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Idylle mit spezieller Historie: Aus der ehemaligen Raketenstellung bei Kleinhartpenning wurden ein Gestüt und ein „Pferdepark“.

“Außergewöhnliches Anwesen“

Ehemalige Raketenstellung: Areal nahe München steht zum Verkauf  - Doch Makler haben kein Interesse

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Ein Schnäppchen ist es nicht, für betuchte Pferdefreunde aber vielleicht eine Überlegung wert: Der Pferdepark Oberland bei Kleinhartpenning steht zum Verkauf.

  • Der Pferdepark Oberland erregte lange die Gemüter in Hartpenning. Eigentlich schon seit Egon Kaiser das Areal vor 15 Jahren vom Bund kaufte.
  • Nun steht das Anwesen - eine ehemalige Raketenstellung - zum Verkauf.
  • Doch Makler haben kein Interesse an dem Areal.

Hartpenning – Still ist es geworden um den Pferdepark Oberland. 2019 blieb die Einrichtung geschlossen. Betreiber Egon Kaiser verzichtete darauf, seinen „Pferdepark“ weiter zu bewerben. Dabei hatten er und sein Vater Alfons hartnäckig um Genehmigungen gerungen. Neben dem 2012 eröffneten Gestüt mit Pensionspferde-Betrieb und Zucht sollte der „Park“ mit Spielplatz und anderen Tiergehegen ein breiteres Publikum ansprechen. 

2017 schien der Durchbruch geschafft, als das Verwaltungsgericht die grundsätzlichen Einwände von Gemeinde und Landratsamt relativierte.

Pferdepark Oberland: Immobilie wird auf Internet-Portal angeboten

Doch recht glücklich ist die Familie mit der Immobilie im Süden Holzkirchens wohl nicht mehr. Auf einem Internet-Portal wird das Gelände derzeit für acht Millionen Euro (zuzüglich Maklerprovision) angeboten. Warum sich Kaiser jetzt von seinem Besitz trennen will, das lässt er offen. „Wir wollen dazu nichts sagen“, stellte Egon Kaiser auf Anfrage klar.

Angepriesen wird das Gelände, das auf einem kleinen Hügel liegt, als „außergewöhnliches Anwesen“, das sich auf 132.000 Quadratmeter erstreckt. Kaiser kaufte das Areal vor 15 Jahren vom Bund; die Bundeswehr hatte den Höhenrücken zuvor jahrelang als streng abgeschirmte Raketenstellung genutzt. Damals war auch die Gemeinde interessiert gewesen, um die „Stellung“ wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Doch der Sauerlacher Alfons Kaiser, der einen der größten Schaustellerbetriebe Bayerns leitet, fackelte nicht lange und erhielt den Zuschlag – sehr zum Ärger der Gemeinde.

Video: Der Pferdepark in seinen besten Zeiten 

Kleinhartpenning: Ab 2012 entstand das Gestüt Oberland

Zunächst versuchte Kaiser, einen Wildpark aufzuziehen, was Gemeinde und Landratsamt ausbremsten. Die Sache ging 2010 höchstinstanzlich bis vors Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. 2012 schließlich fand sich eine Nutzung, bei der die Behörden mitspielten: Das Gelände wurde zu einem Gestüt ausgebaut, betrieben hauptsächlich von Egon Kaiser. Die Familie investierte: Es entstanden eine große Reithalle, ein Reitsandplatz, ein Pferdestall mit mehreren Boxen.

Dann begann der Ärger wieder. Vertrauend auf seine landwirtschaftliche Privilegierung baute und bewarb Kaiser einen „Pferdepark“ aus Ausflugsziel für Familien. Wieder schritten die Behörden ein, entdeckten ungenehmigte Bauten. Das Verwaltungsgericht entschied 2017 zwar durchaus im Sinne Kaisers, aber der „Pferdepark“ blieb 2019 geschlossen.

Pferdepark Gemeinde zeigt kein Interesse an 

Dass Kaiser verkaufen könnte, ließ er immer mal durchblicken. Bürgermeister Olaf von Löwis weiß, dass das Objekt im Internet steht: „Meines Wissens wurden schon über zehn Millionen verlangt.“ Die Gemeinde habe kein Angebot erhalten – und auch kein Interesse. „Ich wüsste nicht, was wir damit tun sollten. Außerdem gibt das unser Haushalt nicht her.“ Potenzielle Käufer weist Löwis darauf hin, dass „Wohn- und Gewerbenutzung dort nicht möglich sind“.

Acht Millionen Euro sind nach Einschätzung des Holzkirchner Maklers Mario Haitzer „ein sehr sportlicher Preis“. Das Areal liege zwar nett, könne aber nur landwirtschaftlich genutzt werden. „Man braucht da schon ein großes Faible“, sagt Haitzer, der auch als Marktbeobachter des Immobilienverbands fungiert. Wer auf einen betuchten Käufer hoffe, der ohne Weiteres viele Millionen auf den Tisch blättert, der warte vergeblich. „Leute, die viel Geld haben, sind am brutalsten, wenn es darum geht, den Preis zu drücken.“

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