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Zwei Parkplätze richtete die Mar ktgemeinde vor fünf Jahren auf dem Oskar-von-Miller-Platz ein. Ob das so bleiben wird, soll jetzt ein Ortstermin klären. 

Parkplätze könnten bald weg

Oskar-von-Miller-Platz: Was in Zukunft aus ihm werden soll

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Der kleine Oskar-von-Miller-Platz sucht nach seiner Bestimmung. Parkplatz wie bisher? Entspannungsort mit schönem Baum? Oder ganz was anderes? Foodtruck-Standort vielleicht? Die Ideen:

Holzkirchen Erbittert war gestritten worden vor fünf Jahren. Befürworter und Gegner von Parkplätzen auf dem Oskar-von-Miller-Platz lieferten sich im Gemeinderat und Verkehrsausschuss langwierige Gefechte, ehe mit knapper Mehrheit eine Regelung gefunden war: Ein Behinderten-Parkplatz wurde geschaffen sowie ein regulärer Stellplatz, der via Parkscheibe auf eine Stunde begrenzt ist. Dafür hatte sich damals besonders eine Gruppe von umliegenden Gewerbetreibenden stark gemacht.

Wieder sind es zwei Geschäftsleute, die das Thema neu ins Spiel bringen. „Sie bitten uns, entweder den Behindertenparkplatz in einen regulären Parkplatz umzuwandeln oder die Stellplätze ganz aufzulösen“, berichtete Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt im Verkehrsausschuss. Der Runde Tisch „Radlfreundliches Holzkirchen“ habe sich schon eine Meinung gebildet und sprach sich dafür aus, ganz auf die Parkplätze zu verzichten.

So schnell wollte sich der Ausschuss aber nicht entscheiden. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, bei einem Ortstermin mit Landratsamt, Polizei und dem gemeindlichen Behindertenbeauftragten Johann Numberger die Optionen abzuklären. „Die Fachleute sollen uns einen Weg aufzeigen“, sagte Martin Taubenberger (FWG).

Im Ausschuss wurde deutlich, dass eine Bereitschaft besteht, die Situation zu ändern. Josef Sappl jun. (CSU) hatte schon im Vorfeld den Behindertenbeauftragten konsultiert. „Er hat gesagt, er könne damit leben, wenn der Behindertenparkplatz verschwindet.“ Zudem habe sich die Ladensituation im unmittelbaren Umfeld verändert. „Sanitätshaus und Juwelier gibt’s nicht mehr, eine dringende Notwendigkeit für Parkplätze sehe ich nicht“, sagte Sappl. Ein Behindertenparkplatz vor einer Fitnessbude sei tatsächlich unsinnig, sagte auch Albert Kraml (CSU), „aber es sollten dort schon Parkplätze bleiben.“

Irmi Ammer (SPD) will davon nichts wissen. „Das soll endlich ein schöner Platz werden, keine Abstellfläche für Autos.“ Sie verwies auf die Empfehlung des Verkehrsplaners Ralf Kaulen, die im „Integrierten Mobilitätskonzept“ hinterlegt sind. „Kaulen sagt, wir haben zu viele Parkplätze im Zentrum.“

Laut Löwis bot der Bund Naturschutz bereits an, eine Fahrradabstellanlage für den Platz zu spendieren. Karl Bär (Grüne), leidenschaftlicher Radler, hält das für überflüssig. Radlabsteller seien gegenüber vor der Eisdiele vonnöten, aber nicht auf dem Oskar-von-Miller-Platz. „Kann man da nicht einen schönen Baum pflanzen?“

Die Lobby für die beiden einsamen Parkplätze sei nicht mehr allzu groß, stellte der Bürgermeister auf Anfrage fest. „In der Bevölkerung mehren sich Stimmen, die sich darüber sehr wundern.“ Auch Standortförderin Eva-Maria Schmitz sieht hier eine Chance, die im Mobilitätskonzept angezeigte Entmotorisierung des Ortszentrums anzupacken. „Es wäre ein Platz, wo wir damit anfangen könnten.“

Allerdings warnte Schmitz davor, sich auf die Auflösung der Parkplätze zu beschränken. „Das reicht nicht, es sollte an dieser Stelle schon ein Mehrwert geschaffen werden.“ Eine Idee könnte sein, einen Marktstand zuzulassen oder einen bunten Foodtruck (Imbisswagen), der etwa Crepes feilbietet. „Wäre schön, wenn uns die Bevölkerung noch ein paar Ideen liefert“, wünscht sich Löwis.

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