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Auf der grünen Wiese weist die Marktgemeinde Baurecht aus: Auf dieser Fläche in Thann soll ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen. Die Gemeinde stellt dafür einige Bedingungen.

Die Gemeinde sieht‘s positiv

Pferdehof Thann bekommt Zuwachs - an Häusern

Der Pferdehof in Thann darf wohl bald um ein Wohnhaus wachsen: Der Holzkirchner Bauausschuss will den Weg frei machen und den Bebauungsplan entsprechend ändern.

Holzkirchen – Es war keine leichte Geburt, der Bauwunsch hat eine längere Vorgeschichte. Bereits 2014 zeigte sich der Bauausschuss des Gemeinderats nach einem Ortstermin gewillt, den Bau eines Einfamilienhauses mit 14 mal elf Metern Grundriss und 6,30 Meter Wandhöhe mitsamt einer Doppelgarage (acht mal acht Meter) zu ermöglichen. Weil der geplante Standort südöstlich des bestehenden Pferdehofs teilweise im Außenbereich liegt, müsste der Bebauungsplan entsprechend geändert werden, um Baurecht dafür zu schaffen. Bedingung der Gemeinde: Das Haus muss dem Pferdehofbetrieb dienen – sprich, der Wohnraum muss Personal vorbehalten bleiben. Der Bauwerber selbst bat seinerzeit allerdings noch um Bedenkzeit. Im vergangenen Jahr kam der Wunsch wieder auf den Tisch – wobei es erst mal einiges zu klären und zu regeln galt. Im November vertagte der Bauausschuss deshalb die Entscheidung. Nach einem neuerlichen Ortstermin ist nun alles geklärt, wie eine Mitarbeiterin des Bauamts im Ausschuss erläuterte.

Zur Debatte stand die Abtretung von Grund für die öffentliche Verkehrsfläche. Im geltenden Bebauungsplan war dafür eine Breite von 7,50 Metern eingeplant, wobei die Fahrbahn selbst nur 4,50 Meter einnimmt. Wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) erläuterte, sollten nach ursprünglicher Planung ein Geh- und Radweg mit 2,50 Meter Breite und Bankettflächen mit jeweils 50 Zentimetern Breite rechts und links der Fahrbahn hinzukommen. An der Abtretung für befestigte Bankettflächen hält die Gemeinde fest, um Platz für Begegnungsverkehr zwischen Lkw und Auto zu schaffen. Vom Geh- und Radweg sieht sie nach dem Ortstermin aber ab. Stattdessen wird der private Reitweg östlich der Straße vom Besitzer für Fußgänger und Radler freigegeben.

„Ein Ausbau der Fahrbahn war nie geplant“, stellte Löwis klar. „Der vermeintliche ,Umgehungsverkehr‘ bleibt erschwert“, stellte Christoph Schmid (CSU) mit Blick auf Unterstellungen und Mutmaßungen fest, die Gemeinde könnte dort eine Art heimliche „Umgehungsstraße“ im Sinn haben. „Da waren wieder Verschwörungtheoretiker am Werk“, merkte auch Robert Wiechmann (Grüne) an, „es war nie eine breitere Straße geplant.“

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf sieben km/h, die Martina Schweighofer (CSU) ins Spiel brachte, fand Löwis nicht nötig, zumal sie aus verkehrsrechtlichen Gründen an der Stelle auch nicht möglich sei: „Da ist 30 das unterste, das wir festlegen können.“ Die Reiter, warf Martina Neldel (Grüne) ein, sollten allerdings auch den Reitweg nutzen und nicht auf der Straße reiten. „Vielleicht könnte der Bauwerber da ein Schild aufstellen.“

Der Bauausschuss gibt sich zugunsten des Wohnhauses auch mit einer Reduzierung beziehungsweise Verlegung der im Bebauungsplan bislang südlich des geplanten Bauplatzes eingezeichneten Parkplatzreihe zufrieden. Die betreffenden Stellplätze werden momentan ohnehin nicht benötigt, erläuterte die Verwaltung: Sie sind Reithallen im Süden des Areals zugeordnet, für die zwar planerisch Baurecht bestünde, die aber bislang nicht gebaut und derzeit auch nicht geplant sind. Erst wenn die Hallen tatsächlich gebaut würden, müsste der Bauwerber auch die dafür gedachten Parkplätze nachweisen.

Der Bauausschuss war damit einverstanden. „Ein guter Kompromiss“, fand Herbert Gegenfurtner (CSU). „Man hat geschafft, dass der Charakter dort draußen erhalten bleibt“, meinte sein Fraktionskollege Schmid. Wiechmann betonte: „Das ist nicht der Normalfall, sondern die Ausnahme, weil es funktioniert, dass das Haus einer bestimmten Nutzung unterworfen ist.“ Das Gremium billigte den Bebauungsplanentwurf einstimmig und schickte ihn in die öffentliche Auslegung.

Katrin Hager

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