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Der große Spielplatz , mit dem Kaiser auch im Internet wirbt, muss eigentlich weg. 

Betreiber ignoriert Beseitigungsanordnung 

Pferdepark: Landratsamt will Zügel straffer anziehen

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Der Pferdepark Oberland kommt nicht zur Ruhe. Das Landratsamt hat eine Beseitigungsanordnung verschickt, auf die der Betreiber nicht reagierte. 

Kleinhartpenning – Nachgeben sieht anders aus. Egon Kaiser hat die Internetseite für seinen Pferdepark Oberland aufgehübscht: Fotos zeigen auch einen Spielplatz und ein Fallkissen – Dinge, die er eigentlich längst hätte beseitigen müssen. Er wirbt mit kostenlosen Parkplätzen, Kutschfahrten, einer Alpaka-Zucht sowie Hasen, Ziegen, Mini-Schweinen und Enten, die sich auf dem Gelände tummeln. Geöffnet habe der Park dienstags bis sonntags, in den Ferien sogar am Montag. „Eingebettet in das wunderschöne oberbayerische Voralpenland liegt Kleinhartpenning vor den Toren Münchens“, heißt es. Und mittendrin befinde sich der Pferdepark.

Doch das Idyll trügt. Weil Kaiser die Forderungen der Behörden nicht erfüllt hat, erging eine Beseitigungsanordnung. Bald will das Landratsamt die Zügel enger anziehen.

Wie berichtet, hatte der Pferdepark für Ärger gesorgt. Kurz gesagt, hatte Kaiser Anlagen ohne Genehmigung errichtet und durch Plakate den Eindruck erweckt, auf dem Gelände einen Freizeitpark hochzuziehen. Genehmigt sind nur Gestüt, Pferdepension und Zucht. Die Behörden hatten ihn öfters ermahnt, nachzujustieren. Kaiser ignorierte die Forderungen.

Im Februar hatte Kaiser einen neuen Anlauf gestartet. Mit einem Antrag im Bauausschuss wollte er sich eine weitere Zufahrt samt Parkplatz, einen Spiel- und Lernplatz sowie ein Fallkissen genehmigen lassen. Unklar war, ob es sich um bereits bestehende Einrichtungen handelt, die nachträglich legalisiert werden sollten. Der Ausschuss ließ ihn abblitzen. Dem Landratsamt liege der Antrag noch nicht vollständig vor, erklärt Sprecher Birger Nemitz.

Laut Nemitz hatte das Staatliche Bauamt die Familie Kaiser zur Anhörung aufgefordert. Sie hatte mehrere Wochen Zeit, sich zu äußern. „Bedauerlicherweise wurde von dieser Möglichkeit kein Gebrauch gemacht“, berichtet Nemitz. Das Landratsamt habe einen Bescheid mit einer Beseitigungsanordnung erlassen. „Die Frist läuft jetzt aus.“ Betreiber Kaiser war für eine Auskunft gegenüber unserer Zeitung nicht erreichbar.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten prüfte das Landratsamt, was landwirtschaftlich privilegiert ist. Mehrere Bauten fallen nicht darunter: die Zufahrten zu den Parkbuchten, der Abenteuerspielplatz im Außenbereich, die Fallkissen. „Dies muss rückgebaut werden“, betont Nemitz.

Zudem haben die Behörden Nutzungen untersagt: Das ehemalige Pförtnerhaus der Raketenstation dürfe nicht als Kassenhäuschen dienen. „Für einen Bauernhof verlangt man keinen Eintritt.“ Ferner ist eine Gastronomie für externe Gäste verboten. Nur Besucher der Reitkurse könnten von dem Reiterstüberl versorgt werden. Ferner dürfen die Kutschfahrten keine kommerziellen Fahrten sein. „Die Fahrten sind genehmigt, wenn sie der Ausbildung der Pferde und der Kutscher dienen.“ Die Haltung von Kleintieren sei in geringerem Umfang zulässig, ebenso die Alpaka-Zucht. Deren Haltung habe der Eigentümer damit begründet, dass sie auf den Weiden Pflanzen fressen, die Pferde nicht mögen.

In Kürze finde eine weitere Überprüfung statt. „Falls die Familie dem Bescheid nicht nachgekommen ist, werden nach und nach die nächsten Schritte verhängt“, sagt Nemitz. Zum Beispiel ein ansteigendes Zwangsgeld. „Falls auch auf diesem Wege keine Lösung erfolgen kann, so ist die letzte Möglichkeit die Beseitigung durch eine von uns beauftragte Firma, eine sogenannte Ersatzvornahme.“ Die Rechnung müsse dann die Familie Kaiser bezahlen.

Eine Verwaltung suche immer erst eine einvernehmliche Lösung mit den Bürgern. „Den Bürgern ist immer das Recht einzuräumen, sich zu äußern oder Mängel abzustellen“, erklärt Nemitz. „So haben wir es auch hier erst einmal im Guten versucht.“ Vergeblich.

„Im Übrigen erhalten wir regelmäßig Zuschriften von Anwohnern, die sich sehr stark gegen den Ausbau des Bauernhofs, Reithofs und Gestüts zu einem Vergnügungspark mit entsprechender Verkehrsbelastung aussprechen.“ Wenigstens im letzten Punkt scheint Kaiser ein wenig einzulenken. Auf der Homepage wird die Anfahrt über Kurzenberg empfohlen.

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