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Bald ein Biergarten? Herdergarten und Marktplatz bietet nach Ansicht der Experten beste Möglichkeiten, das Ortszentrum zu beleben und Mobilität zu steuern.

"Parkplatz sowieso nie ausgelastet"

Konzept: Herdergarten soll Biergarten werden

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Holzkirchen - Beim „Integrierten Mobilitätskonzept“ gibt's Konkretes: Speziell Herdergarten und Marktplatz stehen im Fokus. Dort - so eine Idee - ließe sich ein Biergarten machen.

Bisher war viel Theorie. Verkehrsplaner Ralf Kaulen, Ortsplanerin Manuela Skorka und Hilmar Sturm, Fachmann für Bürgergutachten, analysierten im Auftrag der Marktgemeinde die Mobilitäts-Struktur. Zuletzt organisierte Sturm mit 41 zufällig ausgewählten Gemeindebewohnern (16 bis 82 Jahre) ein Bürgergutachten. 

Bei einem Zwischenbericht des Gutachter-Dreigestirns am Dienstag im Gemeinderat berichtete Sturm über erste Erkenntnisse. Die vielleicht wichtigste: Für die „Repräsentanten der schweigenden Mehrheit“ (Sturm) spielte die Aktivierung des Ortszentrums die Hauptrolle. Der Herdergarten, so einer der größten Wünsche, solle zu einem Biergarten werden.

Den Ball nahm Verkehrsplaner Kaulen auf. Er verwies darauf, dass die Parkplätze im Herdergarten „an keinem Tag voll besetzt sind“. Hier könne die Gemeinde steuernd eingreifen und Parkflächen reduzieren. „Die Zahl der Parkplätze ist ein wichtiges Kriterium, um Mobilität zu verändern“, sagte Kaulen. 

Städteplanerin Skorka hatte das Ortszentrum mit Marktplatz und Herdergarten gewählt, um darzustellen, „wie man belebte Räume schafft“. Sie kann sich dort einen verkehrsberuhigten Bereich vorstellen, in dem Fußgänger Priorität genießen. „Für Parken ist der Herdergarten zu schade“, findet auch sie. 

Die Zufahrten ließen sich von hinten über die Frühlingstraße steuern. Für Mitarbeiter von Rathaus und Arbeitsagentur sei ein Tiefgarage denkbar. Die geplanten Verlegungen des Bauhofs und des Kinderhorts versprechen laut Skorka weitere Spielräume. Auf dem Marktplatz würde sich ein Biergarten anbieten. Und die Gemeinde dürfe sich nicht scheuen, die Plätze zu bespielen, etwa durch Wasserelemente oder feste Marktstände.

„Ein autofreies, neues Zentrum wird wohl ein Kernthema werden“, glaubt Hans Putzer (SPD). Albert Kraml (CSU) warnte jedoch: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir dort Parkplätze entfernen.“ Deutlicher wurde Wolfgang Jennerwein (FW), der am Marktplatz ein Modegeschäft betreibt. „Ein Zuwegung von hinten würde mein Geschäft stören.“ Die Hälfte seiner Kunden komme aus dem Münchner Raum. „Die Zufahrt über den Marktplatz ist meine Lebensader.“ Eine Neugestaltung des Ortszentrums müsse immer auch mit den Einzelhändlern abgestimmt werden. „Sonst müssen wir einen starken Verein gründen“, sagte Jennerwein. 

Eben dies sei ein lange gehegter Wunsch der Gemeinde, betonte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). „Dann hätten wir endlich einen Ansprechpartner.“ Kaulen betonte, dass sich die Gemeinde Gedanken machen müsse, „wie viel Weg sie den Leuten fußläufig zumuten wollen“. 

Die gesammelten Erkenntnisse der Experten, nicht nur zum Ortszentrum, seien eine „hervorragende Entscheidungsgrundlage“, fand Robert Wiechmann (Grüne). „Mich macht das richtig euphorisch“, sagte Irmi Ammer (SPD). 

Auf Vorschlag von Löwis einigte sich der Gemeinderat auf eine zweitägige Klausursitzung Ende Oktober, um für erste Maßnahmen eine Prioritätenliste zu erstellen. „Die Bevölkerung erwartet Taten, wir sind gefordert“, betonte der Bürgermeister. „Der Gemeinderat muss die Ziel formulieren“, sagte Kaulen, „wir sagen dann, welche Stellschrauben dafür zu drehen sind.“ CSU-Sprecher Christoph Schmid betonte allerdings, dass er als Laie auch darauf baue, „von unseren Experten die richtigen Empfehlungen zu bekommen.“

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