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Neuer Ortsbus kommt jetzt alle 30 Minuten: Schnelle Gewerbe-Linie geht am 1. September in Betrieb

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Von: Andreas Höger

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Abschied und Neustart: Holzkirchens Zweite Bürgermeisterin Birgit Eibl (m.) und Standortförderin Eva Schmitz (r.) bedankten sich bei den RVO-Vertretern Peter Bartl (2. v.r.) und Fahrer Andreas Felbinger für das Betreiben der alten Ortsbus-Linien. Den Zuschlag für den Nachfolger, die Gewerbe-Linie, bekam Berr-Reisen, bei der „Übergabe“ gestern vertreten durch Christoph Heil (l.).
Abschied und Neustart: Holzkirchens Zweite Bürgermeisterin Birgit Eibl (m.) und Standortförderin Eva Schmitz (r.) bedankten sich bei den RVO-Vertretern Peter Bartl (2. v.r.) und Fahrer Andreas Felbinger für das Betreiben der alten Ortsbus-Linien. Den Zuschlag für den Nachfolger, die Gewerbe-Linie, bekam Berr-Reisen, bei der „Übergabe“ vertreten durch Christoph Heil (l.). © Thomas Plettenberg

Sechs Holzkirchner Ortsbus-Linien gab es bei der Einführung anno 2007. 15 Jahre später hat das klassische Ortsbus-Netz ausgedient. Nur ein Nachfolger bleibt: Am 1. September startet die Gewerbe-Linie – eine schnelle Schleife, die mit dichtem 30-Minuten-Takt besonders für Pendler attraktiv sein soll.

Holzkirchen – Peter Bartl ist ein fairer Verlierer. „Wir haben die Ausschreibung nicht gewonnen, so ist das Leben.“ Der Sprecher der RVO-Niederlassung Tegernsee/Bad Tölz war am Dienstag (30. August) mit Andreas Felbinger, einem seiner Busfahrer, an das Busterminal des Holzkirchner Bahnhofs gekommen, um gemeinsam mit Zweiter Bürgermeisterin Birgit Eibl (FWG) und Standortförderin Eva Schmitz ein Kapitel Holzkirchner Ortsbus würdig zu beenden.

Gleichzeitig wird ein neues Kapitel ÖPNV in Holzkirchen aufgeschlagen: Die Firma Berr-Reisen aus Bruckmühl bekam den Zuschlag für die neue Gewerbe-Linie, die einzig verbleibende klassische Ortsbus-Linie. 190 500 Euro lässt sich das Rathaus die Linie kosten, der Vertrag läuft fünf Jahre.

„Es war eine sehr lange und intensive Vorbereitungszeit“, betonte Eibl, ehe sie den beiden RVO-Vertretern kleine Abschiedsgeschenke und Berr-Sprecher Christoph Heil ein Begrüßungsgeschenk überreichte. Durchschnittlich nur 45 Fahrgäste stiegen täglich in einen Bus der drei alten, vom RVO betriebenen Ortsbus-Linien – viel zu wenig, um die enormen Kosten zu rechtfertigen.

Nach einigem Hin und Her mit dem Landkreis, was die Zuständigkeit anbelangt, wechselt das Rathaus jetzt auf eine Doppelstrategie: Nur noch eine Ortsbus-Linie bleibt, die anderen Ortsteile deckt der Ruf-Bedarfsbus „hoki“ ab, der zum 7. oder 8. September starten soll.
Ausführliche Infos zu diesem Angebot finden Sie hier.

Nahtlos dagegen gehen die RVO-Linien am morgigen Donnerstag in die eine Berr-Linie über. „Es war sportlich, einen 30-Minuten-Takt hinzubekommen und gleichzeitig wichtige Bahn- und Regionalbus-Anschlüsse zu beachten“, sagt Eibl. Dafür wurden sogar Haltestellen gestrichen. „Jetzt passen die Schnittstellen“, sagt Schmitz. Ziel ist, besonders Pendler-Autos von der Straße zu bekommen; sie sollen mit der Bahn kommen und für die „letzte Meile“ zu den Arbeitsplätzen den schnellen Bus nehmen.

Sandoz-Hexal beteiligte sich schon am alten Ortsbus. „Wir werden auf weitere Betriebe zugehen und um Unterstützung für den Bus bitten“, sagt Schmitz. Je mehr Firmen mitzahlen, je mehr Tickets verkauft werden, desto weniger der 190 500 Euro muss die Gemeinde tragen. Der Landkreis stellte eine zehnprozentige Beteiligung in Aussicht.

Berr engagierte zwei Fahrer und kaufte einen neuen Bus, der im Holzkirchen-Design (grünes Daumen-H) unterwegs sein wird. Rund 280 000 Euro kostet der Bus, wie Berr-Sprecher Heil erklärte. Er läuft mit Diesel, nicht mit Strom. „Ein Elektro-Bus würde 600 000 Euro kosten und bräuchte eine spezielle Lade-Infrastruktur“, wusste RVO-Sprecher Bartl aus Erfahrung. „Uns wurde abgeraten“, sagt Schmitz, „es bestand die Gefahr, dass wir bei Strom-Busse keine Angebote bekommen.“ Der RVO hat einige Elektro-Busse in Betrieb. Sie schaffen 350 Kilometer mit einer Ladung und bewährten sich laut Bartl auch bei winterlichen Bedingungen.

Wussten Sie schon, dass eine private Firma in Holzkirchen nach Erdgas bohren will und die Gemeinde davon wenig begeistert ist? Alle Details dazu lesen Sie hier.

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