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In einen Kühlschrank verwandelt hatte sich die Traglufthalle am Holzkirchner Moarhölzl in der eisigen Nacht auf Samstag. Die Zusatzheizung funktionierte nicht. 

Heizungsausfall in Traglufthalle

Paranet: Landkreis hat falschen Diesel getankt

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Holzkirchen – Nach Ansicht der Firma Paranet, von der der Landkreis Miesbach die Traglufthalle in Holzkirchen pachtet, ist der Landkreis schuld an der Kälte-Panne am Moarhölzl. 

„Der Landkreis hätte gescheit tanken sollen“, sagt Raphael Hock, Assistent der Geschäftsleitung, gegenüber unserer Zeitung. Und zwar mit einem speziellen Winter-Diesel, der Temperaturen bis zu 30 Grad Minus standhalte.

Wie berichtet, streikte in der Nacht auf Samstag bei Minus 24 Grad Außentemperatur die Heizung in der Holzkirchner Traglufthalle, die als Unterkunft für Asylbewerber dient. Die normale Heizung reichte nicht mehr aus, die Zusatzheizung sprang nicht an. Vermutlich flockte der darin befindliche Diesel bei der eisigen Kälte aus. Das Technische Hilfswerk (THW) und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) rückten aus, verteilten Decken und stellten provisorische Heizgeräte auf. Der Notfallplan samt Evakuierung der rund 170 Asylbewerber konnte so verhindert werden.

Paranet betreibe viele Hallen, erklärt Hock. Es gebe immer mal wieder kleinere Probleme mit Heizungen. „Aber nicht in diesem Ausmaß.“ Kurz vor der Kältewelle am 6. und 7. Januar habe Paranet das Landratsamt schriftlich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Zusatzheizung zeitnah befüllt werde müsse, erklärt Hock. Mündlich mitgeteilt habe man, dass das Gerät mit dem Winter-Diesel betrieben werden muss. In besagter Nacht seien Mitarbeiter seiner Firma mehrmals nach Holzkirchen ausgerückt und mussten feststellen, dass der Diesel wegen der niedrigen Temperaturen sulzig geworden war.

Etwas anders sieht das Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt Miesbach: „Das wird geprüft“, sagt er. Zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, dass falsch getankt wurde, „wäre spekulativ“. Dass der Ausfall nur mit einer womöglich falschen Tankfüllung zu tun habe, sei nicht nachvollziehbar. Man werde darüber mit Paranet genauer diskutieren. Damit verbunden sei auch die Frage, wer für den Einsatz mit THW und BRK aufkommt. Die Kosten seien noch offen. 

Im Moment seien die Flüchtlinge gut versorgt. „Heute Morgen hatte es bereits wieder 19 Grad in der Halle“, sagt Nemitz. Die optimale Temperatur liege bei 22 Grad. Bis Dienstag blieben die provisorischen Heizgebläse des THW in der Halle stehen. Im Notfall wären etwa 300 Feldbetten vorrätig gewesen, die anderswo, etwa in einer Turnhalle, aufgebaut hätten werden können, betont der Sprecher.

Hock erklärt, warum es in der Nachbar-Traglufthalle in Rottach keine Probleme gab. Zum einen sei die dortige Halle um ein gutes Drittel kleiner als in Holzkirchen und befinde sich geschützt an einem Hang. Zum Vergleich: In Rottach treffen etwa 12 000 Kubikmeter Luft auf gut 250 Kilowatt Heizleistung. Am Moarhölzl treffen circa 33 000 Kubikmeter Luft auf eine Heizleistung von 420 Kilowatt (inklusive Zusatzheizung: 600 Kilowatt). „Das reicht für eine angenehme Temperatur.“ Auch wenn die Isolierung natürlich nicht vergleichbar mit der eines Festbaus sei. Seine Firma verwende moderne, neue Geräte, man sei sich der „sozialen Verantwortung“ durchaus bewusst. 

Das Zusatzgerät sei inzwischen wieder funktionstüchtig, berichtet Hock. Die Dieselpumpe musste ausgebaut und gereinigt werden. Das Gerät soll bis März oder April zur Verfügung stehen. Bei minus neun bis zehn Grad soll es wieder anspringen. 

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