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Neues Programm: Christin Hensel (l.) und Diana Heine, hier mit Bürgermeister Olaf von Löwis, bekommen für die Vergabestelle ein Managementsystem für Ausschreibungen aller Art. Die Gemeinde holt nun Angebote ein.

„Wir wollen sukzessive komplett umstellen“

Neues System für Ausschreibungen: Vergabestelle im Rathaus rüstet auf

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Die Vergabestelle im Holzkirchner Rathaus bekommt ein elektrisches Managementsystem für Ausschreibungen. Auch kleinere Firmen, die Angebote unterbreiten, sollen davon profitieren.

Holzkirchen – Büroinventar kaufen, ein Feuerwehrauto bestellen oder Bauarbeiten vergeben. All das wird für eine Gemeinde immer komplizierter. Sie hat bestimmte Vergabe-Richtlinien einzuhalten, die sich stets ändern und verschärfen. Im Rathaus Holzkirchen wird das wie berichtet zentral in einer Vergabestelle gesteuert. Leiterin Christin Hensel und ihre Kollegin Diana Heine können dabei künftig ein elektronisches Managementsystem nutzen. Der Hauptausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, Angebote von Firmen einzuholen, die entsprechende Systeme installieren.

Über das Computer-Programm kann die Vergabestelle der Marktgemeinde online Aufträge oder Anschaffungen ausschreiben und entsprechende Angebote einholen. Bereits seit 2016 passiert das bei EU-weiten Ausschreibungen, die nötig sind, wenn gewisse Schwellenwerte überschritten werden – bei Bauaufträgen sind das 5,225 Millionen Euro, bei Liefer- und Dienstleistungen 209 000 Euro. 

Ab Oktober ist deren Vergabe über ein Managementsystem verpflichtend. Künftig sollen in Holzkirchen aber nicht nur die EU-Ausschreibungen elektrisch vergeben werden, sondern auch alle Vergaben unterhalb der Schwellenwerte. Bislang würden, gerade kleinere Firmen, ihre Angebote noch per E-Mail oder Fax einreichen, erklärte Vergabestellen-Leiterin Hensel im Hauptausschuss: „Das wollen wir sukzessive komplett umstellen, damit wir nicht mit drei Medien arbeiten müssen.“ 

Neben der Vereinheitlichung der Auftragsvergabe biete ein solches System demnach auch eine höhere Datenschutz-Sicherheit und eine geringere Korruptionsanfälligkeit. Zudem, erklärt Hensel, weise das System die Bieter automatisch darauf hin, falls eingereichte Unterlagen unvollständig sind. Im besten Fall, hofft Hensel, steigere sich so die Qualität der Angebote. 

Dass an der Anschaffung eines Systems nicht zu rütteln sei, daran bestehe kein Zweifel, sagte Christoph Schmid. Der CSU-Vorsitzender sorgt sich jedoch um die Auswirkungen dieser Umstellung auf Klein- und Kleinstunternehmen: „Die drängen wir aus dem Wettbewerb, weil sie die technischen Voraussetzungen nicht haben.“ Auch sein Parteikollege Josef Sappl sen. befürchtet, dass die Gemeinde „durch den Aufwand weniger Angebote“ von kleinen, regionalen Firmen bekomme. Schmidt appellierte deshalb dafür, nicht gleich den „kompletten Sprung zu machen“. 

Genau das sei der Plan, sagte Hensel. Nicht alle Vergaben sollen sofort über das System – im ersten Jahr kostet es rund 19 000 Euro, dann jährlich etwa 12 000 Euro – erfolgen. Ihr schwebt eine „Übergangszeit von x Monaten“ vor. Solange können Firmen ihre Angebote noch schriftlich einreichen. 

Aufgeschoben wird zunächst auch der Anschluss umliegender Gemeinden an das Holzkirchner Vergabesystem. Zwar gebe es erste Anfragen. Man wolle aber erst einmal mit „angezogener Handbremse“ starten, sagte Hensel. Ein vernünftiger Vorschlag, wie Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) befand, die die Sitzung in Abwesenheit von Rathauschef Olaf von Löwis leitete. „Bevor wir die Fühler ausstrecken, sollte es bei uns im Haus laufen“, sagte Dasch.

fp

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