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Der Knotenpunkt Münchner- Tölzer Straße ist stark belastet. 

Orts-und Mobiliätskonzept vorgestellt

Weichenstellung für die Zukunft Holzkirchens

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Das Orts- und Mobilitätskonzept wurde jetzt im Gemeinderat vorgestellt. Es dient der Gemeinde künftig als Leitfaden bei Planungen. Doch jetzt geht die Arbeit erst so richtig los.

Holzkirchen – Für die Gemeinde ist es ein wichtiger Moment, eine Weichenstellung für die Zukunft. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) macht ein andächtiges Gesicht: „Nach zwei Jahren intensiver und engagierter Arbeit sind die beiden Konzepte fertig gestellt.“ Und: „Es liest sich gar nicht so schlecht“, scherzt er. Ziel sei, die Verkehrs-Belastung in Holzkirchen zu minimieren, und für kommende Generationen den Ort zu gestalten.

Ortsentwicklerin Manuela Skorka und Verkehrsplaner Ralf Kaulen übergaben nun in der Gemeinderatssitzung ihre Konzepte. Der jetzige Beschluss – der einstimmig ausfiel – gebe eine grobe Zielrichtung vor, als Leitfaden für künftige Entwicklungen, erklärte Löwis. „Einzelmaßnahmen werden heute nicht beschlossen.“ Auszugsweise stellten die Fachleute ihrer Expertisen vor.

Wohnraum für alle

Skorka griff einige Themen heraus, unter anderem den Wohnraum. Über 70 Prozent der Wohngebäude in Holzkirchen seien Einfamilienhäuser. Durch eine veränderte Bevölkerungsstruktur – mehr Ältere – würden zunehmend kleinere, barrierefreie Wohnungen gebraucht. „Hier besteht Anpassungsbedarf.“ Die Gemeinde könne mit kommunalem Wohnungsbau gegensteuern oder auf Privateigentümer zugehen, damit Baulücken gefüllt, Häuser zur mehreren Einheiten umgebaut werden.

Mobilität

Ziel ist nach Ansicht der Experten eine veränderte Mobilität. Die Leute sollen verstärkt aufs Auto verzichten und andere Verkehrsmittel nutzen. Bislang ist die Belastung durch Kfz-Verkehr in Holzkirchen hoch – an den Hauptachsen sind es laut Kaulen im Schnitt über 10 000 Fahrzeuge pro Tag. Besonders der Knotenpunkt Münchner-/Tölzer Straße sei belastet. Da 80 Prozent hausgemachter Verkehr sei, könne eine Reduzierung gelingen. Einen Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr wie Bus und Bahn möchte Kaulen fördern, attraktive Strukturen seien zu schaffen. „Es macht bislang nur bedingt Spaß, in Holzkirchen zu Fuß zu gehen.“ Auch auf manche Parkplätze könne man verzichten. Der Verkehr müsse gemeindefreundlich geführt werden, es gelte andere Akteure zu beteiligen, weil die Gemeinde nicht für alle Bereiche zuständig ist. Das spielt bei einem Projekt eine Rolle, das für Löwis der Schlüssel für viele andere ist: Die Ortsdurchfahrt (Münchner Straße) soll zur Gemeindestraße abgestuft werden. Zum Tausch soll die Nordspange zur Staatsstraße werden. Damit verspricht sich die Gemeinde mehr Handlungsspielraum für Verkehrsberuhigung (wir berichteten).

Eine Verkehrsberuhigung dient Skorka zufolge dazu, die Aufenthaltsqualität etwa an Marktplatz und Herdergarten zu verbessern, oder die historischen Straßenzüge aufzuwerten. Ein gestärkter Einzelhandel oder ein attraktiveres Marktwesen – zum Beispiel durch Überdachungen – könnten den Ort beleben. Auch der Bahnhof ist zentral, nicht nur, um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. Skorka nannte ihn „wenig einladend“. Die Bahn plant bekanntlich eine Umgestaltung des Areals. Mit Kino, Club oder Hotel könne man das Areal aufhübschen.

Freiräume

Im Haupotort Holzkirchen gibt es laut Skorka wenig frei nutzbare Grünflächen. Von hoher Qualität sei dafür die freie Landschaft in der Umgebung. Diese Bereiche gelte es besser zu verzahnen.

Sport

„Es ist ein vielfältiges Sport-Angebot vorhanden“, sagte Skorka. Zur Erweiterung der Sportstätten fokussiere man statt eines zentralen Sportzentrums eine Clusterbildung. Mögliche Standorte sind laut Löwis das Moarhölzl und der nördliche Ortsrand, wo es keine Immissionskonflikte mit Anwohnern gibt.

Umsetzung

Die Experten haben alles erledigt, jetzt ist die Gemeinde dran. „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“, sagte Löwis. Die Verwaltung soll nun aus den Anhaltspunkten einen Maßnahmenplan erarbeiten – samt Prioritätenliste sowie Finanz- sowie Zeitplan. Bei einem Infoabend am 29. März im Oberbräu-Festsaal erfahren Bürger Einzelheiten. Über einzelne Maßnahmen, die Skorka und Kaulen vorschlagen, entscheidet der Gemeinderat nach und nach. Heuer sollen Sofortmaßnahmen starten. Für Löwis gehört dazu die Verkehrsberuhigung an Münchner Straße sowie in Großhartpenning. Auch der empfohlene Durchstich vom Gewerbegebiet-Ost zur Rosenheimerstraße gefällt ihm. Priorität haben für ihn die Umgestaltung des Bahnhofs, die Entwicklung der Sportstätten sowie der Wohnraum. Die Fraktionssprecher äußerten sich positiv zum Konzept. „Für mich ist das ein Schritt in eine richtige Richtung“, meinte Elisabeth Dasch (SPD). Man habe im Gespräch mit anderen Akteuren nun Argumente an der Hand, fand Christoph Schmid (CSU). Das Ergebnis könne sich sehen lassen“, meinte Robert Wiechmann (Grüne). Birgit Eibl war gespannt, was im Detail drin stehe. Das Werk begleite die Gemeinde bei allen Planungen, sagte Löwis zum Schluss.

Die Expertisen

sollen in Kürze auf der Gemeindehomepage stehen unter: www.holzkirchen.de

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