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Waldbesitzervereinigung Holzkirchen, Alexander Necker
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Die Geschäfte bei der Waldbesitzervereinigung führt jetzt Alexander Necker. Der 36-Jährige hat die Nachfolge von Gerhard Penninger angetreten. 

Alexander Necker (36) ist Nachfolger von Gerhard Penninger

Neuer WBV-Geschäftsführer im Interview: „Zeit, den Wald zukunftsfähig zu machen“

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Seit Kurzem ist Alexander Necker (36) Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen. Im Gespräch erklärt er, warum er die WBV nicht umkrempeln will.

Holzkirchen – Seit Kurzem ist Alexander Necker (36) Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen. Der bisherige Einsatzleiter ist seit 2014 bei der WBV. Er kennt die Waldbesitzer von der Arbeit im Wald und der Mitgliederbetreuung im Büro. Im Gespräch erklärt der Benediktbeurer, warum er an Bewährtem festhalten und die WBV eher weiterentwickeln als umkrempeln will.

Herr Necker, Sie haben Ihr Amt mitten in der Corona-Krise angetreten. Denkbar ungünstig, oder?

Alexander Necker: Es war mitten im Lockdown, also schon schwierig. Zum einen, weil sich unsere Mitarbeiter und Holzvermittler oft zu Besprechungen treffen. Das ging plötzlich nicht mehr. Zum anderen, weil wir durch die Grenzschließungen teilweise die Sägewerke in Österreich nicht mehr mit unseren Bäumen beliefern konnten. Durch Orkan Sabine und Folgestürme im Februar hatten wir Windwurf. Die Bäume mussten raus aus dem Wald.

Inzwischen ist die Grenze wieder offen. Sind die Bäume weg?

Alexander Necker: Ja, seit einigen Wochen.

Wie hat das geklappt?

Alexander Necker: Wir haben, wie schon in der Vergangenheit, versucht, politischen Entscheidungsträgern unsere Anliegen zu erklären und was wir anpacken müssen. Zum Beispiel bei der Grenzöffnung für Holztransporte hat das geholfen. Außerdem haben wir unsere Mitglieder bei der Aufarbeitung und Vermarktung des Schadholzes unterstützt und den Waldbesitzern, die das selbst nicht leisten konnten, unsere Dienstleistungen angeboten. Das System funktioniert.

Lesen Sie auch: Nach Extremwetter-Schäden: Waldbesitzer fürchten nächsten Angriff

Klingt, als wollten Sie die WBV eher weiterentwickeln als umkrempeln.

Alexander Necker: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Die WBV gibt es seit 1949, unsere Methoden haben sich entwickelt und bewährt. Die Schwerpunkte verschieben sich immer wieder mal, man muss an kleinen Stellschrauben nachdrehen. Aber im Grunde sind wir auf einem soliden Niveau. Wir brauchen sicher keine Revolution, sondern eine Evolution. Die will ich zusammen mit meinen Kollegen leisten.

Wie wollen Sie die Schwerpunkte anpassen?

Alexander Necker: Wir müssen mehr nach außen wirken. Die Gesellschaft muss den Wald nicht nur als Freizeitkulisse, sondern auch als wichtigen Ort für Umweltschutz, Luftreinhaltung und Wasser- und Bodenschutz wahrnehmen. Holz ist der beste, nachhaltigste und einzige nachwachsende Rohstoff. Es bindet CO2 auf Jahrhunderte. Besseren Klimaschutz als Holznutzung gibt es nicht, gerade weil es nirgendwo so eine nachhaltige Forstwirtschaft gibt wie in Bayern. Durch den Klimawandel haben das viele verstanden. Aber wir müssen es allen ins Bewusstsein bringen.

Wie?

Alexander Necker: Bei unseren kommunalen Entscheidungsträgern müssen wir die Werbung für den Einsatz unseres heimischen, nachwachsenden Rohstoffes noch verstärken. Bei der Holzverwendung, gerade im Bausektor, gibt es noch viel Luft nach oben.

Stichwort Holzpreise: Können Sie da etwas tun?

Alexander Necker: Schwierig. Das Problem entsteht nicht hier, also können wir es schwer lösen. Wir in Südbayern sind von vielen Schadholzereignissen noch verschont worden. In Tschechien und Mitteldeutschland beispielsweise wütet der Borkenkäfer so massiv, dass ganze Landstriche grau sind. Weil da seit drei, vier Jahren Land unter ist, senkt das den Holzpreis und trifft auch unsere vergleichsweise heile oberbayerische Welt. Der Holzmarkt ist ein europäischer Markt.

Wann wird sich der Holzmarkt erholen?

Alexander Necker: Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das in naher Zukunft entwickeln wird. So lange enorme Schadholzmengen im europäischen Raum anfallen, werden sich der Holzmarkt und der Holzpreis nicht merklich erholen.

Was können Sie in der Zwischenzeit für Waldbesitzer tun?

Alexander Necker: Wir können ihnen in Zusammenarbeit mit den staatlichen Förstern des AELF helfen, ihren Wald zukunftsfähig aufzustellen. Gerade in Zeiten schlechter Holzpreise kann man beispielsweise die Pflege von Jungbeständen in Angriff nehmen, um diese zu stabilisieren und fit für den Klimawandel zu machen. Zumal es demnächst für solche Maßnahmen Fördergelder geben soll. Hierbei stehen wir natürlich unseren Mitgliedern als Dienstleister zur Verfügung und kümmern uns um Organisation und Durchführung der Pflegemaßnahmen.

mas

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