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In den Neubauten (hinten) ist Platz für 500 Mitarbeiter. Der Parkplatz im Vordergrund wird aus- und umgebaut. 

Zwei Bürogebäude werden derzeit gebaut

Pharma-Riese Hexal feilt weiter an seinem Campus im Gewerbegebiet in Holzkirchen

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Der Pharma-Konzern Hexal plant einen Parkplatz für 540 Autos direkt neben dem neuen Firmen-Campus. Die Gemeinde hofft, dass der Grund langfristig nicht nur mit Stellplätzen zugepflastert wird.

Holzkirchen – Die Vision ist klar. Ein moderner Campus, an dem der größte Arbeitgeber im Landkreis das Gros seiner 1800 Mitarbeiter zusammenholt. Kurze Wege, neue Arbeitsformen, mehr Austauschmöglichkeiten, etwa im durchdesignten Außenberich zwischen den Bürogebäuden an der Industriestraße 18. Arbeiten mit Wohlfühlfaktor. Soweit die Vision. An der Umsetzung arbeiten die Hexal-Verantwortlichen mit Hochdruck.

Nördlich und östlich des bisherigen Komplexes entstehen derzeit zwei neue Gebäude, die jeweils 250 zusätzliche Arbeitsplätze bieten. Plätze für Mitarbeiter, die aktuell noch in den quer über das Gewerbegebiet verstreuten, angemieteten Büros (siehe Grafik) sitzen. Sie sollen künftig am Hexal-Campus arbeiten. Die Baukörper der Bürogebäude ragen bereits wie graue Skelette in die Höhe. Gut 45 Millionen Euro steckt der Pharmakonzern in die Erweiterung des Holzkirchner Standorts. Ende 2018 sollen die Neubauten bezugsfertig sein.

Versprengt: Neben den großen Bürokomplexen an der Industriestraße hat Sandoz-Hexal weitere Gebäude im Gewerbegebiet teilweise (blau umrandet) oder komplett (blau hinterlegt) belegt. Mit den neuen Bürogebäuden (grün) wird der Bestand zum modernen Campus erweitert. Der Parkplatz an der Raiffeisenstraße (Bild unten) wird aus- und umgebaut.

Freilich müssen die Mitarbeiter irgendwo parken. Daher hat das Unternehmen 18 Flächen erworben, die sich vom künftigen Campus aus in Richtung Norden erstrecken. Dort gibt es bereits einen Parkplatz an der Raiffeisenstraße. Der, so erläuterte eine Mitarbeiterin der Rathausverwaltung jüngst in der Sitzung des Bauausschusses, sei jedoch nur befristet genehmigt. Jetzt wolle der Konzern auf dem anliegenden Areal einen Parkplatz für 540 Fahrzeuge anlegen. Im Gegenzug entfallen die Stellplätze rund um die Bürotrakte auf dem Campus, die Flächen werden begrünt.

Um dieses Vorhaben zu ermöglichen, musste der Bauausschuss nun die betreffenden Bebauungspläne ändern respektive ergänzen. Was das Gremium mit Freude tat. Immerhin sei es ein Ausdruck dafür, „dass es Sandoz-Hexal in Holzkirchen gefällt und sie sich hier entwickeln wollen“, wie Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) sagte, die die Sitzung in Abwesenheit von Rathauschef Olaf von Löwis leitete.

Der Clou: Die Marktgemeinderäte hielten zudem die Option offen, das Gelände in unbestimmter Zukunft baulich zu entwickeln. Etwa in Form eines Parkhauses oder gar eines weiteren Bürogebäudes samt Tiefgarage. Ein Szenario, das die Kommunalpolitiker offenbar für nicht unrealistisch halten.

Schließlich seien die Flächen zu schade, um sie nur mit Parkplätzen „zu zukleistern“, wie Birgit Eibl (FWG) anmerkte. Und auch Hans Putzer (SPD) glaubt: „Die haben irgendwas vor. Die haben sich die teuren Grundstücke nicht gesichert, ohne ein langfristiges Konzept zu haben.“ Ein Gedanke, den Christoph Schmidt ebenfalls nicht für abwegig hielt. „Das ist ein Vorratskauf für die nächsten zehn Jahre“, mutmaßte der CSU-Fraktionsvorsitzende. „Die wollen die Fläche sicher nicht mit Parkplätzen versiegeln, sondern dass die Autos auf Sicht unter der Erde verschwinden.“ Das wiederum sei nur zu unterstützen.

Während im Rathaus bereits über langfristige Baulösungen orakelt wird, konzentriert sich Sandoz-Hexal auf die unmittelbare Zukunft. „Wir brauchen die Fläche akut für Parkplätze“, erklärte Sprecher Hermann Hofmann auf Anfrage. Etwaige Pläne für eine Tiefgarage oder gar neue Büros gebe es nicht. Höchste Priorität habe es, die beiden Neubauten fertigzustellen und den Campus zu entwickeln.

Auch mit der kurzfristigen Parkplatz-Variante konnte der Bauausschuss gut leben und verabschiedete die Modifizierung der Bebauungspläne einstimmig. Immerhin, stellte Martin Taubenberger (FWG) heraus, habe Hexal eh schon Stellflächen überall im Gewerbegebiet angemietet. „Wenn die dadurch frei werden, ist das doch nur gut“, sagte er.

fp

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