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Dieser Platz soll schöner werden: Oskar-von-Miller-Platz in Otterfing.

Oskar-von-Miller-Platz

Gemeinde grübelt: Wie schafft man hier mehr Aufenthaltsqualität?

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Es grünt so grün am Oskar-von-Miller-Platz. Die Ampelanlage bietet jetzt automatische Grünphasen für Fußgänger. Parken ist endgültig verboten, die Litfaßsäule soll verschwinden. Und dann?

Holzkirchen Ein kleiner, wenigstens symbolischer Anfang ist gemacht. Während der Adventszeit hübschte ein bunt behängter Christbaum die Pflasterwüste am Oskar-von-Miller-Platz etwas auf. Kindergartenkinder hatten die Kärtchen zur 1111-Jahr-Feier im Sommer gemalt. Motto: „1111 Dinge, die mir in Holzkirchen gefallen.“ Ob der Oskar-von-Miller-Platz dazugehört? Eher nicht.

Immerhin rang sich die Gemeinde im September nach jahrelangem Hin und Her dazu durch, die beiden Parkplätze aufzulösen – sehr zum Ärger der umliegenden Geschäfte, deren Protest aber wirkungslos blieb (wir berichteten).

Während sich viele Bürger die neue Autofreiheit für ein attraktiveres Ortsbild gewünscht hatten, argumentierte die Gemeinde besonders mit der unübersichtlichen Situation für Ein- und Ausparker vor der Boutique Simode, der Trauerhilfe Denk und dem Fitnessstudio Body Street. „Glücklicherweise ist dort noch nichts Schlimmeres passiert“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU).

Die Schilder sind entfernt, die weißen Linien werden noch abgedeckt. Das Parkverbot gilt, wie Rathaus-Sprecherin Ewgenia Sabransky klarstellt: „Die Bodenmarkierung ist kein gültiges Verkehrszeichen. Auf dem Platz darf man nicht mehr parken.“

Keinesfalls werde man den Platz jetzt sich selbst überlassen, betont Sabransky. Wenn auch die Litfaßsäule einen neuen Standort gefunden hat, sei die Gemeinde gefordert, den Gestaltungs-Spielraum zu nutzen. Vielleicht passt eine Skulptur? Eine schöne Bepflanzung? Womöglich ein pfiffiges Beleuchtungskonzept? „Wir sind offen für Ideen der Bürger“, sagt Sabransky. 

Angedacht sind bereits neuartige Fahrrad-Anlehnbügel anstatt der alten Radlständer. Löwis sagte zu, auch die umliegenden Geschäftsleute mitreden zu lassen: „Deren Interessen werden nicht vergessen.“ Auf Basis dieser Gespräche arbeitet die Verwaltung einen Vorschlag aus, über den dann der Verkehrsausschuss zu entscheiden hat.

Neu programmiert wurde heuer die Ampelanlage – ein lang gehegter Wunsch der Gemeinde für „eine unserer intensivst befahrenen Kreuzungen“, wie der Bürgermeister betont. Im Frühjahr ließ das zuständige Straßenbauamt ein Programm aufspielen, von dem speziell Fußgänger profitieren. Mussten sie ehedem erst drücken, um eine Grünphase zu bekommen, geschieht dies nun automatisch bei jedem Umlauf.

„Der Umlauf wird dadurch natürlich träger“, sagt Johann Gröbmeier, im Straßenbauamt zuständig für Ampelsteuerungen. Will heißen: Der Fahrverkehr speziell auf der Staatsstraße (Ortsdurchfahrt) wird Tag und Nacht stets einige Sekunden mehr aufgehalten – auch wenn kein Fußgänger queren will. Ob das die Autofahrer aber überhaupt bemerken? „Mir sind keine Beschwerden bekannt“, sagt Gröbmeier.

Etwas mehr Grün bekamen auch die Autofahrer: Für Linksabbieger aus der Münchner Straße in die Rosenheimer Straße (Bahnbrücke) leuchtet jetzt bei jedem Umlauf ein grüner Pfeil, der bis dahin lediglich gelb blinkte. Das alte Programm setzte den Grünen Pfeil nur ein, wenn die Videokamera hinter dem Haltebalken noch etliche wartende Linksabbieger erkannte. War dies nicht der Fall, „strandeten“ regelmäßig zwei bis drei Linksabbieger mitten in der Kreuzung, als der Gegenverkehr schon wieder grün hatte.

„Endlich sind die Ampelschaltungen optimiert“, freut sich Löwis, „ein wichtiger Beitrag zum integrierten Orts- und Mobilitätskonzept, der die Verkehrssicherheit erhöht.“

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