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Schranke, öffne Dich: Um genug Stellplätze für Mitarbeiter im Grünen Zentrum vorzuhalten, gibt es im Winter einen abgetrennten Bereich, der nur per Chip zugänglich ist. In den Sommermonaten ist die Schranke offen.

Grünes Zentrum

Auf dem Parkplatz zwickt es

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Holzkirchen - Die Parkplätze am Grünen Zentrum in Holzkirchen reichen nicht aus – und das, obwohl die Anzahl den Vorschriften entspricht. Im Winter ist es besonders schlimm. Aussicht auf Besserung gibt es derweil nicht.

Stefan Gabler, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), seufzt: „Die Vorgaben sind zwar erfüllt, aber weg von jeglicher Realität“, sagt er. Es zwicke gerade im Schülerbereich. „Auf zehn Schüler kommt vielleicht ein Parkplatz.“ Der Schlüssel sei „miserabel“. Vor allem im Winter, wenn alle Semester haben, balle es sich: Dann ringen Teilnehmer der Haus- und Landwirtschaftsschule sowie der Almakademie um die Stellplätze. Obwohl viele sowieso schon eine Fahrgemeinschaft nutzen. Hinzu kommen die vielen Antragsteller, die gerade in der kalten Jahreszeit den Weg in seine Behörde finden. 

Fakt ist: Die Parkplätze am Grünen Zentrum in Holzkirchen sind knapp bemessen. Auf dieses Problem hat der FWG-Gemeinderat Martin Taubenberger jetzt im Verkehrsausschuss aufmerksam gemacht. „Viele weichen auf die Parkplätze der umliegenden Supermärkte aus“, sagte Taubenberger. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) versprach, beim Grünen Zentrum nachzufragen. 

Laut Gabler hat man schon versucht, die Situation zu verbessern. Seit Herbst 2015 gebe es auf dem Parkplatz, der sich näher am Kreisverkehr befindet, eine Schranke. Diese teilt die Fläche in zwei Bereiche: Etwa 40 Parkplätze dienen seither nur noch den Mitarbeitern der Behörde, die mit einem Chip die Schranke öffnen können. „Mir ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter morgen nichts rumlaufen müssen“, erklärt Gabler gegenüber unserer Zeitung. Der restliche Teil der Fläche diesseits der Schranke sowie die Stellplätze des zweiten Parkplatzes, dessen Einfahrt etwas nördlicher liegt, seien öffentlich zugänglich. 

Seit der Winter vorbei ist, sei die Schranke komplett geöffnet „Im Sommer haben wir eigentlich kein Problem.“ 

Die Schüler aus der Haus- und Landwirtschaftsschule, die zum Teil unter der Woche in dem angegliederten Wohnheim bleiben, habe man gebeten, ihre Autos auf den öffentlichen Parkplätzen beim Kindergarten Frühlingsdorf abzustellen. Denn gerade im ländlichen Raum würden sich manche schwer tun, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 

Gabler hatte schon nachgefragt, ob es denn möglich wäre, den Parkplatz zu erweitern. „Auf der Streuobstwiese wäre doch noch für eine Reihe Platz.“ Doch die Fläche ist als Ausgleichsfläche ausgewiesen. „Wir hätten nichts gegen eine Erweiterung“, betont Gabler. „Aber wir können da nichts machen.“ 

Der eigentliche Ansprechpartner sei der Vermieter, der Bayerische Bauernverband (BBV). Wie berichtet, ließ der BBV das Gebäude für rund 13 Millionen Euro errichten. Der BBV nutzt den Nordflügel selbst, der Rest wird vermietet, unter anderem an das AELF. Auch Wilfried Dederer von der Planungsabteilung des BBV in München ist das Parkplatz-Problem bekannt. Aber er betont: „Wir haben 108 Parkplätze nachgewiesen – und das sind sogar etwas mehr, als baurechtlich erforderlich gewesen wären.“ Die Angelegenheit sei außerdem im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens vom Landratsamt geprüft und genehmigt worden. Auch der BBV sei nicht zufrieden mit der Parkplatzsituation. 

Dederer sieht ebenfalls die parkenden Schüler und den vielleicht etwas klein gehaltenen Schlüssel als Ursache. Insgesamt gebe es 15 Parkplätze für Schüler; bei teilweise weit über 100 Schülern. Der zweite, nördlichere Parkplatz gelte intern als Kurzzeit- und Besucherparkplatz. 

Obwohl der BBV um die Situation weiß, seien aktuell keine Maßnahmen geplant, die zur Entzerrung führen könnten, erklärt Dederer. Zum einen sei das eine Kostenfrage, so Dederer, zum anderen deutet auch er auf die Ausgleichsfläche. 

Und an dieser ist laut dem Bauamt im Holzkirchner Rathaus nicht zu rütteln. „Da geht nichts“, sagt ein Mitarbeiter auf Anfrage unserer Zeitung. Er bestätigt, dass die notwendigen Parkplätze satzungsgemäß nachgewiesen wurden und dass es trotzdem eng ist. Das Grüne Zentrum müsse sich eben nach anderen Möglichkeiten umschauen, etwa einem Parkdeck, schlägt er vor.

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