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1,20 Euro fürs Tagesticket: Die Erhöhung der Parkgebühren am Holzkirchner Bahnhof schreckte die Pendler nicht ab. Nach wie vor sind die 425 Stellplätze sehr gut belegt.

Parken am Holzkirchner Bahnhof

Pendler müssen Preiserhöhung schlucken

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Parken am Holzkirchner Bahnhof ist teurer geworden. 1,20 Euro verlangt die Bahnpark jetzt für ein Tagesticket, die Monatskarte kommt auf 22 Euro. Abschreckend wirkt das nicht, die 425 Plätze sind nach wie vor sehr gut belegt. 

Holzkirchen Die neuen Tarife gelten seit Anfang Dezember. Statt wie bisher glatt einen Euro nehmen die Automaten 1,20 Euro fürs Tagesticket. Monatskarten stiegen von 19 auf 22 Euro; ohne Bahnfahrkarte sind dafür sogar 44 Euro fällig.

Die „Preisanpassung“ erfolgte gerade mal 15 Monate nach Einführung von Parkgebühren am Holzkirchner Bahnhof. „Die Bahnpark begründet das mit entsprechenden Betriebskosten“, sagt Verena Sattler von der Standortförderung im Rathaus. Nachdem die Bewirtschaftung ein Jahr gelaufen sei, habe das Unternehmen, das zu gleichen Teilen der Deutschen Bahn und der privaten Contipark gehört, Umsätze und Betriebskosten neu berechnet. Nach Angaben der Bahnpark sei mit den neuen Preisen mittelfristig ein „gutes Maß“ gefunden, weitere Erhöhungen seien nicht geplant. Die Pendler schluckten die Verteuerung offenbar ohne Klagen. „Von Beschwerden habe ich nichts gehört“, sagt Sattler.

Einpreisen musste die Bahnpark, dass – ebenfalls seit Dezember – vor der Metzgerei Kraft acht neue Kurzzeitparkplätze ausgewiesen wurden, die damit weniger Gewinne abwerfen. Eine „Brezentaste“ an den Automaten ermöglicht den Kunden umliegender Geschäfte, zehn Minuten kostenlos zu parken; zuvor waren 50 Cent fällig gewesen. Wer länger auf diesen acht Plätzen stehen will, muss für jede Stunde einen Euro investieren.

Die Bahnpark sträubte sich lange, dem Wunsch der Gemeinde nach kostenlosem Kurzzeitparken nachzukommen. Bald nach Einführung der Parkgebühren hatten Geschäftsinhaber am Bahnhofsvorplatz über Umsatzeinbußen wegen der Parkgebühren geklagt und das Rathaus um Hilfe gebeten. Im Dezember 2015 wurde darüber im Gemeinderat diskutiert: Einige Räte pochten auf kostenloses Kurzzeitparken, andere sahen die Geschäfte selbst in der Pflicht, ihren Kunden Parkplätze anzubieten. Mit Einführung der neuen Tarife im Dezember gab die Bahnpark nun nach – ein Zuckerl für die Gemeinde. „Und wir kommen so den Geschäften entgegen“, freut sich Sattler.

Zu Beginn der Bewirtschaftung waren die Bahnhofs-Parkplätze auf 380 reduziert worden; man rechnete angesichts der Gebührenpflicht mit weniger Parkern und wollte kein Überangebot schaffen. Die Nachfrage blieb aber, auch zur Überraschung der Bahnpark, ungebrochen hoch. Inzwischen ist das Angebot auf 425 Plätze gewachsen, verteilt auf beide Seiten. Dazu zählen 100 Stellflächen, die für Dauerparker reserviert sind (72 am Otterfinger Weg, 28 am Ladehof). Die Größe dieser Areale passt die Bahnpark regelmäßig an – je nachdem, wie viele Dauerkarten gerade verkauft sind. Insgesamt macht die Bahnpark gute Geschäfte, die Auslastung liegt bei 90 bis 95 Prozent. „Holzkirchen ist ein gefragter Umsteigepunkt“, sagt Sattler.

Die Parkflächen sind zwar fürs erste geordnet und bewirtschaftet, mittelfristig wird jedoch komplett umgebaut. Das Bahnhofsquartier mit weiterem Umfeld soll sich in eine moderne Mobilitäts-Drehscheibe mit Aufenthaltsqualität verwandeln (wir berichteten). Etliche Parkplätze am Vorplatz werden wegfallen, dafür ist ein Parkhaus auf der Ladehofseite im Gespräch. Die Bahnpark signalisierte Interesse; man würde das Parkhaus von einem Investor bauen lassen und dann selbst betreiben. „Holzkirchen funktioniert als Standort“, sagte Bahnpark-Sprecher Marc-André Salomon schon bei der Einführung der Gebühren.

Geschäftspartner der Bahnpark in Holzkirchen sind derzeit die Marktgemeinde und die DB Station & Service, die ihre Flächen an das Unternehmen vermieten. Den Unterhalt der Flächen erledigt – gegen Entgelt – der Holzkirchner Bauhof.

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