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Vorschlag der Freien Wähler

Neues Einheimischenmodell: Es muss nicht immer ein ganzes Haus sein

Kann ein neues Einheimischen-Modell die angespannte Wohnungssituation in Holzkirchen abmildern? Die Freien Wähler glauben an diese Möglichkeit, auch wenn klar ist, dass nicht alle Interessenten zum Zuge kommen können.

Holzkirchen Der angebotene Diskussionsabend der Freien Wähler zum Thema „Einheimischenmodell 4.0“ fand zwar nur mäßigen Zuspruch, brachte aber einige Erkenntnisse, die die FWG-Fraktion demnächst in einem Antrag an den Gemeinderat berücksichtigen will.

Neben dem Mietwohnungsbau könnte die Gemeinde, geht es nach der FWG, auch dafür sorgen, dass Einheimische selbst bezahlbaren Wohnraum erwerben können – auch in Mehrfamilien-Geschossbauten.

Klar wurde an diesem Abend: Wenn Vermögens- und Einkommensgrenzen sowie soziale Kriterien Berücksichtigung finden, hat die Europäische Kommission inzwischen keine grundsätzlichen Einwände mehr gegen die in Bayern praktizierten Einheimischen-Fördermodelle.

FWG-Gemeinderat Erdal Karli zeigte auf, wie der Mangel an erschwinglichem Wohnraum langsam, aber unheilvoll eine anfangs eher unauffällige Kettenreaktion in Gang setzt: Mangels bezahlbaren Wohnraums müssen Menschen mit geringeren oder selbst mittleren Einkommen wegziehen; das betreffe Berufsanfänger, aber auch Facharbeiter, Handwerker oder Angestellte. Darunter leide der Familienzusammenhalt; ohne Oma und Opa in greifbarer Nähe gerate „jede Kleinigkeit zur finanziellen und organisatorischen Herausforderung.“

Für Vereine und Ehrenämter bleibt dann in der weiteren Folge kaum noch Zeit. Schon jetzt melden viele Organisationen und Vereine Probleme gerade bei der Suche nach Führungspersonal. „Allmählich trifft’s auch die Feuerwehr,“ warnte Gemeinderat Martin Taubenberger. Die soziale Balance nehme Schaden, wenn nur die im Ort bleiben können, die das nötige Kleingeld mitbringen.

Die Marktgemeinde, so schlussfolgerte Karli, müsse im eigenen Interesse dafür sorgen, dass sich eine gut gemischte Bevölkerung an den Heimatort bindet und für die Gemeinschaft engagiert.

Anhand des neu aufgelegten Ebersberger Modells zeigte Fraktionsvorsitzende Birgit Eibl, wie ein Katalog für Bewerber-Kriterien ausschauen kann. Als Einheimischer gilt da bereits, wer fünf Jahre am Ort lebt; Punkte gibt es für ehrenamtliches Engagement, beim Einkommen sind Obergrenzen definiert. Kinder und behinderte Familienmitglieder erhöhen die Zuschlags-Wahrscheinlichkeit. Sollte die begünstigte Immobilie später verkauft werden, fallen etwaige Spekulationsgewinne an die Gemeinde. Anders als die Stadt Ebersberg, die den Grund verkauft, wollen Holzkirchens Freie Wähler das kommunale Bauland in Erbpacht vergeben. „Nur so können tatsächlich die Bewerber günstig bauen, die wir als Marktgemeinde am Ort halten wollen“, sagte Eibl. 

Gudula Beyse

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