Betreiber Egon Kaiser wehrt sich gegen Vorwürfe

Pferdepark: Landratsamt sieht Auflagen nicht erfüllt

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Kleinhartpenning – Nur eine Woche nach der Eröffnung sorgt der Pferdepark Oberland in Kleinhartpenning wieder für Wirbel. Laut Gerhard Brandl, Sprecher im Landratsamt, hat der Betreiber Egon Kaiser nicht alle Auflagen der Behörden erfüllt.

In der Kritik stehen vor allem drei Punkte: Die außerhalb befindlichen Parkplätze, die Gastronomie und der Eintritt, den Kaiser verlange. Am Freitag gab es im Landratsamt ein Gespräch zwischen Bauverwaltung und Bau-Juristen. Das Ergebnis: „Es sollen Maßnahmen eingeleitet werden, um die Missstände zu beheben“, erklärt Brandl. Welche genau, gibt er noch nicht preis, damit Kaiser es nicht aus der Presse erfährt. Der Brief an ihn sei schon herausgegangen. Eines verrät Brandl: „Der Park wird vorerst nicht geschlossen.“

Am Eröffnungstag am 12. August habe ein Mitarbeiter aus dem Holzkirchner Rathaus festgestellt, dass nicht alle Auflagen eingehalten wurden, berichtet Brandl. „Er hat Eintritt kassiert.“ Das sei bei einem Reiterhof unüblich. Außerdem glauben die Behörden, dass es sich bei dem Reitstüberl um eine öffentliche Gastronomie handelt, für die Kaiser keine Konzession besitzt. Auch der Parkplatz, den Kaiser ohne Genehmigung aufkieste, muss laut Brandl weg. Kaiser habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten. Und das, obwohl die Behörden sich so viel Zeit für Gespräche genommen haben. „Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen.“ Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, bekräftigt das: „Das geht nicht, die Auflagen sind einzuhalten“, betont er.

Wie berichtet, hatte der Pferdepark bereits in der Vergangenheit hohe Wellen geschlagen. Gemeinde und Landratsamt hatten erst über einen Flyer von der Eröffnung erfahren. Die Werbung suggerierte, dass auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstellung ein riesiger Freizeitpark entsteht. Eine Genehmigung fehlte, der Betreiber dachte offenbar, dass alles mit der landwirtschaftlichen Privilegierung abgedeckt sei, die er für sein Gestüt besitzt. Nach einem Gespräch im Landratsamt bekam Kaiser Hausaufgaben mit.

Kaiser wehrt sich. Er gibt immer noch der übertriebenen Werbung die Schuld – er hatte eine Marketingfirma beauftragt. „Das war ein Fehler, den ich bereue.“ Die jetzigen Vorwürfe versteht er nicht. Zum einen dürften die Personen rein, die dort ein Pferd untergestellt haben. Zum anderen Leute, die einen Reitkurs oder ein Kutschentraining gebucht haben. Diese zahlen neun Euro Gebühr. „Wir wollen ja nicht, dass jeder zu den Pferden reingeht.“ Einfach so eine Karte kaufen, um sich auf dem Gelände aufzuhalten – das gehe nicht, betont Kaiser. Vielleicht sei das ja ein Missverständnis. Der Kiosk werde „nicht von der Allgemeinheit genutzt“. Er sei nur dafür gedacht, dass Gäste, die einen Kurs besuchen, sich einen Snack oder eine Limo holen – innerhalb der Öffnungszeiten. Die Haupteinnahmequelle seien Zucht und Pferdepension. „Hier springen keine Mickey Mäuse herum.“ Was etwa den Parkplatz betrifft, sagt Kaiser: „Wir wollen mit den Behörden zusammenarbeiten.“ Und: „Die Auflagen werden fristgerecht bis Ende des Jahres erfüllt.“ Brandl kontert: „Von dieser Frist bis Ende 2016 ist uns nichts bekannt.“

So besonders viele Besucher seien seit der Eröffnung nicht da gewesen, berichtet Kaiser. An guten Tagen zählte er maximal 25 Autos. „Aber die, die da waren, waren alle begeistert von dem Konzept.“

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