des Bahnhofs in Kreuzstraße nötig wird“. Ein Bahnhalt in Föching wäre unabhängig von einer S-Bahn-Durchbindung denkbar.

Wie für Föching will das Ministerium auch für den Bahnhalt Oberlaindern im Herbst einen Vorab-Bericht vorlegen. „Wird interessant, wie man auf dieser Strecke mit der Fahrtzeit hinkommt“, sagte Kogler. Unter den derzeitigen Streckenbedingungen, das betont BRB-Chef Fabian Amini, ließen sich Haltezeiten weder in Föching noch in Oberlaindern mit einem stabilen Betrieb vereinbaren. „Wenn das funktionieren soll, brauchen wir Beschleunigungsmaßnahmen.“

Gleis schneller machen

Will heißen: Nur wenn die BRB richtig Gas geben kann, wird Zeit gewonnen für neue Haltestellen. Auf den Oberland-Ästen, besonders in Richtung Bayrischzell, müssen die Züge aber regelmäßig auf Schleichfahrt gehen, wenn sie einen „technisch nicht gesicherten“ Bahnübergang passieren. Amini schätzt, dass es im Oberland-Netz rund 40 dieser Bremspunkte gibt. „Da steckt viel Potenzial drin.“ Werde dort mit Schranken oder Tunneln nachgerüstet, sei viel gewonnen.

Wie viel Wirkung ein Haltepunkt bei Föching entfalten könnte, unterstrich Berthold Steinmann, Standortleiter der Bosch Engineering GmbH. Das Unternehmen erweitert seinen Stammsitz im Gewerbegebiet-Nord gerade von 250 auf 1100 Arbeitsplätze. „Vorstellbar sind unsererseits bis zu 2000 Mitarbeiter“,. sagte Steinmann. Viele Kollegen wohnen im Raum München, „die wären richtig heiß darauf, mit dem ÖPNV kommen zu können“.

Bisher ist das eine zeitraubende Angelegenheit: Mit dem Zug nach Holzkirchen, dann 20 Minuten Busfahrt nach Föching – die Verlockung ist überschaubar, mit dem ÖPNV nach Föching zu pendeln. BRB-Chef Amini schlug vor, die Zeit bis zu einem Haltepunkt mit schnellen Busanschlüssen zu überbrücken. Zudem bot er den Firmen an, gemeinsam „Job-Tickets“ zu entwickeln.

Wie es um die Elektrifizierung des Oberland-Netzes steht, lesen Sie hier.

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