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Ein Betreuungsprogramm für die Schüler während des Schulausfalls hat Elternbeiratsvorsitzende Martina Koll (oberes Bild, Mitte) organisiert. Hier spielen sie Ball in der Turnhalle der Mittelschule.

Oberland-realschule: Nach Brand

Zeugnisse gibt es notfalls im Freien

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Nach dem Brand bleibt die Realschule bis Mittwoch zu. Elternbeirat und TuS haben ein Betreuungsprogramm organisiert. Notfalls gibt es die Zeugnisse am Freitag im Freien.

Verschlossene Türen: Bis Mittwoch fällt der Unterricht auf jeden Fall aus. Wie es am Donnerstag und Freitag weitergeht, soll eine Überprüfung der Räume klären. Rektor Joachim Fischer (linkes Bild) versucht, die Situation so gelassen wie möglich zu nehmen.

Holzkirchen – In Aula und dem C-Riegel mit einigen Klassenzimmern und Fachräumen rieche es zwar noch wie bei einem Lagerfeuer. Aber Rektor Joachim Fischer versucht, dem Unglück mit Gelassenheit zu begegnen: „Wir sind mittlerweile abgehärtet“, sagt er und lacht etwas bitter. „Da kommt Routine auf.“ Routine in Sachen Notfällen. Vor Kurzem der Wasserschaden in der Turnhalle, vergangenen Donnerstag der Fehlalarm, bei dem alle Schüler das Schulhaus verlassen mussten (wir berichteten). Und jetzt auch noch das: ein Brand. „Was soll ich tun?“, fragt Fischer. Sicher, er könnte sich grämen, was für ein armer Hund er sei. Doch er hält sich zurück mit dem Jammern. Zumindest sei es am Ende des Schuljahres passiert. Am Montag, 31. Juli, beginnen die Sommerferien.

Wie berichtet, war am Samstag ein Kabelbrand im Untergeschoss der Oberland-Realschule wegen eines technischen Defekts im Aufzugsschacht der Turnhalle ein Kabelbrand ausgebrochen. Ein Stromverteiler geriet in Brand und wurde beschädigt. Der Rauch verteilte sich im Schulhaus. Der Unterricht fällt von Montag bis Mittwoch aus.

Über das elektronische Infosystem der Schule hatte Fischer am Wochenende die Eltern informiert. Dank des Elternbeirats und Whats-App-Gruppen seien am Ende – bis auf zwei Ausnahmen – alle im Bilde gewesen.

Blieb die Frage, wie die Kinder in der Zeit der Schulschließung betreut werden. „Die meisten Eltern sind berufstätig“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Martina Koll. „Die wussten nicht, was sie mit ihren Kindern machen sollen.“ Daher organisierte sie mit Christiane Utz, der Geschäftsführerin des TuS, ein Betreuungsprogramm. Einige Übungsleiter des Vereins erklärten sich bereit, die Kinder mit Ballspielen, Badminton oder Judo bei Laune zu halten. Teils an den Sportplätzen an der Haidroad, teils in Turnhallen. Über die drei Tage verteilt seien es gut 30 Kinder. Am Montag brachte die Frischeküche einen warmen Snack vorbei. „Das komplette Essen hatten wir storniert.“ Wer die Kosten übernimmt, sei unklar. Vielleicht der Elternbeirat, vielleicht finde sich eine Firma als Sponsor.

Der Rest der Schüler ist laut Fischer zu Hause geblieben. Und denen tut der Schulausfall wohl am wenigsten weh. „Natürlich sind die Kinder nicht böse“, sagt Koll. Laut Fischer hatten sich die Zehntklässler, die am Freitag verabschiedet wurden, ein wenig darüber geärgert, dass das bei ihnen nie passiert sei.

Der Schulleiter sieht das etwas anders: Viel Schulstoff hätte es am Ende des Schuljahres zwar nicht mehr gebeben, aber: „Wir hätten an den drei Tagen unsere Projekttage gehabt.“ Mit einem spannenden Programm: Medienführer, Drogenprävention sowie Besuch beim Bauern und Förster zum Beispiel. Das alles muss nun ausfallen, externen Referenten hatte Fischer abgesagt. Die Lehrer mussten trotzdem erscheinen. „Sie haben ja eine Dienstpflicht.“ Sie konzentrieren sich auf Vorbereitungen und den Jahres-Abschluss.

Ob am Donnerstag und Freitag das Schulhaus zu bleibt, ist noch offen. Laut Martin Pemler, Verwaltungsleiter im Landratsamt, hat seine Behörde einen Baubiologen beauftragt. Dieser soll herausfinden, ob beim Brand gesundheitsgefährdende Stoffe ausgetreten sind. Der Kunststoffmantel des Kabels berge eine potenzielle Gefahr. Bis morgen, Mittwoch, sollen Ergebnisse vorliegen. Dann wird entschieden, wann die Schüler ins Schulhaus dürfen. Die Reinigung übernehme eine Spezialfirma. Grob geschätzt rechnet das Landratsamt mit 30 000 Euro Kosten. Der Schaden am Stromverteiler liegt bei 5000 Euro. Das Landratsamt als Sachaufwandsträger müsste die Ausgaben übernehmen. Laut Pemler gibt es aber eine Brandschutzversicherung.

Am Donnerstag gäbe es laut Fischer einen Gottesdienst in der Segenskirche und Unterricht. Am Freitag – traditionell sei da um zehn Uhr Schluss – werden auf jeden Fall die Zeugnisse verteilt. „Notfalls draußen auf dem Schulhof.“ Das wäre zumindest ein Ereignis, an das sich die Schule lange erinnern wird.

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