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Neuer Bauhof in Holzkirchen: Kosten klettern auf 27 Millionen 

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Von: Katrin Hager

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Der Neubau des Bauhofs Holzkirchen im Modell der Kubaturstudie.
Der Neubau im Modell: Der neue Bauhof bekommt eine Haupthalle und einen Verwaltungsbau (r.) jeweils mit Pultdach sowie ein Lager (hinten). © Studio Corso

Der Neubau des Holzkirchner Bauhofs kommt teurer als erwartet: Mit 27,2 Millionen rechnen die Planer. Der Gemeinderat gab der Vorplanung dennoch den Segen.

Holzkirchen – Der neue Holzkirchner Bauhof soll gerüstet sein – auch für die nächsten Jahrzehnte. Dafür investiert die Marktgemeinde kräftig. Und nimmt auch mehr in Kauf, als angedacht war: Die Kosten steigen von bislang maximal anvisierten 20 auf 27 Millionen Euro. Der Gemeinderat gibt dafür grünes Licht.

Neben den Streusalzsilos an der B 318 bei Marschall, an der einstigen Ölbohrstelle, liegt die Zukunft des Bauhofs: Aus beengten Verhältnissen an der Frühlingstraße soll er aussiedeln in einen Neubau mit einer großen Haupthalle, in der der Fuhrpark und Werkstätten unterkommen, einem Verwaltungsbau mit Büros, Gruppen- und Sanitärräumen, Umkleiden sowie Wohnraum und überdachten Lagerflächen. Parallel zur Änderung des Bebauungsplans 131, die dafür Baurecht schafft und die der Bauausschuss vor Kurzem in die nächste Auslegungsrunde geschickt hat, läuft die Planung auf Hochtouren, damit im dritten Quartal 2022 der Bau beginnen kann.

Mit ein wenig Verzögerung, die diesem Zeitplan allerdings nichts anhaben soll, stellten Projektsteuerer Björn Nohe und Nicolas Neumann vom Architekturbüro Corso dem Gemeinderat am Dienstagabend, zugeschaltet per Online-Konferenz, die mit dem Bauhof abgestimmte Vorplanung und die Kostenschätzung vor. Damit der Neubau den Bedürfnissen der Bauhof-Mannschaft um Leiter Peter Heiß langfristig Rechnung trägt, wird die Gemeinde mehr Geld in die Hand nehmen. Statt bislang maximal 20 Millionen Euro werden laut Kostenschätzung rund 27 Millionen Euro fällig. Allzu böse Überraschungen sollten da allerdings nicht mehr drohen, wie Nohe ausführte: Eine Risikorückstellung ist mit zehn Prozent eingepreist.

Mehr Nutzfläche kostet auch mehr

Dafür bekommt die Marktgemeinde mehr Nutz- und Verkehrsfläche. Vor allem wächst die etwa 100 Meter lange Haupthalle in die Höhe, wodurch ein Obergeschoss zusätzliche Lagerfläche bietet. Im Obergeschoss des Verwaltungsbaus findet neben der Hausmeisterwohnung zudem eine zweite Wohnung Platz. Haupthalle und Verwaltungsbau sollen mit einer Tunnelbrücke verbunden werden. Sanitärräume in der Halle könne man sich so sparen, erklärte Neumann, zudem diene die Brücke als Rettungsweg und sorge für kurze Wege zwischen den Abteilungen. Das alte Erdöl-Bohrloch darf derweil nicht fest überbaut werden, um für den Notfall den Zugang dazu zu gewährleisten.

Auch energetisch soll der neue Bauhof auf Höhe der Zeit liegen. Er wird nach KfW-Standard 55 gebaut. Langfristig ist ein Anschluss an die Geothermie geplant. Der wird allerdings noch dauern, erklärte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU), weil der nächste Knotenpunkt zum Andocken ans Fernwärmenetz einen Kilometer entfernt liegt. Da jeder Meter Fernwärmeleitung etwa 1000 Euro koste, dürften die Gemeindewerke noch Jahre brauchen, bis der Bauhof angeschlossen ist. Bis dahin soll ein Erdgaskessel mit Biomethanbetrieb die Neubauten heizen. Auf dem Dach der Haupthalle ist eine kleine Photovoltaik-Anlage zur Eigenversorgung geplant. Der große Rest der Dachfläche wird für die Installation vorbereitet, damit ein Dritter dort Solarstrom ernten kann – etwa die Gemeindewerke oder die Energiewende Oberland.

Marktgemeinderat findet Geld gut angelegt

„Die Kostensteigerung kann uns nicht schocken“, fand Robert Wiechmann (Grüne). „Das Wichtigste ist, dass der Bauhof etwas bekommt, von dem er nicht in zwei Jahren sagt: Was habt ihr uns da für ein Glump hingestellt.“ Auch Simon Ammer (SPD) fand die Investition gut angelegt, appellierte aber, Gas zu geben, um weitere Preissteigerungen zu minimieren. Michael Wohlschläger (CSU) bat angesichts der „wahnsinnigen Summe“ darum, in der Planung nach Sparpotenzial zu suchen. Das versicherte Nohe, machte aber klar: „7,2 Millionen Euro wären nur durch massive Programmeinsparungen möglich.“

Für mehr Diskussionsstoff als die Kostensteigerung sorgte der Umstand, dass die Architekten für die Haupthalle Stahl- statt Holzbinderstreben planen: Die Grünen-Fraktion war enttäuscht, wollte am Baustoff Holz festhalten. Bei solchen Spannweiten habe Stahl aber Vorzüge, führte Planer Neumann aus. Unter anderem sei die Konstruktionshöhe niedriger, die Belichtung durch die Oberlichter effektiver. Und bei Holz wäre eine zusätzliche stützende Säulenreihe nötig, die dann wiederum das Rangieren erschwert. Die Gebäude werden aber mit Holz verschalt, wobei für die Haupthalle ein Prallschutz aus Stahlbeton auf den unteren 1,40 Metern vorgesehen ist.

Der Gemeinderat segnete den Vorentwurf samt Kostenschätzung als Grundlage für die weitere Planung einstimmig ab. Martin Taubenberger (FWG) erinnerte daran, dass der Bauhof 1982 in der Frühlingstraße in ein „Provisorium“ eingezogen sei: „Wenn die 27 Millionen für die nächsten 40 Jahre reichen, wäre das doch gut.“

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ag

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