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Feiern im Familienkreis: Nach seinem Sieg in der Stichwahl stieß Holzkirchens künftiger Bürgermeister Christoph Sc hmid (2. v.l.) mit seiner Frau Sabine (2. v.r.), Sohn Philipp und Tochter Patrizia an. 

Stichwahl in Holzkirchen

Neuer Bürgermeister: Schmid siegt in jedem Wahlbezirk

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Der Chefsessel im Holzkirchner Rathaus bleibt in CSU-Hand: Christoph Schmid ist neuer Bürgermeister der Marktgemeinde. In der Stichwahl setzte er sich mit 56,45 Prozent der Stimmen gegen den Grünen-Kandidaten Robert Wiechmann (43,55 Prozent) durch.

Holzkirchen – „Ich fühle mich erst mal als Wahlsieger“, hatte CSU-Kandidat Christoph Schmid vor zwei Wochen nach der Kommunalwahl am 15. März noch zurückhaltend gesagt. „Jetzt bin ich durch, das ist großartig“, sagt der 50-Jährige gestern jubelnd, nachdem alle Holzkirchner Stimmbezirke gegen 19 Uhr ausgezählt waren und feststand, dass er ab Mai Holzkirchner Bürgermeister ist. Seinen Sieg in der Stichwahl gegen Grünen-Kandidat Robert Wiechmann feierte Schmid Corona-bedingt zuhause mit seiner Familie, die ebenfalls ausgelassen jubelte.

Die ersten Glückwünsche bekam Schmid, der die Auszählung im Internet verfolgte, dabei schon kurz nach Auszählungsbeginn um 18 Uhr. „Schon nach vier Wahlbezirken kamen die ersten Anrufe und WhatsApps“, berichtet er. Da habe er jedoch noch zurückhaltend reagiert. Mit jedem weiteren Wahlbezirk, letztlich erhielt er in allen die Mehrheit, stieg allerdings die Vorfreude. Die Ergebnisse waren sehr gleichmäßig, zwischen 53,69 und 60,21 Prozent. „Das hat zur Beruhigung des Nervenkostüms beigetragen“, gibt Schmid zu.

Wiechmann: „Muss Wahl im Gesamten sehen“

Wiechmann, der den Abend ebenfalls mit seiner Frau zuhause verbrachte, ließ sich nach eigener Aussage dagegen vom Ergebnis überraschen. „Das ist schade, ich wäre gerne Bürgermeister geworden und hätte das auch gut hingebracht“, sagte der 56-Jährige. 43,55 Prozent oder 3795 von 8714 gültigen Stimmen – 92 Stimmzettel waren ungültig – seien „ein schönes Ergebnis“.

Stichwahlen im Landkreis Miesbach: Alle Entwicklungen und Ergebnisse im Ticker.

Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen. „Man muss die Kommunalwahl im Gesamten sehen“, sagte Wiechmann mit Blick auf künftig sechs statt vier grünen Sitzen im Gemeinderat. Er sprach von einem „Signal, dass die Zusammenarbeit gewünscht ist“. Bürgermeister wäre er dennoch gerne geworden.

Schmid ist froh, dass Wahlkampf vorbei ist

Doch diesen Posten muss er – zumindest in den nächsten sechs Jahren – Christoph Schmid überlassen. Der künftige Bürgermeister ist froh, dass der anstrengende Wahlkampf endlich vorbei ist – auch wenn das Coronavirus beide Kandidaten in den vergangenen zwei Wochen in ihrem Werben um die Wählergunst deutlich eingeschränkt hat. „Mental hat einen das schon beschäftigt“, sagt Schmid. Auch, weil nicht klar gewesen sei, wie viele Wähler, die vor zwei Wochen auf ihre Kreuze verzichtet haben, bei der Stichwahl zusätzlich abstimmen würden. „Die hatten die Unterlagen jetzt auf dem Küchentisch liegen“, meint er. Die 819 zusätzlichen Wähler machten letztlich keinen Unterschied. Und Altbürgermeister Josef Höß sollte auch recht behalten. „Er hat vor zwei Wochen ein Ergebnis von 58 zu 42 Prozent prophezeit“, verrät Schmid.

Der neue Bürgermeister blickt bereits voraus: „Es warten große Aufgaben.“ Die wichtigste Herausforderung sei es aber, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und zur Tagesordnung überzugehen.

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