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„Es ist kein Ladenhüter“: Das Panasonic Gebäude am Rudolf-Diesel-Ring steht seit einiger Zeit leer. Früher gab es dort Büros und Labore. Das gesamte Gelände, das zum Verlauf steht, umfasst rund 20 000 Quadratmeter.

Industriegebiet 

Panasonic-Gelände steht noch zum Verkauf

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2015 gab die Panasonic Electric Works AG ihren Standort in Holzkirchen auf und zog nach Ottobrunn. Das Gebäude am Rudolf-Diesel-Ring steht seither leer - und noch zum Verkauf. 

Holzkirchen – Für einige Mitarbeiter war es damals ein Schock: Im Sommer 2014 erfuhren sie, dass ihr Arbeitgeber, die Panasonic Electric Works (PEW) Europe AG, deren Hauptsitz seit 25 Jahren in Holzkirchen lag, den Standort aufgibt und nach Ottobrunn zieht (wir berichteten). Denn das Gelände am Rudolf-Diesel-Ring war zu klein, um bei der Neustrukturierung einiger Panasonic-Firmen zu einer übergeordneten Schaltzentrale aufzusteigen. Das erklärte damals Vorstandsvorsitzender Johannes Spatz.

Das Gebäude im Industriegebiet steht seither immer noch leer. Dabei ist die Nachfrage von Gewerbetreibenden in Holzkirchen groß. Das jüngste Gewerbegebiet bei Föching ist so gut wie voll. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) denkt sogar über eine Erweiterung nach.

Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) bestätigt die hohe Nachfrage von Gewerbetreibenden. Neulich beim Spatenstich für die Erweiterungsgebäude des benachbarten Unternehmens Sandoz-Hexal (wir berichteten) habe sie von einem dortigen Mitarbeiter erfahren, dass Hexal ebenfalls mal Interesse an dem Panasonic-Gelände hatte. Dann zerschlugen sich die Pläne. „Es ist problematisch, weil es ein Bestandsgebäude ist“, meint Dasch. Bei unbebauten Grundstücken sei die Nachfrage größer. Weil Unternehmen dann nach ihren eigenen Vorstellungen bauen können.

Laut Kai Spille, Director für Finanzen und Administration bei der PEW, ist Panasonic seit gut einem Jahr dabei, das Gelände zu verkaufen. Man habe seither mit vielen Kandidaten gesprochen. „Wir hatten nicht erwartet, dass es länger dauert“, gesteht er. „Aktuell haben wir drei Interessenten.“ Die Entscheidung sei noch nicht gefallen. „Es steht noch zum Verkauf.“ Aber: „Wir möchten das baldmöglichst abschließen.“ Voraussichtlich heuer im Herbst. Der Standort sei attraktiv. „Es ist kein Ladenhüter.“ Manche Unternehmen hätten Probleme mit der Finanzierung gehabt. Über den Preis schweigt Spille.

Neben der bebauten Fläche wird ein freier Grund Richtung Aldi verkauft. Das Gelände umfasst laut Spille insgesamt rund 20 000 Quadratmeter. Derzeit gibt es zwei Bestandsgebäude im Landhausstil mit Tiefgarage, eines entstand 1990, das andere 2001. Untergebracht waren dort Büroflächen und Labore.

Auch Udo Berg, Executive Director für europäisches Marketing bei der PEW, arbeitete einst in Holzkirchen. „Wir haben den Umzug gut überstanden und sind gut angekommen.“ Das Unternehmen sei zum Jahreswechsel 2015/2016 umgesiedelt. „Wir sind in ein modernes Umfeld gezogen. Das ist schön.“ Die Bürosituation sei anders, hier gebe es Großraumbüros, in der Marktgemeinde hingegen sei es verschachtelter und übersichtlicher gewesen. Bei den Mitarbeitern hätte es keine größeren Fluktuationen gegeben. Die Firma richtete einen Shuttlebus ein, der die Angestellten von Holzkirchen nach Ottobrunn chauffiert.

Spatz sei stets Vorstandsvorsitzender und Präsident der PEW. Zugleich ist er Vizepräsident des Mutterkonzerns, zuständig für den industriellen Bereich. Die PEW ist eine Tochtergesellschaft der Panasonic Automotive & Industrial Systems Europe GmbH, die zu Teilen ebenfalls in Ottobrunn sitzt. Insgesamt arbeiten rund 500 Leute in Ottobrunn. Die PEW beschäftigt dort laut Berg zwischen 230 und 250 Mitarbeiter. Viele denken bei Panasonic an Fernseher und Unterhaltungs-Elektronik, in Ottobrunn gehe es aber um Automatisierungstechnik für die Industrie, erklärt Berg. „Unsere Märkte sind vielseitig.“ Unter anderem bedient die Firma Automobilzulieferer. Allerdings findet die Fertigung nicht in Ottobrunn statt, hier liegen das Servicecenter und Labore sowie der Vertrieb für Deutschland, das Know-how sozusagen.

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