Ein Lint der BRB bei Schaftlach.
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Leiser durchs Oberland: Die Lint-Flotte der BRB wird mit Absorberringen nachgerüstet. 480 Stück müssen erst hergestellt und nach und nach in den 30 verbleibenden Triebwagen eingebaut werden. Das dauert.

Bayerische Regiobahn

Nochmal 1,5 Millionen, damit a Ruah is: Die Absorberringe kommen

Landkreis – Das Quietschen der Lints soll ein haben - aber nicht bald. Zwar werden die Absorberringe eingebaut, doch bis die komplette Flotte der BRB im Oberland umgerüstet ist, dauert es.

Die Hoffnung bei lärmgeplagten Anwohnern verschiedener Bahnabschnitte im Oberland war groß. Jetzt ist sie erfüllt worden, doch mit der Umsetzung wird es noch ein bisschen dauern: Die Lint-Flotte der Bayrischen Regiobahn (BRB) wird mit sogenannten Absorberringen nachgerüstet. Heißt: Das Quietschen der Räder während der Fahrt soll deutlich leiser werden.

Freistaat zahlt 90 Prozent der Umrüstungskosten

Das Okay zur Umrüstung kam von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und dem Verkehrsministerium, die die Umrüstung größtenteils bezahlen, wie aus einer Pressemitteilung der Stimmkreisabgeordneten und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hervorgeht. Aigner hatte sich, so heißt es, in den vergangenen Wochen für die Kostenübernahme seitens des Freistaats starkgemacht: „Ich freue mich, dass die BEG und das Verkehrsministerium die Mittel freigeben. Damit ist die letzte Hürde für die Umrüstung genommen.“ Insgesamt kostet die Maßnahme etwa eineinhalb Millionen Euro. Das ist etwas mehr, als etwa der Technische Geschäftsführer der BRB, Arnulf Schuchmann, zuletzt schätzte. Der Freistaat zahlt mit 90 Prozent den Löwenanteil, die BRB trägt die verbleibenden zehn Prozent. Letztere ist von der Kostenbeteiligung zwar nicht begeistert, schließlich ist sie mit zugelassenen Zügen unterwegs. Bei einer Weigerung wäre sie aber sofort als Buhmann dagestanden. Und nicht zuletzt „wollen wir diesen abschließenden Schritt gehen“, sagt Schuchmann. Abschließend deshalb, weil an den Zügen hinsichtlich einer Lärmminderung nun wirklich nichts mehr zu machen ist. Zumindest nichts, was Schuchmann noch einfallen würde.

Absorberringe haben bei Test gut gewirkt

Bei Testfahrten mit leeren Zügen im Mai hatte sich abgezeichnet, dass die Absorberringe, auch Radschallabsorber genannt, wirken (wir berichteten). Sie verringern Schwingung in den Rädern beim Kontakt mit den Gleisen. Dieses „Gleisgezwitscher“ taucht vor allem an trockenen Tagen und in Kurven auf. Ihre Testfahrten hatte die BRB im ganzen Oberlandnetz, also auf allen drei Ästen nach Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries unternommen. Laut Schuchmann war auch die BEG dabei und – aus Interesse – die DB Regio.

Umrüstung der Flotte wird zwölf bis 16 Monate dauern

Nun also das Okay zur Umrüstung, doch die Beteiligten treten auf die Euphoriebremse. Schuchmann: „Von heute auf morgen geht das nicht. Die Absorberringe müssen erst einmal produziert werden.“ 480 Stück werden insgesamt benötigt. Weil die Umrüstung im laufenden Betrieb über die Bühne gehen muss, kann jeweils nur ein Satz Achsen zum Hersteller nach Bochum geschickt werden. Dort werden die Räder umgerüstet, und nach dem Rücktransport müssen die Achsen in die Lint-Züge eingebaut werden. Schon der letzte Schritt benötigt zwei bis drei Tage. Bis alle 31 Triebwagen die neuen Räder mit Absorberringen haben, werden zwölf bis 16 Monate vergehen, schätzt Schuchmann. Denn zunächst muss die Neuerung vom Eisenbahnbundesamt genehmigt werden. Und die Bestellung muss auch erst noch rausgehen.

Abschließend lobt Aigner: „Die Verantwortlichen bei der BRB haben im letzten Jahr viel dafür getan, dass die Geräuschentwicklungen vermindert werden.“

Lesen Sie hierzu auch: Zugverkehr im Oberland: Wasserstoff für BRB vorerst kein Thema und: BRB-Züge: Die Pfeiferei ist nicht zu ändern

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